FlyTrap schaltet autonome Zielverfolgungsdrohnen mit einem Regenschirm aus
Autonome Drohnen mit kamerabasierten Zielverfolgungssystemen lassen sich mit einem Regenschirm mit speziellem Muster beeinflussen und sogar zum Absturz bringen.
Die Muster auf den Regenschirmen beeinflussen die kamerabasierten Zielverfolgungssysteme autonomer Drohnen.
(Bild: Shaoyuan Xie/UC Irvine)
Forscher der University of California Irvine (UC Irvine) haben eine vulnerable Stelle in autonomen Drohnen entdeckt, die ihre Ziele KI-basiert über Kameras anvisieren und verfolgen. Mittels eines Regenschirms mit einem speziellen Muster können die Trackingsysteme der Drohnen getäuscht, die Drohnen in Bodennähe herangezogen und so eingefangen oder zum Absturz gebracht werden.
Autonome Consumer-Drohnen, aber auch solche, die etwa zur Sicherheitsüberwachung, Grenzkontrolle oder zur Strafverfolgung professionell eingesetzt werden, nutzen oft KI-basierte Zielverfolgungssysteme über Kameras. Darüber können die Drohnen etwa Menschen oder anderen zuvor markierten Objekten wie Fahrzeugen folgen. Die allein auf optische Erkennung ausgelegte Zielverfolgung birgt jedoch erhebliche Sicherheitsprobleme, wie die Forscher in der Studie „FlyTrap: Physical Distance-Pulling Attack Towards Camera-based Autonomous Target Tracking Systems“ aufzeigen, die im Preprint auf Arxiv erschienen ist. Die Forschungsergebnisse wurden außerdem in einem Vortrag auf dem Network and Distributed System Security Symposium (NDSS 2026) in San Diego vorgestellt.
Drohnen heranziehen und ausschalten
Die Wissenschaftler der UC Irvine stellten fest, dass solche Drohnen auf distance-pulling attacks (etwa Distanzziehangriffe) reagierten. Die Forscher nutzten dazu Regenschirme mit darauf aufgebrachten, speziell entworfenen visuellen Mustern, um die KI-basierten Netzwerk-Trackingsysteme zu überlisten. Das System nennen sie FlyTrap. Das Tracking-System der Drohne glaubt dann, die Person, die den Regenschirm mit dem Muster hält, entferne sich, obwohl sie an einer Stelle verweilt. Die Drohne nähert sich in ihrem Irrglauben weiterhin der Person und kann etwa mit einem Netz eingefangen oder zum Absturz gebracht werden.
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Die Forscher zeigen auf, dass FlyTrap etwa dazu genutzt werden kann, um Polizeidrohnen oder Drohnen auf Sicherheitsflügen anzuziehen und dann auszuschalten. Getestet haben die Wissenschaftler FlyTrap mit drei handelsüblichen Drohnen, die mit Verfolgungssystemen ausgestattet sind – der DJI Mini 4 Pro und DJI Neo sowie der Hover Air X1. Alle drei Drohnen ließen sich durch ein spezielles FlyTrap-Muster auf dem Regenschirm beeinflussen und heranziehen. Dabei zeigten die Wissenschaftler, dass es möglich ist, eine Drohne auch bei unterschiedlichen Witterungs- und Lichtbedingungen zu beeinflussen, ohne dass dafür spezielles elektronisches Equipment nötig ist.
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Die Forscher kommen nach ihren Feldversuchen zu dem Schluss, dass es sehr einfach sei, die Kontrolle über autonome Drohnen mit kamerabasierten Zielverfolgungssystemen zu erlangen. Sie sprechen die Empfehlung aus, autonome Drohnen mit kamerabasierten Zielverfolgungssystemen, die für Sicherheits- und Polizeiaufgaben verwendet werden, im öffentlichen Raum nicht einzusetzen.
(olb)