Pika! Pika! Pikachu! 30 Fakten zu 30 Jahren Pokémon
Am 27. Februar 1996 erschien das erste Pokémon-Spiel in Japan. Die Serie begründete das erfolgreichste Medien-Franchise der Welt.
(Bild: René Meyer)
In der Tat: Die Welt von Pokémon ist größer als jede andere, größer als Star Wars, Marvel oder Harry Potter. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch man schätzt die Umsätze in 30 Jahren auf 100 bis 150 Milliarden Dollar. Davon machen die Videospiele nur ein Viertel aus – neben den Sammelkarten, den Spielfilmen und der TV-Serie. Am meisten Geld, mehr als die Hälfte, bringen Lizenzen und Merchandising für Spielzeug, Plüschtiere, Mützen, T-Shirts, Rucksäcke und mehr.
In der Welt von Pokémon dreht sich alles darum, Kreaturen zu sammeln, zu trainieren und in Kämpfen einzusetzen. Wilde Exemplare fängt man mit einem Pokéball, der sich zum Ergreifen öffnet. Mit dem Pokédex behält man den Überblick über alle gesammelten Wesen. Per Linkkabel und später drahtlos verbindet man zwei Game Boys, um Pokémon mit anderen Spielern zu tauschen. Von Anfang an geht die Spielserie einen einzigartigen Weg: Jede Generation erscheint in zwei Versionen, zunächst Rot und Blau, bei denen jeweils ein Teil der Pokémon fehlt. So muss man sich mit Spielern der jeweils anderen Edition austauschen, um alle Mini-Monster zu sammeln.
Auf einzigartige Weise verbindet Pokémon Videospiele, Anime und Sammelkarten miteinander: Erst durch die TV-Serie werden die Spiele so populär. Einen besonderen Auftrieb erhält die Reihe durch einen für Nintendo sehr ungewöhnlichen Schritt: 2016 erscheint „Pokémon GO“ als kostenlose Smartphone-App. Gespielt wird in der realen Welt, wobei die Pokémon auf dem Bildschirm auftauchen. Das zieht auch neugierige Spieler an, die bisher nichts mit Nintendo-Konsolen zu tun haben – und motiviert sie, an zentralen Orten nach den kleinen Kreaturen Ausschau zu halten. Der neueste Spross erscheint nächste Woche, am 5. März 2026: die Lebenssimulation „Pokémon Pokopia“ für Switch 2.
heise online gratuliert zum Geburtstag – mit 30 Fakten aus 30 Jahren.
30 Fakten zu 30 Jahren Pokémon:
– Pokémon ist das Kürzel für Pocket Monster, Taschenmonster. Die zwei Begriffe gibt es in ähnlicher Form als Lehnwörter im Japanischen. Sie sind der ursprüngliche Name für das Spiel: Im Februar 1996 erscheinen in Japan für den Game Boy die rote Edition „Pocket Monsters Aka“ und die grüne Edition „Pocket Monsters Midori“. Im Oktober folgt die blaue Edition „Pocket Monsters Ao“. Sie hat eine Reihe von Verbesserungen und ist die Grundlage für die amerikanischen und europäischen Versionen, die 1998 beziehungsweise 1999 folgen. Dort heißen sie jedoch Rot/Blau statt Rot/Grün, weil Rot/Blau einen größeren Kontrast hat und für westliche Augen vertrauter ist. Um die Verwirrung komplett zu machen: Als drittes Spiel der ersten Generation erscheint im Westen Gelb.
– Auch wenn fast alle Pokémon-Spiele nur für Nintendo-Plattformen erscheinen, ist der Schöpfer der Serie nicht Nintendo, sondern das bis heute unabhängige japanische Studio Game Freak. Es wird 1989 gegründet; zu seinen ersten Spielen gehören „Mario & Yoshi“ und „Mario & Wario“. Väter des Studios sind Satoshi Tajiri und Ken Sugimori. Der Name des Studios basiert auf einer Fan-Zeitschrift, die Satoshi Tajiri 1983 startet und zu der Ken Sugimori als Illustrator stößt.
30 Jahre Pokémon (29 Bilder)

The Pokémon Company
)– Satoshi Tajiri ist in seiner Kindheit begeisterter Sammler von Käfern; ein in Japan weit verbreitetes Hobby. Man streift durch Felder und Wälder, sammelt Käfer und Grillen, tauscht sie – und lässt sie sogar mitunter gegeneinander kämpfen. Als er auf den Game Boy mit seinem Linkkabel stößt, kommt ihm die Idee, dafür ein Käfer-Videospiel zu entwickeln.
– Bereits 1998 wird eine Dachgesellschaft als Joint Venture zwischen Nintendo, Game Freak und Creatures gegründet; letzteres Studio ist für eine Reihe von Pokémon-Spielen abseits der Hauptserie und vor allem für die Sammelkarten zuständig. Ursprünglich für die Verwaltung der Pokémon-Stores gedacht, verwaltet The Pokémon Company heute das ganze Imperium.
– Mehr als 100 Pokémon-Spiele sind erschienen. Neben der Hauptserie gibt es zahlreiche Nebenspiele. Mit rund 500 Millionen verkauften Spielen ist Pokémon auf Platz 2 der erfolgreichsten Serien – nach Mario.
– In der ersten Generation der Editionen gibt es 151 Pokémon – 150 reguläre und ein verstecktes, das man nicht finden und somit nicht regulär erspielen kann: Mew. Man erhält es auf speziellen Veranstaltungen per Linkkabel oder ermogelt es sich durch einen Glitch oder ein Cheatmodul. Um Mew ranken sich viele Legenden: ein Pokémon, das es geben soll, dem man aber im Spiel nicht begegnet. Wer weiß, vielleicht ist es die mystischste Spielfigur überhaupt.
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– Mittlerweile gibt es mehr als 1.000 Pokémon. Jedes hat eine feste Nummer. Nummer 1 ist Bisasam.
– Pokémon hat einen Akzent als Hilfe für die richtige Aussprache. Beim Wort „Pokemon“ würden Amerikaner das E verschlucken, wie bei „Smoke“.
– Die Bezeichnung Taschenmonster lässt vermuten, dass alle Pokémon klein sind. Sie haben jedoch sehr unterschiedliche Ausmaße. Die kleinsten sind nur 10 Zentimeter groß, während Endynalos stolze 20 Meter hoch ist. Nicht immer sind Größe und Gewicht miteinander im Einklang. Wailord etwa, der einem Wal ähnelt, ist 14,5 Meter groß, aber nur 400 Kilo schwer. Echte Wale dieser Größe wiegen das Hundertfache.
– Die meisten Pokémon haben je nach Sprachversion verschiedene Namen. Bisasam ist im japanischen Original Fushigidane, auf Englisch und Spanisch Bulbasaur und auf Französisch Bulbizarre. Zunächst heißen nur Pikachu und Mew überall gleich. Mit der vierten Generation auf dem Nintendo DS, wo dank WiFi Tauschen rund um den Globus möglich ist, beginnt man, zumindest die begehrten „Legendären“ Pokémon einheitlicher zu benennen.