Einschlagsort unklar: NASA-Forschungssonde kurz vor unkontrolliertem Absturz
Eine NASA-Sonde, die jahrelang den Strahlungsgürtel der Erde erforscht hat, steht unmittelbar vor dem Absturz. Wo das passiert, lässt sich noch nicht sagen.
KĂĽnstlerische Darstellung der beiden Forschungssonden
(Bild: NASA)
In der Nacht zu Mittwoch wird eine von zwei NASA-Sonden zur Erforschung des Strahlungsgürtels der Erde unkontrolliert abstürzen. Wo genau das geschehen wird, ist unklar. Das hat die US-Weltraumagentur jetzt angekündigt und erklärt, dass es sich um die Van Allen Probe A handelt. Zusammen mit der Van Allen Probe B hat sie den Van-Allen-Strahlungsgürtel untersucht, bis beiden der Treibstoff ausgegangen ist, den sie gebraucht haben, um sich zur Sonne zu drehen. Als sie 2019 ihre Mission beendet hatten, sei man davon ausgegangen, dass sie 2034 in der Atmosphäre verglühen, doch die zuletzt unerwartet aktive Sonne habe dafür gesorgt, dass der Absturz bereits ansteht. Laut der US Space Force soll die Sonde am 11. März um 3 Uhr MEZ abstürzen, das kann aber schon jetzt und bis zu 24 Stunden später geschehen.
Gefährliche Region erforscht
Die Van Allen Probes wurden am 30. August 2012 gestartet und sollten den Strahlungsgürtel zwei Jahre lang erforschen. Das ist ein Ring aus geladenen Elementarteilchen, die im Magnetfeld der Erde eingeschlossen sind. Die dortige Strahlung ist für Menschen und Elektronik gefährlich, weshalb Aufenthalte von Raumfahrzeugen dort möglichst kurz gehalten werden. Die beiden Sonden waren als erste speziell dafür ausgelegt, jahrelang dort unterwegs zu sein und Messdaten zu sammeln, schreibt die NASA. Letztlich konnten sie das sieben Jahre lang tun und das Wissen über den Strahlungsgürtel deutlich erweitern. Weil ein kontrollierter Absturz nicht vorgesehen war, fallen beide zur Erde, wenn der Widerstand der Atmosphäre ihr langsames Absinken abrupt beendet. Bei der Van Allen Probe B soll das 2030 so weit sein.
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Mit einer Masse von etwa 600 kg ist die Van Allen Probe A so klein, dass sie beim Absturz größtenteils verglühen sollte, schreibt die NASA noch. Es sei aber zu erwarten, dass einige Teile den Absturz überstehen. Diese würden dann auf die Erdoberfläche oder in den Ozean stürzen. Weil ein Großteil der Erde von Wasser bedeckt ist, ist das auch das wahrscheinlichste Ende. Trotzdem können Trümmer aber auch Land und sogar bewohnte Gebiete treffen. Das Risiko, dass irgendjemand geschädigt wird, liege lediglich bei 1 zu 4200, versichert die US-Weltraumagentur. Diese will den Absturz zusammen mit der US Space Force so lange beobachten, wie das möglich ist. Für eine Warnung potenziell gefährdeter Gebiete dürfte sich die Gefahr aber zu spät abschätzen lassen.
(mho)