Samsung bringt neues Werbeformat auf 70 Millionen Smart-TVs in Europa

Mit einem neuen Anzeigenformat auf seinen Smart-TVs will Samsung den Startbildschirm weiter monetarisieren.

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Hand hält Samsung-Fernbedienung vor Smart-TV-Homescreen.

Samsung platziert neue Werbekacheln auf den Startbildschirmen seiner Smart-TVs.

(Bild: ANNVIPS / Shutterstock.com)

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Personalisierte Werbung hat sich in den vergangenen Jahren auch auf den Bildschirmen im heimischen Wohnzimmer etabliert. Moderne Smart-TVs bieten nicht nur Zugriff auf Online-Inhalte wie Streaming-Apps, sie sammeln auch fleiĂźig Nutzerdaten, um diese fĂĽr ein maĂźgeschneidertes Werbeangebot auf dem Fernseher auszulesen.

Nutzer von Samsung-Smart-TVs müssen sich künftig auf ein neues Werbeformat auf dem Homescreen einstellen. Das sogenannte „Immersive Carousel“ wird ab sofort auf mehr als 70 Millionen Samsung-Geräten in Europa ausgespielt. Bis zu fünf einzelne Kacheln rotieren automatisch im Fünf-Sekunden-Takt, lassen sich aber auch manuell per Fernbedienung anwählen. Jede Kachel kann ein eigenes Motiv und eine separate Handlungsaufforderung enthalten, sodass Werbetreibende mehrere Produkte, Inhalte oder Botschaften parallel bewerben können.

Samsung Ads begründet den Schritt mit der wachsenden Bedeutung des TV-Startbildschirms für die Inhaltsauswahl. So sollen Nutzende in den fünf größten EU-Märkten den Homescreen beim Einschalten und auf der Suche nach Programmen im Schnitt fünfmal täglich aufrufen.

Erste Testkampagnen scheinen Samsungs neuem Werbemodell recht zu geben. Der britische Streamingdienst ITVX testete das Format, um verschiedene Titel zu bewerben. Auf Basis von ACR-Daten ermittelte Samsung Ads, dass Haushalte mit Kontakt zur Kampagne in der betreffenden Woche rund 90 Minuten mehr Zeit in der ITVX-App verbrachten als Vergleichsgruppen ohne Werbekontakt. Wer alle fünf Kacheln gesehen hatte, nutzte die App demnach 40 Prozent länger.

ACR steht für „Automatic Content Recognition“, eine Technik zur automatischen Inhaltserkennung auf dem TV-Gerät. Damit erstellen Smart-TVs Hashes von den konsumierten Inhalten auf dem Gerät, senden sie verschlüsselt in die Hersteller-Cloud und gleichen sie mit einer Datenbank ab, um herauszufinden, was im jeweiligen Wohnzimmer gerade läuft. Daraus werden anschließend personalisierte Werbevorschläge für die Nutzeroberfläche abgeleitet und entsprechende Anzeigeplätze an Werbetreibende verkauft.

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Auch außerhalb des Entertainment-Bereichs sieht Samsung Potenzial. Bei einer Kampagne für eine Luxus-Herrenmodemarke lag die Werbeerinnerung bei einkommensstarken Zielgruppen um 41 Prozent höher als bei nicht erreichten Personen. Unter regelmäßigen Käufern von Luxusartikeln stieg die Markenbekanntheit laut Samsung um 36 Prozent.

(joe)