Apps per Sprache erstellen: Samsung erwägt Vibe-Coding für Galaxy-Smartphones

Samsung denkt über Vibe-Coding auf seinen Galaxy-Smartphones nach, um den Geräten in gewisser Weise noch mehr KI und Individualisierungsoptionen zu verpassen.

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Samsung Galaxy S26 Serie

Samsung Galaxy S26 Ultra, S26+ und S26.

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Lesezeit: 4 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Samsung denkt über mehr KI in seinen Galaxy-Smartphones nach, die der Hersteller seit dem Galaxy S24 schließlich schon „AI Phone“ nennt. Nun erwägt der Hersteller die Möglichkeit, Nutzerinnen und Nutzer Apps mit natürlicher Sprache erstellen zu lassen.

Mit der Einführung der Galaxy S26-Serie hat der Konzern seine KI-Pläne schon weiter fortgesetzt und neben einigen neuen Funktionen wie Now Nudge (ein kontextsensitives KI-Feature, das zum Beispiel bei Terminanfragen automatisch den Kalender prüft) auch Perplexity als weiteren Chatbot eingefügt und Bixby entstaubt. Damit ist die Reise aber offenbar lange nicht vorbei, wie Won-Joon Choi andeutet. Er ist Präsident und Chief Operating Officer (COO) von Samsungs Abteilung Mobile Experience (MX).

Im Gespräch mit Techradar sagte er, dass der Nutzen von Vibe-Coding auf Smartphones darin bestehe, dass es „die Möglichkeit eröffnet, das Smartphone-Erlebnis auf neue Weise anzupassen, nicht nur von Apps, sondern auch der Benutzererfahrung (UX)“.

Weiter sagte er: „Derzeit sind wir auf vorgefertigte Tools beschränkt, aber mit Vibe Coding könnten Nutzer ihre Lieblings-Apps anpassen oder etwas ganz nach ihren Bedürfnissen erstellen. Vibe-Coding ist also sehr interessant und etwas, das wir derzeit prüfen.“ Einen konkreten Zeitplan für eine Integration in Galaxy AI nannte Samsung nicht.

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Samsung ist derweil nicht der erste Smartphone-Hersteller, der sich mit Vibe-Coding, also dem Erstellen von Apps oder Funktionen ohne Programmierkenntnisse – rein per natürlicher Sprache – beschäftigt. Das Londoner Tech-Start-up Nothing verfolgt mit seinem Playground einen ähnlichen Ansatz, den Nutzerinnen und Nutzern eines Phone (3) ausprobieren können. Der Playground soll als erster Grundpfeiler für das künftige KI-Betriebssystem Essential OS dienen.

Derzeit können zunächst Widgets per Vibe-Coding erstellt werden, jedoch müssen Nutzer präzise Angaben zu dem machen, was sie haben wollen, und im Idealfall im Code-Editor nachjustieren. Allerdings stellt sich Nothing die mobile Plattform der Zukunft hoch individualisiert vor: Man könne einfach in natürlicher Sprache beschreiben, was man gerade für Funktionen oder Tools benötigt, etwa: „Scanne die Belege aus Fotos und exportiere jeden Freitag ein fertiges PDF über alle Finanzen.“ Um eine sogenannte „KI-native Plattform“ zu kreieren, hat der Hersteller in einer neuen Finanzierungsrunde 200 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Neben Smartphone-Herstellern arbeitet auch Google an seinem mobilen Betriebssystem und integriert mehr KI: Laut Android-Ökosystem-Chef Sameer Samat soll Android von einem Betriebssystem hin zu einem intelligenten System, einer Plattform, die Nutzer wirklich versteht und für sie arbeitet, fortentwickelt werden.

Einen Fokus auf Vibe-Coding hat das Unternehmen derzeit offenbar noch nicht, jedoch soll Android enger mit dem Chatbot Gemini zusammenarbeiten und mehrstufige Aufgaben über Apps hinweg durchführen – also agentisch werden. Erste agentische Funktionen bieten Samsung und Google in den Smartphone-Reihen Galaxy S26 und Pixel 10 an, jedoch zunächst in den USA und Südkorea.

Vibe-Coding bietet Google derzeit nur in seinem AI Studio, das im Browser läuft. Explizite Pläne für die App-Erstellung in natürlicher Sprache hat Google noch nicht kommuniziert. Es wäre in gewisser Weise aber eine logische Entwicklung, um Android in ein „intelligentes System“ zu verwandeln. Und hinter zahlreichen KI-Funktionen von Samsungs Galaxy AI steht Google. Allerdings versucht Samsung, sich in Sachen KI breiter aufzustellen. Neben Gemini und Perplexity sucht Samsung laut der Financial Times weitere Partner für seine Galaxy-AI-Plattform.

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