Zwei AWS-Rechenzentren direkt von Drohnen getroffen: Reparatur wird dauern

AWS hat bestätigt, dass gleich zwei Rechenzentren in den Golfstaaten VAE und Bahrain „direkt" von Drohnen getroffen wurden. Die Lage bleibe unvorhersehbar.

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AWS-Statusseite in roter Farbe

(Bild: Nwz/Shutterstock.com)

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Amazon hat inzwischen bestätigt, dass die Störungen bei der Cloud-Tochter AWS auf Drohneneinschläge zurückgehen. Gleich zwei verschiedene Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten seien direkt von Drohnen getroffen worden, teilte der Konzern mit. Eine weitere Anlage in Bahrain sei durch einen Drohneneinschlag in der Nähe beeinträchtigt worden. Die Treffer hätten „strukturelle Schäden“ zur Folge, zudem sei die Stromversorgung beeinträchtigt. Die Bekämpfung von Bränden habe teilweise Wasserschäden nach sich gezogen. Zwar arbeite man daran, die volle Verfügbarkeit der Technik schnellstmöglich wiederherzustellen, „angesichts der physischen Schäden gehen wir aber davon aus, dass die Wiederherstellung längere Zeit in Anspruch nehmen wird“.

Insgesamt listet AWS 25 Dienste auf, die wegen der Schäden unterbrochen wurden, 34 weitere sind demnach beeinträchtigt. Betroffen ist die AWS-Region ME-CENTRAL-1 (UAE), in der zwei sogenannte Availability Zones (mec1-az2 und mec1-az3) schwer beeinträchtigt sind und nur eine normal funktioniert. In der Region ME-SOUTH-1 (Bahrain) gibt es demnach weniger Beeinträchtigungen. In der bislang ausführlichsten Stellungnahme heißt es zudem: „Der anhaltende Konflikt in der Region bedeutet, dass das allgemeine operative Umfeld im Nahen Osten weiterhin unvorhersehbar bleibt“. Wer dort Ressourcen gebucht hat, soll die Daten sichern und darüber nachdenken, in eine andere AWS-Region zu wechseln. Außerdem sollten Notfallpläne geprüft werden.

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Beschädigt wurden die Rechenzentren bereits am Wochenende, anfangs hieß es von AWS aber lediglich, dass dafür „Objekte“ verantwortlich waren. Es lag aber schon nahe, dass es einen Zusammenhang mit dem eskalierenden Konflikt um den Iran gegeben hat. Israel und die USA haben am Samstag begonnen, die Islamische Republik anzugreifen und dabei auch das bisherige Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Teheran hat darauf mit Luftangriffen auf verschiedene Staaten in der Region reagiert. Aus den Golfstaaten gibt es seitdem zahlreiche Berichte über Raketen- und Drohnenschläge, zehntausende Menschen, die dort Urlaub gemacht haben oder lediglich auf einer Reise umsteigen wollten, sitzen nun fest.

(mho)