Elektroleichtkraftrad DAB1 vorgestellt: Minimalistische Erscheinung

An der DAB1 ist besonders die Gestaltung auffällig, das E-Leichtkraftrad dürfte trotz eines gegenüber dem Vorgängermodell gesenkten Preises exklusiv bleiben.

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Elektromotorrad DAB1

Mit der DAB1 sollen offenbar weniger solvente Early Adopter abgeholt werden. Sie ist nicht so teuer wie die Vorgängerin, obwohl sie kaum wesentlich vereinfacht wurde.

(Bild: DAB)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Ingo Gach
Inhaltsverzeichnis

Elektromotorräder haben es im Wortsinn schwer. Ein Grund dafür ist die erheblich geringere Energiedichte des Akkus im Vergleich zu der von Sprit. Eine Batterie, die mit ihrem Energiegehalt bezogen auf die Reichweite mit dem Inhalt eines durchschnittlichen Sprittanks konkurriert, wäre momentan allein so schwer wie ein komplettes Superbike. Zwar geht der E-Motor wesentlich effizienter mit Fahrenergie um, doch das kann zumindest nach aktuellem Stand der Technik nicht kompensiert werden.

Die DAB1 versucht gar nicht erst, mit großen Bikes zu konkurrieren und beschränkt sich als Leichtkraftrad auf etwas mehr als 6 kWh, 23 kW Spitzenleistung und 120 km nominelle Reichweite. Die Schlankheit bei der Technik unterstreicht sie mit einem minimalistischen Look und kommt auch nur auf 145 kg Gewicht.

Die Marke DAB war ursprünglich für Umbauten von Motorrädern mit Verbrennungsmotoren bekannt, spezialisierte sich dann aber auf Elektromotorräder und stellte 2021 die Concept-E vor. Zwei Jahre später stieg Peugeot Motorcycles bei DAB mit ein. Der finanzielle Schub machte die Weiterentwicklung des Prototyps möglich und mündete 2024 in die DAB1 α, die prompt einen Red-Dot-Design-Award gewann.

Sie wirkte schlank wegen ihres freistehenden Hecks, trotz des massiven Batterieblocks. Die Verkleidungsteile waren knapp geschnitten, alles Überflüssige wurde weggelassen. Allerdings war die unter anderem mit Kohlefaserlaminat-Teilen und Alcantara-Sitzbankbezug luxuriös ausgestattete Maschine mit 14.900 Euro nicht gerade billig. Zudem hatte DAB die Stückzahl auf 400 begrenzt.

DAB1 Teil eins (3 Bilder)

Aus Frankreich kommt das Elektromotorrad DAB1, das durch minimalistisches Design besticht. (Bild:

DAB

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Jetzt schiebt die Marke die DAB1 zu einem deutlich geringeren Einstiegspreis von rund 9900 Euro hinterher. Optisch geht sie unverändert ins Rennen und auch antriebstechnisch ist sie identisch. Sie verfügt weiterhin über einen bürstenlosen Elektromotor, der es in der Spitze auf 23 kW und 395 Nm bringt. Im Dauerbetrieb beträgt die Leistung 8 kW, was den Betrieb mit Führerschein A1 und B196 erlaubt.

Das Hinterrad wird von einem Zahnriemen angetrieben. Der Doppelschleifenrahmen besteht aus Stahlrohr, die Schwinge aus Aluminium. Mit 880 mm Sitzhöhe ist die DAB1 nichts für Kurzbeinige. Sie ist für zwei Personen zugelassen, sonderlich einladend wirkt der sehr schmale Soziussitz allerdings nicht.

Elektro-Leichtkrafträder

Ihre Lithium-Ionen-Batterie fasst 7,1 kWh und ermöglicht angeblich eine Reichweite von 150 km im Stadtbetrieb sowie 120 km kombiniert nach dem WMTC-Standard. In der Realität hängt es natürlich davon ab, welchen Fahrmodus man auswählt: Eco, Street, Sport oder Nitro. In den letzteren beiden Modi dürfte der Akku sich wesentlich rascher leeren. Die Entwickler spendieren der DAB1 sogar einen Modus zum langsamen Rückwärtsfahren, was zum Rangieren praktisch ist.

Die Ladezeiten von 20 auf 100 Prozent über das integrierte Ladegerät gibt der Hersteller mit drei Stunden an einer 230-Volt-Steckdose an. Das Ladekabel kann in dem 3,4 Liter großen Fach oberhalb der Batterie verstaut werden. Laut Hersteller soll die DAB1 nur 145 kg wiegen und es in der Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h bringen.

DAB1 Teil zwei (3 Bilder)

DAB schafft es den großen Batterieblock unauffällig in das Motorrad zu integrieren. Ein Zahnriemen treibt das Hinterrad an. (Bild:

DAB

)

Oben zwischen den Gabelholmen sitzt eine Platte im Stil einer Startnummerntafel wie beim Motocross mit einem schmalen LED-Scheinwerfer. Das trägt zum minimalistischen Gesamteindruck ebenso bei wie der knappe Vorderradkotflügel. Die breiten Drahtspeichenfelgen wirken vertrauenerweckend, ebenso wie die 46 mm dicke Upside-down-Gabel von KYB mit 100 mm Federweg.

Das Federbein – ebenfalls von KYB – mit 100 mm Federweg am Hinterrad kommt ohne externen Druckbehälter aus, wie sie noch die DAB1 α hatte. Verzögert wird die DAB1 von einer radialen Brembo-Vierkolbenbremszange mit einer 320 mm großen Bremsscheibe am Vorderrad.

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Die DAB1 hat ein kleines LC-Display für die nötigsten Informationen, die sich aber durch das eigene Smartphone erweitern lassen, das in ein optionales Quad-Locksystem vor dem Lenker eingeklinkt wird.

Bestellt wird die DAB1 nicht beim Händler (in Deutschland gibt es keinen), sondern online, Lieferungen sind ab viertem Quartal 2026 geplant. Der Konfigurator für Deutschland weist einen Grundpreis von 9907 Euro plus Lieferkosten aus. Den ersten 50 Bestellern erlässt DAB die Lieferkosten.

Der Preis kann aber durch die Farbwahl deutlich in die Höhe getrieben werden. Wer die obere Kunststoffabdeckung, den Motorschutz, die Vorder- und Hinterradkotflügel, den Sattel, die Feder des Federbeins, die Gabelstandrohre und die Felgen in anderen Farben als Standard haben möchte, kann den Preis auf bis zu 16.243 Euro schrauben.

Wer das Federbein mit externem Ausgleichsbehälter wählt, muss dazu noch einmal rund 580 Euro drauflegen. Zudem bietet der Hersteller einige Extras, darunter sind unter anderem ein Kit für unterschiedliche Sitzhöhen, der Quadlock-Halter mit integrierter Ladefunktion und ein Topcase. Auch ein Typ2-Adapter für schnelleres Laden ist erhältlich, leider macht DAB keine näheren Angaben dazu.

Videos by heise

Die DAB1 bietet fĂĽr ihren Einstandspreis in Grundausstattung ein interessantes Angebot. Ein schicker Look, gepaart mit ordentlichen Fahrleistungen, das passt fĂĽr Stadtfahrten und kleine AusflĂĽge auĂźerhalb des urbanen Raums. Das Aufpreissystem erscheint jedoch ein wenig ĂĽberzogen.