Oracle: Angeblich Entlassungen wegen Milliardenkosten für KI-Infrastruktur
Für den Aufbau von KI-Rechenzentren gibt Oracle dutzende Milliarden aus, rechnen soll sich das erst 2030. Nun plant der US-Konzern angeblich Entlassungen.
(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)
Angesichts der immensen Kosten, die Oracles umfangreicher Einstieg ins Cloud-Geschäft und der Bau von KI-Rechenzentren verursachen, will der US-Konzern jetzt tausende Stellen abbauen – möglicherweise noch in diesem Monat. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf anonyme Personen, die mit den Plänen vertraut sind. Die Entlassungen sollen demnach unterschiedliche Geschäftsbereiche treffen, bei einigen der betroffenen Stellen werde sowieso erwartet, dass sie dank KI künftig nicht mehr besetzt werden müssen. Der Konzern hat den Bericht demnach nicht kommentiert, Oracle hat demnach zuletzt rund 162.000 Angestellte.
Investitionen sollen sich erst ab 2030 auszahlen
Oracles Einstieg ins Cloud-Geschäft hat den eigenen Aktienkurs anfangs deutlich steigen lassen, aber als die damit verbundenen Kosten deutlicher wurden, sind die Gewinne wieder verloren gegangen. Allein seit Anfang September hat sich der Preis für Oracle-Aktien halbiert. Nach dem Bericht über die geplanten Entlassungen ging es aber etwas in die Höhe. An der Wall Street wird laut Bloomberg prognostiziert, dass der Cashflow von Oracle in den kommenden Jahren negativ bleiben wird. Erst 2030 sollen sich die massiven Investitionen auszahlen. Allen in diesem Jahr will der Konzern demnach mit Anleihen- und Aktienverkäufen bis zu 50 Milliarden US-Dollar einnehmen.
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Von Oracles Milliardeninvestitionen in die Cloud-Infrastruktur soll auch Deutschland profitieren. In den nächsten Jahren sollen hierzulande zwei Milliarden US-Dollar ausgegeben werden, um der wachsenden Nachfrage nach Anwendungen künstlicher Intelligenz und nach Cloud-Infrastruktur gerecht zu werden, hieß es im vergangenen Sommer. Der Großteil davon soll in die Rhein-Main-Region fließen. Trotzdem ist das nur ein Bruchteil der Summe, die in den USA ausgegeben werden soll, und immer wieder werden auch Zweifel geäußert, dass das Geld tatsächlich wieder eingenommen werden kann.
(mho)