GitHub-Store 1.6.0: Plattformübergreifender App-Store für Open-Source

Der Open-Source-App-Store GitHub-Store ist in Version 1.6.0 erschienen. Sie bringt besseren Linux-Support und viele Komfortfunktionen.

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Github-Logo an Gebäudewand

(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der plattformübergreifende App-Store GitHub-Store ist in Version 1.6.0 erschienen. Die neue Version erweitert die Unterstützung für Linux-Systeme und bringt zahlreiche Funktionsverbesserungen für die Verwaltung von Open-Source-Anwendungen. Das Projekt ist trotz des Namens kein offizielles Microsoft-Produkt.

GitHub-Store ist ein freier App-Store, der sich auf Open-Source-Anwendungen konzentriert. Anders als etablierte Stores wie der Google Play Store oder F-Droid nutzt die Anwendung die GitHub Search API und die Releases API, um automatisch Projekte zu finden, die installierbare Binaries bereitstellen. Entwickler müssen ihre Apps nicht manuell einreichen – der Store zeigt automatisch alle GitHub-Repositories an, die in ihren Releases passende Installationsdateien wie APK, EXE oder DMG anbieten.

Das Projekt basiert auf Kotlin Multiplatform und Compose Multiplatform, was eine einheitliche Codebasis für verschiedene Betriebssysteme ermöglicht. Die Anwendung läuft auf Android, Windows, macOS und Linux, wobei sie automatisch die passenden Assets für die jeweilige Plattform erkennt und zum Download anbietet. Installierte Apps lassen sich über den Store auf Updates überwachen.

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Nutzer können ab sofort direkt im Store ihre mit GitHub-Sternen markierten Repositories anzeigen lassen, was die Verwaltung favorisierter Projekte vereinfacht. Für Linux-Anwender stehen sowohl AppImage-Dateien als auch Debian-Packages für Debian 12 zur Verfügung.

Entwicklerprofile ermöglichen es, mehr über die Urheber von Projekten zu erfahren. Deep Linking erlaubt das direkte Öffnen bestimmter Apps oder Bereiche im Store über URLs. Die Verwaltung von Releases und installierten Anwendungen wurde ebenfalls überarbeitet.

Für Nutzer in Regionen mit Netzwerkbeschränkungen bietet Version 1.6.0 eine dynamische Proxy-Unterstützung. Ein verbessertes Caching-System beschleunigt das Laden von Inhalten erheblich. Auch manuelle Installationen von APK-Dateien sind nun möglich, begleitet von nativen Splash-Screens beim App-Start.

Die Benutzeroberfläche haben die Entwickler ebenfalls aktualisiert: Neue „Liquid Glass Chips“ genannte UI-Elemente, überarbeitete Icons und integrierte Übersetzungen sollen die Bedienung verbessern. Die Community trug Übersetzungen in Polnisch, Türkisch, Bengalisch und Hindi bei.

Unter der Haube wurde die Codebasis modularisiert, was zukünftige Erweiterungen und Wartungsarbeiten vereinfachen soll. Die Suchfunktion wurde komplett überarbeitet, diverse Fehler behoben – darunter Probleme bei der Erkennung der APK-Architektur. Auch die Dokumentation und die Security Policy wurden aktualisiert. Detaillierte Informationen zu allen Änderungen finden sich in den offiziellen Release Notes.

Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund einer Kontroverse um Googles geplante Änderungen an Android. In den Release Notes warnt das Projekt: „Freies und Open-Source-Android ist bedroht“. Google plant ab Herbst 2026, auf zertifizierten Android-Geräten eine Registrierungspflicht auch für App-Entwickler einzuführen, die ihre Software außerhalb des Play Store verbreiten wollen.

Gegen diese Pläne richtet sich ein aktueller offener Brief, den Organisationen wie der Chaos Computer Club, die Free Software Foundation, Tuta, Vivaldi und Codeberg unterzeichnet haben. Die Kritik richtet sich gegen die Torwächterrolle Googles, anfallende Gebühren, Ausweispflichten und mögliche Datenschutzrisiken. Auch wenn kein vollständiges Sideloading-Verbot geplant ist, befürchten Kritiker eine Wettbewerbsverzerrung und erhebliche Hürden für unabhängige Entwickler.

GitHub-Store positioniert sich auch vor diesem Hintergrund explizit als Alternative für Nutzer, die ihre Freiheit bei der Software-Installation bewahren möchten. Das Projekt verweist ferner auf die Initiative keepandroidopen.org, die sich für ein offenes Android-Ökosystem einsetzt.

(fo)