Mittwoch: Milliarden-Investitionen in Ookla-Übernahme sowie Pinterest-Aktien
Accenture kauft Ookla + Hedgefonds größter Pinterest-Anleger + Chrome-Versionen bald öfter + Drohnenangriffe auf AWS-Cloud + Hyperschallfluggerät aus 3D-Druck
(Bild: Dario Lo Presti/Shutterstock.com)
Accenture übernimmt mit Ookla einen Spezialisten für Netzwerkanalyse und -intelligenz, der vorrangig für seine Dienste Speedtest und Downdetector bekannt ist. Mit dem Kauf der Connectivity-Sparte des Medienhauses Ziff Davis setzt der IT-Dienstleister seine strategische Expansion fort und erweitert das eigene Portfolio. Noch keine Übernahme, aber eine stärkere Beteiligung ist, dass der Hedgefonds Elliott seinen Anteil an Pinterest vergrößert. Damit wird Elliott zum größten Aktionär der Online-Pinnwand. Pinterest will das Kapital für den milliardenschweren Rückkauf von Aktien verwenden, was diese sofort beflügelt. Derweil hat Google angekündigt, den eigenen Webbrowser ab September zweiwöchentlich durch neue Versionen zu aktualisieren. Chrome soll dadurch schneller Leistungsverbesserungen und neue Funktionen bekommen. Auch Fehler sollen damit zügiger behoben werden. Bislang gibt es alle vier Wochen neue Chrome-Versionen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Der IT-Dienstleister Accenture übernimmt Ookla, einen Spezialisten für Netzwerkanalyse und -intelligenz, und zahlt dafür dem US-amerikanischen Medienunternehmen Ziff Davis 1,2 Milliarden US-Dollar in bar. Ookla, mit Hauptsitz in Seattle, betreibt Marken wie Speedtest, Downdetector, Ekahau und RootMetrics und bietet Dienstleistungen wie Netzwerkoptimierung und Störungserkennung für Festnetz-, Mobilfunk- und WLAN-Netze an. Der weltweite 5G-Ausbau und die gestiegene Bandbreitennachfrage sorgten zuletzt für gute Geschäftszahlen. Ookla gehört zur Connectivity-Sparte von Ziff Davis, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 231 Millionen US-Dollar erwirtschaftete. Das entspricht etwa 16 Prozent des Gesamtumsatzes von Ziff Davis: Accenture übernimmt Netzwerkanalyse-Spezialisten Ookla in Milliarden-Deal.
Nicht ganz so viel lässt sich der aktivistische Investor Elliott den Kauf von Pinterest-Aktien kosten, nämlich nur eine Milliarde Dollar. Doch damit wird der Hedgefonds zum größten Aktionär der Social-Media-Plattform. Mit dem frischen Kapital soll nach Angaben von Pinterest ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar finanziert werden. Das entspricht fast einem Drittel der Marktkapitalisierung des Unternehmens. Der schwächelnde Aktienkurs von Pinterest verzeichnete nach Bekanntwerden der Pläne starke Kursgewinne. Elliott hielt bereits eine 4,8-prozentige Beteiligung an Pinterest im Wert von gut 725 Millionen US-Dollar. Doch jetzt zahlt Investor Elliott eine Milliarde US-Dollar für Pinterest.
Kostenlos ist dagegen Chrome, aber trotzdem wird Google neue Versionen seines Webbrowsers ab September öfter herausgeben. Bislang erscheint Chrome alle vier Wochen in einer neuen Version, dieser Zyklus wird künftig auf zwei Wochen reduziert. Dadurch soll der Browser schneller neue Funktionen sowie Fehlerkorrekturen erhalten und auch die Leistung soll in kürzeren Abständen verbessert werden. Der neue Versionszyklus betrifft Chrome für PCs, Android sowie iOS und beginnt mit der Version 153 von Chrome, die für den 8. September 2026 geplant ist. Zunächst ausgenommen von diesem kürzeren Versionszyklus sind die Enterprise-Version von Chrome mit erweiterter Stabilität für den Einsatz in Unternehmen sowie Chromebooks: Google verkürzt Versionszyklus des Chrome-Browsers von vier auf zwei Wochen.
Amazon hat bestätigt, dass die Störungen bei der Cloud-Tochter AWS auf Drohneneinschläge zurückgehen. Gleich zwei verschiedene Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten seien direkt von Drohnen getroffen worden, teilte der Konzern mit. Eine weitere Anlage in Bahrain sei durch einen Drohneneinschlag in der Nähe beeinträchtigt worden. Die Treffer hätten „strukturelle Schäden“ zur Folge, zudem sei die Stromversorgung beeinträchtigt. Die Bekämpfung von Bränden habe teilweise Wasserschäden nach sich gezogen. Zwar arbeite man daran, die volle Verfügbarkeit der Technik schnellstmöglich wiederherzustellen, doch „angesichts der physischen Schäden“ wird die Reparatur dauern: Zwei AWS-Rechenzentren direkt von Drohnen getroffen.
Erfolgreicher Jungfernflug für Dart AE: Das Hyperschallflugzeug des australischen Luft- und Raumfahrtunternehmens Hypersonix Launch Systems hat seinen ersten Flug absolviert. Dabei erreichte Dart mehr als fünffache Schallgeschwindigkeit. Eine Trägerrakete brachte das Fluggerät in die obere Atmosphäre und setzte es dort aus. Dort startete Dart sein Scramjet-Triebwerk und flog dann aus eigener Kraft mit einer Geschwindigkeit von mehr als Mach 5 weiter, bevor das Fluggerät in den Atlantik stürzte. Das Besondere an Dart ist, dass sowohl das Fluggerät selbst als auch das Triebwerk mit 3D-Druckverfahren aufgebaut werden. Das Triebwerk ist wiederverwendbar und wird mit Wasserstoff betrieben: 3D-gedrucktes Fluggerät Dart fliegt Hyperschallgeschwindigkeit.
Auch noch wichtig:
- Die Preise für NAND-Flash-Chips könnten sich im ersten Quartal beinahe verdoppeln. Hersteller ändern die Spielregeln: Speicherkrise soll jetzt mit voller Wucht SSDs treffen.
- Das finnische Start-up Donut Labs verspricht eine revolutionäre Batterie. Doch Experten zweifeln an den fantastischen Leistungsdaten der Donut-Batterie: Finnisches Start-up verspricht Wunder.
- Mit leistungsfähigeren Varianten des M5-Prozessors komplettiert Apple die MacBook-Pro-Reihe und aktualisiert auch das MacBook Air. Alle werden teurer: Mehr Leistung, mehr Speicher, mehr Kosten für Apple MacBook Air und Pro mit M5.
- Das Digitalministerium schlägt Änderungen am Telekommunikationsgesetz vor, die den Glasfaser-Ausbau in und am Haus beschleunigen sollen: Für Glasfasernetze soll Vollausbaurecht für Mehrfamilienhäuser kommen.
- Reedereien meiden den Persischen Golf. 13,6 Prozent der globalen Luftfrachtkapazität fallen aus. Das könnte auch Technik-Lieferketten beeinträchtigen: Wegen Hormus-Blockade leiten Maersk und Hapag-Lloyd Schiffe um.
- Überraschende Wende im EU-Parlament: Der federführende Innenausschuss verweigert die erneute Verlängerung der freiwilligen Massenüberwachung privater Chats. Es ist eine Schlappe für die Kommission: EU-Abgeordnete lassen Chatkontrolle durchfallen.
- Auf den ersten Blick scheinen Apples iPhone 17e und iPad Air M4 reine Spec-Bumps zu sein. Das ist aber nur teilweise so. Ein Blick ins Datenblatt der neuen Apple-Mobilgeräte: Interessante Kleinigkeiten zu iPhone 17e und iPad Air M4.
- Apple vereinheitlicht seine Monitore. 120 Hz gibt es aber nur beim teuren, plötzlich kleineren XDR-Modell – mit 5K statt 6K-Auflösung: Neue Apple-Monitore Studio Display 2 und Studio Display XDR.
- Seit Beginn der Luftangriffe auf den Iran gibt es in dem Land einmal mehr keinen Internetzugang. Jetzt wird vor den Folgen gewarnt. Berichte klingen dramatisch, denn „wir leiden unter völliger Stille“: Jüngste Internetsperrung im Iran dauert an.
- Glaubwürdigen Berichten zufolge wird Apple erstmals einen berührungsempfindlichen Bildschirm in MacBooks einpflanzen. Es wird aber kein iPad-macOS-Hybrid: Apple plant kein „Touch-first“ bei erstem Touchscreen-Mac.
(fds)