Dezentralität als Hürde: Mastodon bietet jetzt Share-Button für Websites an

Share-Buttons für Mastodon gibt es zwar schon, aber keinen offiziellen. Das ändert sich nun und bei dem Kurznachrichtendienst hofft man auf mehr Sichtbarkeit.

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Ein Stapel von Mastodon-Logos

(Bild: Marcelo Mollaretti/Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Mastodon bietet jetzt auch einen Share-Button an, der sich leicht auf einer Website einbauen lassen soll, damit Inhalte von dort einfach über den Kurznachrichtendienst verbreitet werden können. Das hat der Gründer Eugen Rochko mitgeteilt, er arbeitet inzwischen als Strategie- und Produktberater für Mastodon. Weil Mastodon dezentral ist und Konten auf vielen verschiedenen Servern angelegt werden können, ist die Entwicklung eines Share-Buttons nicht so simpel wie bei der Konkurrenz. Gleichzeitig gab es schon Hilfsmittel, weil Mastodon keinen eigenen angeboten hat. Ähnlich wie bei bereits verfügbaren Share-Buttons für Mastodon, muss man bei dem der Entwickler nun einmalig die eigene Instanz auswählen, danach klappt das Teilen intuitiv. Wer mehrere Konten hat, kann diese ebenfalls alle hinterlegen.

Man kann auch mehrere Instanzen hinterlegen und dann jeweils entscheiden, mit welchem Konto geteilt werden soll.

Wer auf einer Website einen Share-Button für Mastodon anbieten will, findet unter share.joinmastodon.org eine kurze Erklärung in englischer Sprache. Über diese Seite wird das Teilen auch abgewickelt. Das lässt sich aber ändern, Mastodon hat den gesamten Quellcode auf GitHub online gestellt. Rochko versichert, dass das Werkzeug im Browser läuft, es gibt keine Tracking-Daten und auf dem Server würden keine Informationen gespeichert. Das passt zum datenschutzsensiblen Vorgehen von Mastodon und widerspricht vielen Share-Buttons der Konkurrenz. Die hat solche Buttons genutzt, um Internetnutzer und -nutzerinnen auf externen Seiten zu beobachten. Vor allem das Vorgehen von Facebook hat Kritik auf sich gezogen, den externen Like-Button hat der US-Konzern kürzlich eingemottet.

Die Vorgehensweise des neuen Share-Buttons lässt sich direkt über dem Blogeintrag von Rochko ausprobieren: Bei einem ersten Klick darauf landet man auf einer Seite, auf der sich die eigene Mastodon-Instanz eingeben lässt. Dabei hilft eine Autovervollständigung der URL. Danach gibt es eine Vorschau des geteilten Beitrags. Beim nächsten Teilen aus demselben Browser entfällt die Eingabe der Instanz. Ähnlich funktioniert das auch bei bisherigen Buttons, beispielsweise auf heise online. Rochko spricht nun nicht davon, dass die ersetzt werden sollen. Dass Mastodon einen eigenen entwickelt hat, begründet er vor allem damit, dass keine der Alternativen „allgegenwärtig geworden oder für Webseiten-Betreiber leicht zu entdecken ist“. Ob der neue Button das ändert, muss sich noch zeigen.

Videos by heise

Das in Deutschland entwickelte Mastodon ist einer von aktuell mehreren Kurznachrichtendiensten, die mit X konkurrieren und davon profitieren wollen, dass sich immer mehr von dort verabschieden. Mit weniger als 800.000 aktiven Konten ist Mastodon aber deutlich kleiner als Threads von Meta, Bluesky ist mit über 3 Millionen etwas größer. Dafür ist Mastodon Teil des sogenannten Fediverse: Dank eines gemeinsamen Protokolls als Grundlage kann man sich mit Accounts auf ganz unterschiedlichen Diensten direkt austauschen. Das heißt, man kann etwa direkt aus Mastodon an Debatten auf Reddit-Alternativen teilnehmen. Außerdem ist die Technik von Mastodon viel offener als die klassischer sozialer Netze, verschiedene Anwendungen nutzen das und ergänzen interessante Funktionen.

(mho)