Dienstag: Paramount mit großen Plänen, Copyright-Streit um KI-generierte Kunst
Konkurrenz für Platzhirsch Netflix + US Supreme Court weist ab + App spürt Smart Glasses auf + Stromsubvention nötig für saubere Industrie + Verwaltung am Limit
(Bild: REDPIXEL.PL / Shutterstock.com / heise online)
Der US-amerikanische Entertainment-Konzern Paramount Skydance verfolgt mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery große Pläne. In einer Investorenkonferenz erklärte Paramount-Chef David Ellison nun, Paramount+ und HBO Max könnten zu einer gemeinsamen Streaming-Plattform fusionieren. Der Oberste Gerichtshof der USA weist die Berufung eines US-Computerwissenschaftlers ab. Dieser will das Urheberrecht für ein visuelles Kunstwerk, das ein von ihm geschaffenes KI-System generiert hat. Und der Soziologe Yves Jeanrenaud hat eine App entwickelt, die in der Nähe befindliche Smart Glasses aufspürt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Der US-Streamingriese Netflix wollte den Medienkonzern Warner Bros. Discovery übernehmen. In der vergangenen Woche aber stieg Netflix überraschend aus dem Bieterstreit aus. Dadurch wurde der Weg frei für Paramount Skydance. Vorherige Übernahmeangebote von Paramount hatte Warner noch jeweils ausgeschlagen. Noch müssen die Kartellhüter zustimmen, dann aber könnte ausgerechnet Netflix ein mächtiger Herausforderer erwachsen. Denn nach der Übernahme von Warner Bros. Discovery plant Paramount wohl eine große, gemeinsame Streaming-Plattform mit mehr als 200 Millionen Abonnenten. Konkurrenz für Netflix: Paramount+ und HBO Max könnten fusionieren
Vor ein paar Jahren scheiterte der Informatiker Stephen Thaler mit einem Berufungsantrag vor dem US Supreme Court. Damals ging es um die Weigerung des US-Patent- und Markenamts, Patente für Erfindungen von Thalers Dabus-System zu erteilen. Dabus steht für Device for the Autonomous Bootstrapping of Unified Sentience und ist ein von Thaler geschaffenes KI-System. Das hat vollkommen autonom ein visuelles Kunstwerk generiert. Thaler als Eigentümer der Maschine sieht sich als deren Auftraggeber an und wollte das Copyright an dem computergenerierten Bild für sich selbst registrieren, scheiterte damit aber bisher in allen Rechtsinstanzen und landete erneut beim Obersten Gerichtshof. Urheberrechtsstreit um KI-generierte Kunst: US Supreme Court winkt ab
Aufgrund ihrer geringen Verbreitung spielen Smart Glasses bislang in der öffentlichen Debatte kaum eine Rolle. Das könnte sich in den nächsten Jahren jedoch ändern. Marktführer Meta und EssilorLuxottica haben im vergangenen Jahr sieben Millionen Geräte verkauft, und die milliardenschweren US-Konzerne Google und Apple drängen ebenfalls auf den Markt. Smart Glasses können also rasch an Verbreitung gewinnen. Weil er die intelligenten Brillen bereits heute schon als „unzumutbaren Eingriff“ in die Privatsphäre betrachtet, hat der Soziologe und Gelegenheitsentwickler Yves Jeanrenaud eine Abwehr-App programmiert. Gegen Überwachung: Android-App spürt nahe Smart Glasses auf
Nicht zuletzt unter dem Eindruck der globalen KI-Entwicklungen gelten Rechenzentren als maßgeblich für den Wirtschaftsstandort Europa und damit auch Deutschland. Trotzdem wurde die Branche beim deutschen Industriestrompreis bislang außen vor gelassen. Nun aber könnte sich eine neue Chance ergeben. Ein Gutachten im Auftrag des Bitkom kommt nämlich zu dem Schluss, dass Strom für Rechenzentren subventioniert werden müsse, wenn die EU ihre Ziele für eine sauberere Industrie erreichen will. Bitkom: Ohne Stromsubvention für Rechenzentren keine saubere Industrie
Und ohne Digitalisierung keine effiziente, kostensparende und moderne Verwaltung – soweit das Versprechen seit Jahren. Doch die Realität sieht oft anders aus. Vielmehr steuere die deutsche Verwaltung sehenden Auges auf einen kritischen Systemfehler zu. Davor warnen Fachleute des auf den öffentlichen Dienst ausgerichteten Netzwerks NExT und des DigitalService des Bundes in einem am Montag veröffentlichten Politikpapier. Darin rechnen die Experten mit gängigen Reformansätzen ab und veranschaulichen, warum Effizienz weit mehr erfordert, als nur den Rotstift anzusetzen. Verwaltung am Limit: Warum billige IT-Sparpläne den Staat teuer zu stehen kommen
Auch noch wichtig:
- Apple ergänzt die populäre iPhone-17-Reihe um ein Einstiegsmodell. Das 17e beseitigt eine merkwürdige Ausstattungslücke des Vorgängers. iPhone 17e: Apple überarbeitet sein Einstiegs-Smartphone
- Auf M3 folgt M4: Apple hat sein populäres Mittelklasse-Tablet auf aktuellen Stand gebracht. Beim Speicherplatz bleibt der Hersteller knausrig. iPad Air M4: Neuer Chip, mehr RAM, besserer Funk
- Google setzt nicht nur auf Atomkraft: Für ein Rechenzentrum gibt der Konzern Sonnen- und Windkraftanlagen sowie einen der größten Stromspeicher in Auftrag. Google lässt saubere Stromerzeugungsanlagen und Riesenstromspeicher bauen
- Ein Spezialfahrzeug des US-Unternehmens Cimline repariert Schlaglöcher in etwa zwei Minuten. Der Personalaufwand dafür ist gering. Cimline P5: Spezialfahrzeug repariert Schlaglöcher in etwa zwei Minuten
- Bosch wird zum 31. März die Kameras in verkauften Kühlschränken abschalten. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer geringen Nachfrage. Bosch schaltet Kameras in smarten Kühlschränken ab
- In Südkorea hat die Steuerbehörde nach der Konfiszierung einer Hardware-Wallet für Kryptogeld zu viele Informationen preisgegeben. Das Digitalgeld wurde gleich zweimal geklaut. Südkorea: Behörde leakt Mnemonic Phrase für Krypto-Wallet – und wird bestohlen
- Nach den Angriffen auf den Iran schießt die Islamische Republik Raketen auf die Golfstaaten. Bei AWS gibt es jetzt eine Störung, die damit zusammenhängen dürfte. AWS-Störung im Nahen Osten: Rechenzentrum „von Objekten getroffen“
- Ein E-Transporter in der L7e-Klasse aus China soll künftig Fiat Tris und Piaggio Porter Konkurrenz machen. Den Werten nach schafft der Hudson eBuddy das. Elektro-Kleintransporter Hudson eBuddy: Neuzugang für die Last-Mile-Logistik
- Die ARD will künftig in zwei Radiosendungen KI-generierte Stimmen für Verkehrs- und Wettermeldungen nutzen. Mitarbeitende sollen dadurch nicht ersetzt werden. ARD: KI findet Einzug in öffentlich-rechtliche Radiosendungen
- 6G-Funk soll nicht nur Daten übertragen, sondern die Umgebung aktiv ausleuchten. ETSI warnt vor Gefahren für Sicherheit und Privatsphäre durch dieses „Sensing“. 6G als riesiges Radarsystem: ETSI sieht Gefahren für Privatsphäre und Sicherheit
- In Deutschland nutzen immer mehr Menschen soziale Medien, besonders Ältere holen auf. Im Vergleich mit anderen Ländern überraschen die Ergebnisse aber: Deutsche nutzen Social Media vergleichsweise wenig
- Mit Starlink Mobile will die Telekom künftig die Lücken in der Mobilfunkabdeckung in zehn europäischen Ländern schließen – auch in Deutschland. Mobilfunk: Telekom schließt weiße Flecken mit Starlink
(akn)