Netzsperre und Cyberangriffe im Iran
Der Iran kämpft erneut mit Cyberangriffen. Zentrale Nachrichtenportale sind betroffen.
(Bild: GagoDesign/Shutterstock.com)
- Nico Ernst
- mit Material der dpa
Bei den konventionellen Angriffen auf den Iran durch Israel und die USA ab Samstagmorgen ist die Islamische Republik auch zum Ziel von Cyberattacken geworden. Dies berichtet die iranische Nachrichtenagentur Fars, welche den Revolutionsgarden nahe steht laut der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Betroffen sind demnach mehrere inländische Nachrichtenagenturen und zentrale Plattformen, die mit erheblichen Störungen zu kämpfen hätten. Dazu zählten auch die Websites der Nachrichtenagenturen Irna und Isna. Die Behörden verhängten eine Internetsperre. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete schon am Vormittag auf X, es sei ein „fast vollständiger Internetausfall“.
Ziel: Opposition und Social Media ausblenden
Viele Menschen im Iran umgehen staatliche Medien und informieren sich – solange sie Zugang zum Internet haben – über Websites der Auslandsopposition oder in sozialen Medien wie Instagram oder Telegram. Daher spielen schwerer zu kontrollierende Dienste wie Starlink eine große Rolle, dem Regime soll es jedoch auch gelungen sein, diese großflächig zu stören.
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Bereits während einer Protestwelle im Januar, welche mit mindestens 30.000 Toten blutig niedergeschlagen wurde, hatte der Iran den Netzzugang wochenlang gesperrt. Später wurden diese Beschränkungen wieder gelockert. Es gibt jedoch auch Anzeichen dafür, dass sich das Land dauerhaft vom Internet abkoppeln will.
(nie)