Keine Verhandlungen: PayPal will gegen Übernahmeversuche vorgehen

Der Bezahldienst PayPal hat mit Übernahmeinteresse gerechnet und möchte sich wehren, berichtet eine US-Nachrichtenseite. Stripe dürfte wohl leer ausgehen.

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Rotes Foto eines Schreibtischs, in der Mitte ein Smartphone mit dem payPal-Logo

(Bild: JarTee / Shutterstock.com)

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PayPal hat nicht vor, einer Übernahme zuzustimmen und hat, ganz im Gegenteil, schon seit Monaten daran gearbeitet, diesbezügliche Versuche abzuwehren. Das berichtet das US-Internetmagazin Semafor unter Berufung auf eingeweihte Personen, die aber nicht namentlich genannt werden. Explizit heiße das, dass PayPal weder mit Stripe noch mit einem anderen Unternehmen Gespräche über eine Übernahme führe. Die Verhandlungen mit Banken über eine Abwehr solcher Versuche wurden demnach schon unter dem inzwischen entlassenen PayPal-CEO Alex Chriss begonnen. Unklar ist jetzt nur, wie sein designierter Nachfolger in der Angelegenheit vorgehen wird. Enrique Lores nimmt seine Arbeit Anfang kommender Woche auf.

Dass mehrere Unternehmen Interesse an einer Übernahme von PayPal oder Teilen des Zahlungsanbieters haben, hat Bloomberg Anfang der Woche öffentlich gemacht. Die Finanznachrichtenagentur hat damals erklärt, dass PayPal selbst Gespräche mit Banken aufgenommen hat. Während da unklar war, mit welchem Ziel genau, erklärt Semafor nun, dass es um die Abwehr gegangen sei. Der neue Bericht legt nahe, dass PayPal die Übernahmeversuche nach der monatelangen Talfahrt des Aktienkurses vorhergesehen hat. Lag der vor einem Jahr noch über 78 US-Dollar, war er vor einer Woche unter 41 US-Dollar gefallen. Nach dem Hin und Her um eine mögliche Übernahme stand er zuletzt bei rund 46 US-Dollar.

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Angesichts der negativen Geschäftsentwicklung bei PayPal war Anfang Februar schon der CEO mit sofortiger Wirkung abgesetzt worden. Kommende Woche übernimmt der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende Lores das Ruder, zuvor war er sechs Jahre lang CEO bei HP. Auch das hat die Börsen aber nicht beruhigt, ganz im Gegenteil. Allein nach diesem abrupten Führungswechsel war der Aktienkurs um fast 20 Prozent abgestürzt. Unzufrieden waren die Anleger und Anlegerinnen auch mit dem diffusen Ausblick von PayPal. Zukünftiges Wachstum hat sich der Zahlungsanbieter insbesondere durch KI-Agenten, die das Geld ihrer Verbraucher ausgeben sollen, sowie von Werbeeinnahmen und sogenannten Stablecoins erhofft.

(mho)