Predator: Badlands im 4K-Heimkinotest: Disney zähmt seinen gefährlichsten Jäger
Disney verwandelt seine außerirdische Kampfmaschine in ein zahmes Teenie-Franchise. Kann die 4K-UHD wenigstens technisch überzeugen?
(Bild: 20th Century Fox)
- Timo Wolters
Kaum ein Hollywood-Konzern unterwirft seine Franchises so konsequent der Marktlogik wie Disney. Seine Tochter 20th Century Studios teilt die beiden Sci-Fi-Marken Alien und Predator inzwischen sauber nach Zielgruppen auf: Während Alien weiterhin als kompromissloser Horror für Erwachsene vermarktet wird, soll der Predator künftig als jugendfreundlicher Actionknaller funktionieren.
Dieser Strategiewechsel betrifft nicht nur Dramaturgie und Altersfreigabe. Er prägt auch die Ästhetik des Films – von der weichgespülten Gewalt bis zur Videospiel-Logik der Handlung. Muskelbepackte Actionhelden à la Schwarzenegger sind passé. Stattdessen arbeitet sich der Predator durch eine Abfolge digitaler Monsterkämpfe, die eher an Monster Hunter erinnert als an den klaustrophobischen Dschungelterror des Originals.
Auf dem Papier klingt das nach einem bombastischen Sci-Fi-Spektakel, das auf Ultra-HD-Blu-ray (UHD) mit 4K-Bild und Dolby-Atmos-Sound besonders eindrucksvoll wirken müsste. Wir vergleichen deshalb die Bild- und Tonqualität der UHD mit der regulären Blu-ray Disc und der Streaming-Version.
(Bild: 20th Century Fox)
Doch bevor es ab Seite 3 um Encoding, HDR und Atmos-Mix geht, lohnt sich ein Blick auf den Film selbst – und auf die Frage, warum Disney das Predator-Franchise gerade grundlegend umbaut.
Vom Schrecken des Dschungels zum CGI-Monster
Es gibt kaum ein Sci-Fi-Franchise, das eine derart filmische Achterbahnfahrt hinter sich hat wie Predator. Als Arnold Schwarzenegger 1987 im erbarmungslos schwülen Dschungel Mittelamerikas gegen einen unsichtbaren außerirdischen Jäger antrat, erschuf Regisseur John McTiernan einen kompromisslosen Klassiker des 80er-Jahre-Sci-Fi-Terrors. Der Yautja war eine ultimative, blutrünstige Naturgewalt – ein Jäger ohne Reue. Was in den Jahrzehnten danach folgte, war jedoch eine oft traurige Reihe teils missglückter Sequels und kruder Alien-Crossover, die den gnadenlosen Mythos des außerirdischen Trophäensammlers immer weiter demontierten.
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Nachdem Dan Trachtenberg dem durch belanglose Action-Sequels totgeritten geglaubten Predator-Franchise mit Prey eine ebenso dreckige wie spannende Frischzellenkur verpasst hatte, waren die Hoffnungen für Predator: Badlands entsprechend groß. Auch internationale Kritiken fanden teils lobende Worte. Wer das Original von 1987 jedoch schätzt, reibt sich verwundert die Augen. Was alten Fans hier serviert wird, ist ein fundamentaler Verrat an John McTiernans Klassiker – und ein Schlag ins Gesicht für jeden, der nach Prey glaubte, das Studio habe die unbarmherzige Essenz dieses Universums wieder verstanden.
Dabei lässt sich die Strategie von Disney und 20th Century Studios klar erkennen. Die beiden großen Sci-Fi-Monster-Marken werden sauber aufgeteilt. Während das Alien-Franchise mit Romulus erst kürzlich wieder erfolgreich in seinen klaustrophobischen, kompromisslosen R-Rated-Horrorwurzeln verankert wurde, baut man Predator nun gezielt zu einem weichgespülten Teenie-Franchise um.
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Die ökonomische Logik dahinter ist simpel: Jugendfreie PG-13-Filme öffnen die Kinosäle für kaufkräftige Teenager und können das weltweite Einspielergebnis potenziell verdoppeln. Man opfert die erwachsene Nische für den globalen Massenmarkt.
Doch dieser Schuss ging nach hinten los. Bei etwas über 100 Millionen Dollar Budget spielte der jüngste Franchise-Eintrag lediglich rund 180 Millionen ein. Da die Kinobetreiber etwa die Hälfte behalten, bleibt unter dem Strich ein veritabler Flop. Immerhin kletterte der Film in den Heimkino-Charts auf Platz eins – womöglich haben viele Zuschauer ihn sich bewusst für zu Hause aufgespart, wodurch Disney die Kosten zumindest teilweise wieder einspielen könnte.