Android 17 nimmt Fahrt auf: Google liefert Beta 2 mit Neuerungen aus
Google macht Druck bei der Entwicklung von Android 17: Nur zwei Wochen nach der ersten Beta folgt bereits die zweite.
Android 17 Beta 2 ist schon da.
(Bild: Google)
Google hat nur zwei Wochen nach Bereitstellung der ersten Android 17 Beta die zweite Beta von Android 17 veröffentlicht. Das Unternehmen scheint die Entwicklung seines mobilen Betriebssystems im Vergleich zu Android 16 beschleunigt zu haben. Denn im vergangenen Jahr erschienen Betas in etwa im vier-wöchentlichen Zyklus bis zum Release. Die neue Beta bringt laut Changelog auch einige nutzerseitige Änderungen mit sich. Allerdings macht Google darauf aufmerksam, dass die neue Version weiterhin nur für Entwickler vorgesehen ist.
Bubbles
Die zweite Beta hat sogenannte Bubbles an Bord: Dabei handelt es sich um einen Fenster-Modus, der durch eine neue, von der Messaging-Bubbles-API getrennte Floating-UI-Erfahrung realisiert wird. Nutzerinnen und Nutzer können eine App-Bubble auf ihrem Smartphone, Foldable oder Tablet erstellen, indem sie lange auf ein App-Symbol im Launcher drücken, erklärt das Unternehmen im Android-Entwicklerblog. Ferner gebe es auf großen Bildschirmen eine „Bubble-Leiste“ als Teil der Taskleiste. In dieser können Nutzer „Bubbles organisieren, zwischen ihnen wechseln und sie zu und von verankerten Punkten auf dem Bildschirm verschieben“. Entwickler sollten sich hierfür die Dokumentation anschauen.
(Bild:Â Google)
Weiterhin enthält die zweite Beta eine neue EyeDropper-API auf Systemebene. Diese ermöglicht es Apps, eine Farbe von jedem Pixel auf dem Display anzufordern, ohne dass dafür sensible Bildschirmaufnahmeberechtigungen erforderlich sind.
(Bild:Â Google)
Neu ist auch die Kontaktauswahl: Mit einem neuen Intent ACTION_PICK_CONTACTS stellt Android 17 eine Auswahl auf Systemebene bereit. Sie gewährt Google zufolge einen temporären, sitzungsbasierten Zugriff auf bestimmte Felder, wodurch der Bedarf an vollständigen READ_CONTACTS-Berechtigungen reduziert wird. Die Funktion ermöglicht außerdem die Auswahl aus den persönlichen oder beruflichen Profilen des Geräts.
(Bild:Â Google)
Überdies erhält Android mit der neuen Version Unterstützung für eine Touchpad-Mauszeigererfassung, die unter anderem auf den kommenden Desktopmodus und Aluminium OS vorbereiten dürfte. Laut Google verhalten sich erfasste Touchpads jetzt standardmäßig wie Mäuse und melden relative Bewegungen und Gesten anstelle von Rohfingerkoordinaten.
Videos by heise
Handoff
Des Weiteren enthält die Beta 2 eine Handoff-API. Mit dieser sollen Aufgaben auf verschiedenen Geräten – etwa vom Smartphone zum Tablet – fortgesetzt werden. Diese neue Funktion hatte Google bereits zuvor in der Dokumentation erwähnt. Im Unterschied zu Apples oder Microsofts Lösungen ist Googles Inkarnation nur auf das Android-Betriebssystem beschränkt. Für die bald erscheinenden Android-PCs mit Aluminium-OS – oder zwischen Smartphone und Tablet – dürfte das Feature durchaus praktisch sein. Immerhin: Die Handoffs funktionieren mit Web-Apps, auch wenn sie nicht auf dem zweiten Gerät installiert sind.
Android 17 bringt überdies eine erweiterte Entfernungsmessung: Hierfür integriert Google „UWB DL-TDOA“ (Downlink Time Difference of Arrival), das Ultrabreitband-Support voraussetzt. Damit unterstützt das System die im Dezember 2025 veröffentlichten FiRA 4.0-Spezifikationen, die unter anderem eine datenschutzfreundliche Indoor-Navigation ermöglichen. Zudem enthält die Beta 2 die Spezifikationen der WiFi-Alliance für eine verbesserte WLAN-basierte Entfernungsmessung. Des Weiteren sollen Apps in Android 17 die vom Mobilfunkanbieter zugewiesenen maximalen Downlink-/Uplinkraten für das Streaming abfragen.
Auch in Sachen Sicherheit legt Google mit Android 17 nach: Um Hijacking zu verhindern, soll Android 17 den programmatischen Zugriff auf OTP-Nachrichten (Einmalpasswörter) für Apps, die nicht als Standard-SMS-Anwendung gesetzt sind, um drei Stunden verzögern. Google rät Entwicklern auf die APIs SMS Retriever oder SMS User Consent umzustellen. Ferner führt das Update die Laufzeitberechtigung ACCESS_LOCAL_NETWORK ein, um Benutzer vor unbefugtem Zugriff auf lokale Netzwerke zu schützen. Laut Google soll diese verhindern, dass „bösartige Apps den uneingeschränkten Zugriff auf das lokale Netzwerk für die heimliche Verfolgung und Erfassung von Fingerabdrücken der Benutzer ausnutzen können“.
Abseits der Neuerungen liefert die zweite Beta allerlei Bugfixes, die Google auf Reddit zusammengefasst hat.
Plattformstabilität im März
Google plant, von der neuen Beta-Version rasch zur „Plattformstabilität“ überzugehen. Diese ist für März geplant. Mit diesem für die Android-Entwicklung traditionellen „Meilenstein“ stellt Google die finalen SDK/NDK-APIs bereit. Das bedeutet, dass Entwickler ab diesem Zeitpunkt ihre Apps auf SDK 37 abzielen lassen können und im Google Play Store veröffentlichen.
Entwickler und Wagemutige mit einem zusätzlichen kompatiblen Pixel-Gerät können die Beta 2 auf einem Pixel 6 und neuer installieren. Hierfür müssen sie ihr Gerät im Android-Betaprogramm registrieren, anschließend können sie die Beta als Over-the-Air-Update installieren.
(afl)