Mobile Gaming: Spielen auf Mobilgeräten ist ein Massenmarkt mit Spieletrüffeln
Bei vielen Spielefans ist das Handy als Plattform verpönt. Doch die am häufigsten genutzte Spieleplattform hat mehr zu bieten als Free-to-Play von der Stange.
(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)
- Jan Bojaryn
Bei der Sitzplatzsuche im Schnellzug ist es nicht zu übersehen, wenn der Blick durch die Reihen wandert: Erstaunlich viele Menschen zocken auf ihren Smartphones und Tablets. Der junge Student spielt tatsächlich das uralte Subway Surfers, ein ergrauter Herr hat Balatro auf dem iPad offen, zwei Sitzreihen weiter purzeln bunte Diamanten durcheinander, am Kofferabteil tippt jemand an einer riesigen Stadt herum. Wer Videospiele liebt, kann solche Szenen auch doof finden – das, was nach Jahrzehnten der Vorurteile und Killerspieldebatten endlich in der Mitte der Gesellschaft ankommt, sind Handyspiele? Wohnt hier nicht die oberflächlichste Zerstreuung überhaupt? Wer den App- oder Play Store öffnet, sieht massenhaft aufdringlich unoriginelle Spiele, die alles Mögliche voneinander abkupfern: die Titel, die Optik, die Spielmechanismen, sogar die Gestaltung der Thumbnails.
Diese Beobachtungen sind nicht falsch, trotzdem verdienen Handyspiele einen genaueren Blick. Schon allein, weil sie sich sehr gut verkaufen, was jedoch oft unterschätzt wird. Global gesehen überstieg der Umsatz mit Handyspielen 2025 den von PC- und Konsolenspielen – zusammengenommen. Wirtschaftlich relevant ist dabei praktisch nur ein Vertriebsmodell: Free to Play, also kostenlos verfügbare Spiele mit In-App-Käufen. Stabil bei über drei Vierteln liegt der Anteil der In-App-Käufe (IAP) an den mobilen Umsätzen. Daneben sind Anwendungen und Spiele, die von vornherein ein Preisschild tragen, die sogenannten „Premium Apps“, eher Peanuts.
- Die wichtigste Spieleplattform ist das Smartphone, daher sind Mobilspiele der größte Gaming-Sektor.
- Wir erklären, was hier gespielt wird und warum Free-to-Play-Ware den Markt dominiert.
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Womit das Geld verdient wird, ist also klar. Doch ganz so einheitlich ist das Bild nicht. Ein genauer Blick zeigt, dass sich außer den Hits viele lohnende Nischen finden. Der riesige Markt trägt auch einige Idealisten, smarte Einzelkämpfer und Kleinstudios. Und auch im großen Free-to-Play-Topf gibt es Titel, die zwar unter dem Begriff geführt werden, aber auf kleine Werbebanner oder auf das alte Shareware-Prinzip setzen, statt auf den Verkauf konfettibunter Wundertüten. Auf Touchscreens warten viele originelle, witzige und tiefgründige Titel. Sie zu finden, ist allerdings eine Kunst für sich.
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