Smart Glasses: Meta hält über achtzig Prozent Marktanteil
Der Markt für Smart Glasses wächst in hohem Tempo und wird weitgehend von Metas Produkten beherrscht. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.
Ray-Ban Meta-Brillen der ersten Generation.
(Bild: Meta)
Der Smart-Glasses-Markt wuchs im zweiten Halbjahr 2025 um 139 Prozent gegenüber dem Vorjahr, schreibt Counterpoint Research in einer aktuellen Marktstudie. Die Analysten beziehen sich dabei auf an den Handel ausgelieferte Stückzahlen, nicht auf Verkäufe an Endkunden. Das Wachstum sei auf saisonale Nachfrage, Metas wachsendes Produktportfolio und eine Reihe neuer Smart Glasses aus China zurückzuführen.
Laut Counterpoint waren 88 Prozent der ausgelieferten Smart Glasses KI-Brillen. Darunter verstehen die Analysten Geräte mit Lautsprecher, Mikrofon und Kamera, die fortschrittliche KI-Funktionen bieten. Die restlichen 12 Prozent entfallen auf andere Kategorien wie Audiobrillen. Smart Glasses mit Display und sogenannte Display-Brillen berücksichtigt Counterpoint nicht.
Der Studie zufolge baute Meta seine Marktführerschaft im zweiten Halbjahr weiter aus: Der Anteil stieg von 73 Prozent im ersten Halbjahr auf 82 Prozent im zweiten Halbjahr.
Das Unternehmen hat in der zweiten Jahreshälfte mehrere neue Smart Glasses auf den Markt gebracht: Die KI-Sportbrillen Oakley Meta HSTN und Oakley Meta Vanguard, die zweite Generation der Ray-Ban Meta-Brillen und die Meta Ray-Ban Display, die derzeit nur in den USA erhältlich ist.
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Meta bekommt bald ernste Konkurrenz
Die erste Generation der Ray-Ban Meta ist weiterhin im Handel erhältlich und war laut Counterpoint in der zweiten Jahreshälfte 2025 das meist ausgelieferte Smart-Glasses-Produkt überhaupt, gefolgt von der etwas teureren zweiten Generation, die im September auf den Markt kam. Auch die KI-Sportbrillen entwickelten sich anteilsmäßig gut, obwohl sie eine kleinere Zielgruppe ansprechen: Im vierten Quartal 2025 machten sie über 30 Prozent von Metas Auslieferungen aus.
(Bild: Counterpoint Research)
Insgesamt haben Meta und Brillenpartner EssilorLuxottica im vergangenen Jahr mehr als sieben Millionen Smart Glasses verkauft. Das hatte EssilorLuxottica in den letzten Quartalszahlen bekannt gegeben.
Konkurrenz gibt es für Meta derzeit kaum. Der Bericht nennt Chinas Smart-Glasses-Marktführer Xiaomi als zweitgrößten Anbieter. Das Unternehmen vertreibt im Westen Audiobrillen und führte im Juni mit den Xiaomi AI Glasses ein eigenes KI-Modell in China ein. Der chinesische Markt kommt laut Counterpoint allerdings nur noch auf sechs Prozent, während Europa auf 30 Prozent zulegte. Größter Einzelmarkt bleiben die USA mit einem Anteil von 37 Prozent.
(Bild: Meta)
Die Analysten erwarten für 2026 und die Folgejahre ein starkes Wachstum. Als Gründe nennt Counterpoint Metas aggressive Ausbaupläne sowie eine wachsende Zahl neuer Produkte von OEMs und großen Techkonzernen. Für dieses Jahr sind erste Smart Glasses auf Basis von Android XR bestätigt und 2027 könnte Apple in den Markt einsteigen.
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Dennoch ist bei Wachstumsprognosen Vorsicht angebracht. Die von Counterpoint geschätzten Zuwachsraten des vergangenen Jahres – 110 Prozent im ersten Halbjahr und 139 Prozent im zweiten Halbjahr – erklären sich nicht zuletzt aus dem niedrigen Ausgangsniveau des Marktes. Ob Smart Glasses tatsächlich den Sprung in den Massenmarkt schaffen, bleibt abzuwarten.
(tobe)