Android: Google warnt im Play Store vor Akku-Killern
Seit dem 1. März 2026 warnt Googles Play Store bei Apps mit übermäßigem Akkuverbrauch.
(Bild: Tero Vesalainen/Shutterstock.com)
Google hatte zuerst im April und nochmals im November vergangenen Jahres darüber informiert, dass das Unternehmen gegen Apps vorgehen wird, die die Akkulaufzeit von Smartphones übermäßig beanspruchen. Nun setzt der Konzern diese Ankündigung um. Fortan werden im Play Store übermäßig energiehungrige Apps markiert.
Weg mit den „Wachhaltern“
Mit dem Stichtag des 1. März 2026 hat Google den Schalter im Play Store umgelegt und weist bei Android-Apps, die im Hintergrund übermäßig aktiv bleiben, entsprechend darauf hin. „Diese App verbraucht aufgrund hoher Hintergrundaktivität möglicherweise mehr Akkuleistung als erwartet“, heißt es in einem Bild, das Google im Ankündigungsartikel zu der Funktion in Googles Android-Entwicklerblog veröffentlicht hat. Dieser Hinweis warnt fortan im Play Store vor Apps, die den Schwellenwert für „übermäßiges partielles Wake-Lock“ von Android überschreiten.
Diese Warnung ist Teil von Googles neuer Metrik für Entwickler namens „Excessive partial wake locks“ (übermäßige partielle Wake-Locks) in den Android Vitals. Laut Google gehört diese zum festen Bestandteil der Core-Vitals-Metrik. Sie ist damit für alle Entwickler in „Android Vitals“ allgemein verfügbar. Der Warnhinweis soll in den kommenden Wochen schrittweise auf die betroffenen Apps ausgeweitet werden.
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Mit Samsung entwickelt
Google hat eigenen Angaben zufolge die neue Metrik in Zusammenarbeit mit Samsung entwickelt und „kombiniert deren fundierte, praxisnahen Erkenntnisse über die Benutzererfahrung mit dem Batterieverbrauch mit den Plattformdaten von Android“. Wake-Locks sind Funktionen auf Systemebene, die das Smartphone gewissermaßen „wach“ (aktiv) halten, auch wenn es im Leerlauf sein sollte. Diese „Wachhalter“ werden von einigen Apps durchaus aus legitimen Gründen verwendet – etwa zum Abspielen von Musik oder Podcasts oder zur Standortverfolgung. Die Wake-Lock-Funktion kann jedoch auch unsachgemäß eingesetzt werden und so die Akkulaufzeit massiv beeinträchtigen.
(Bild:Â Google)
Die neue Warnmeldung im Play Store soll zwei Maßnahmen fördern: Zum einen zwingt sie Entwickler dazu, die von Google aufgezeigten Probleme zu beheben. Dem Unternehmen zufolge scheint das auch zu funktionieren, denn bei einigen Apps wurden bereits Fortschritte beobachtet. Zusätzlich zu der Warnmeldung im Play Store weist Google auch darauf hin, dass problematische Apps aus den Empfehlungslisten des Play Store entfernt werden könnten. Für App-Entwickler besteht ein klarer Anreiz, sich an die Richtlinien von Android zu halten und sich an den Core-Vitals-Metrics zu orientieren.
Google weist zudem darauf hin, dass nicht jede App notwendigerweise Wake-Locks verwenden müsse. Stattdessen könne man auf den WorkManager zurückgreifen, der für einmalige oder periodische Arbeiten konfiguriert ist. Ferner hat Google eine Fallstudie mit Whoop veröffentlicht. In dieser habe das Unternehmen ein Problem bei der Konfiguration seiner Worker entdecken und die Auswirkungen von Wake-Locks um über 90 Prozent reduzieren können.
(afl)