Bill Gates’ TerraPower darf ersten Atomreaktor bauen

Das von Bill Gates mitgegrĂĽndete TerraPower darf in Wyoming sein erstes Kraftwerksbauprojekt in Angriff nehmen. Es soll Anfang der 2030er-Jahre ans Netz gehen.

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Rendering des TerraPower-Natriumkraftwerks in Wyoming mit Reaktor- und Turbinengebäuden sowie Energiespeichern in offener Landschaft.

Ein Konzeptrendering des Bauvorhabens aus dem Jahr 2023.

(Bild: TerraPower)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

TerraPower darf im US-Bundesstaat Wyoming sein erstes kommerzielles Kraftwerksprojekt umsetzen. Die US-Atomaufsichtsbehörde NRC erteilte die Baugenehmigung nach einem weniger als 18 Monate dauernden Prüfverfahren. Es ist die erste US-Genehmigung für den Bau eines kommerziellen Atomreaktors seit fast zehn Jahren.

Das erste Kraftwerk wird „Kemmerer Unit 1“ heißen und ist nach der gleichnamigen Stadt in Wyoming benannt, in deren Nähe es gebaut werden soll. Laut TerraPower handelt es sich um einen natriumgekühlten Reaktor mit einer elektrischen Leistung von rund 345 Megawatt. Anders als größere, konventionelle Kernkraftwerke, die Wasser zur Kühlung verwenden, kommt hier flüssiges Natrium zum Einsatz.

Ergänzt wird das Design durch einen Energiespeicher auf Basis geschmolzener Salze. Dieser kann Wärme aufnehmen und bei Bedarf zusätzliche Energie bereitstellen. So lässt sich die Leistung der Anlage für bis zu fünf Stunden auf bis zu 500 Megawatt steigern, etwa bei Spitzenlast im Stromnetz.

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Herkömmliche große Atomkraftwerke liegen typischerweise bei rund 1 bis 1,5 Gigawatt elektrischer Leistung. Neuere Reaktorkonzepte setzen hingegen bewusst auf kleinere Leistungsklassen. Sie sollen günstiger und schneller zu bauen sein, sich zu größeren Blöcken zusammenschalten lassen und sich leichter in bestehende Stromnetze integrieren, die von schwankender Wind- und Solarstromproduktion geprägt sind.

Für die nächsten Jahre hat das Unternehmen ehrgeizige Ziele: „Wir müssen zeigen, dass der zehnte Reaktor nur halb so viel kostet wie der erste“, sagt TerraPower-CEO Chris Levesque im Gespräch mit Bloomberg. Das Unternehmen plane, bis 2035 international zehn oder mehr Kraftwerke zu bauen.

Ein prominenter US-Abnehmer wird Meta sein, das sich bereits Strom aus mehreren Reaktoren fĂĽr seine KI-Rechenzentren gesichert hat. Neben Meta investieren auch Google, Amazon und Microsoft in Kernkraftwerke. TerraPower-MitgrĂĽnder Bill Gates selbst hat nach US-Medienberichten ĂĽber eine Milliarde US-Dollar in das Unternehmen investiert.

Kemmerer Unit 1 läuft auf Basis eines speziellen Brennstoffs namens HALEU (High-Assay Low-Enriched Uranium). Dabei handelt es sich um ein Uran, das bis knapp unter 20 Prozent angereichert wird, während heutige Kernkraftwerke meist Brennstoff mit rund 3 bis 5 Prozent Anreicherung verwenden. Entwickler versprechen sich davon eine effizientere Nutzung des Brennstoffs. HALEU wird bislang überwiegend in Russland produziert, weshalb die USA derzeit versuchen, eigene Produktionskapazitäten aufzubauen.

Der technische Prüfprozess durch die US-Atomaufsichtsbehörde war jetzt vergleichsweise kurz. US-Präsident Donald Trump hatte die Atomaufsicht zuvor per Dekret angewiesen, die Genehmigungsverfahren für neue Reaktoren deutlich zu beschleunigen und auf etwa 18 Monate zu begrenzen. Damit soll der Ausbau der Kernenergie in den USA beschleunigt werden. Der Bau des Kraftwerks soll in den nächsten Wochen beginnen und 2030 abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme ist für 2031 geplant.

(tobe)