VW-Betriebsrat kritisiert „Kraut und Rüben“ im Konzern
VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo fordert, Marken wie Audi und Porsche stärker zu kontrollieren. Wolfsburg müsse wieder Dreh- und Angelpunkt werden.
Bleibt es bei den derzeitigen Plänen, wird es keine weitere Generation des ID.3 mehr geben. Nachfolger wird der batterieelektrische Golf 9. Im Bild: VW ID.3 Pure (Test)
(Bild: Florian Pillau / heise Medien)
- dpa
VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat den Konzernvorstand aufgefordert, Marken wie Audi und Porsche kürzer an die Leine zu nehmen. „Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund sein“, sagte sie auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg laut Redemanuskript, das der dpa in Auszügen vorliegt. „Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten“, so Cavallo. „Im Moment ist das oft Kraut und Rüben“, kritisierte sie. „Es mangelt an Disziplin!“ Die Konzernspitze um Oliver Blume fordert sie auf, Machtworte zu sprechen, „um Marken-Egoismen einzufangen“. Nur so ließen sich Synergien im Konzern nutzen. „Es braucht gemeinsame Ziele.“ Dafür brauche es klare Vorgaben und den nötigen Durchgriff aus dem Konzernvorstand.
VW gibt Ausblick auf Golf 9
Erstmals gezeigt wurde auf der Betriebsversammlung die Silhouette des künftigen E-Golf. Mehr als ein als schwarz-weißer Umriss auf der Großbildleinwand war allerdings nicht zu sehen. Das Seitenprofil sieht dabei fast so aus wie beim derzeit aktuellen Golf 8. VW will die Produktion des momentan gebauten Modells im kommenden Jahr nach Mexiko verlagern, um in Wolfsburg Platz zu machen für den Umbau für E-Modelle. Ende des Jahrzehnts soll im Stammwerk dann der vollelektrische Nachfolger anlaufen. Damit, argumentiert Cavallo, bleibe der Golf auch in der neunten Generation „ein Wolfsburger“.
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Anerkennungsprämie gefordert
Noch keine Entscheidung gibt es nach Aussage Cavallos über die von ihr geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten bei VW. Der Vorstand werde darüber erst nach der Betriebsratswahl, die kommende Woche stattfindet, entscheiden, sagte sie. Hintergrund für die Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daraufhin gefordert, die Belegschaft an dem sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen. Neben Cavallo sprach auch VW-Markenchef Thomas Schäfer zur Belegschaft. Konzernchef Oliver Blume, der eigentlich nicht auf der Rednerliste stand, wandte sich ebenfalls mit einem kurzen Statement an die Mitarbeiter.
(mfz)