Erinnerung an Coronapandemie: Erste Regierungen in Asien ordnen Homeoffice an
Die für die Versorgung der Welt mit Öl zentrale Straße von Hormus ist faktisch gesperrt. In Asien haben erste Regierungen jetzt Energiesparmaßnahmen angeordnet.
(Bild: Dmitri T/Shutterstock.com)
Angesichts der faktischen Schließung der Straße von Hormus, durch die ein beträchtlicher Teil des weltweiten Öls transportiert wird, haben erste Regierungen in Asien Energiesparmaßnahmen angeordnet und zur Arbeit im Homeoffice aufgerufen. Solche Vorgaben wurden etwa in Thailand, Pakistan und den Philippinen gemacht, berichtet unter anderem Bloomberg. In Pakistan und den Philippinen wurde zudem eine Viertagewoche angeordnet, in Thailand sollen die Klimaanlagen jetzt nur noch auf maximal 26 bis 27 Grad Celsius kühlen. Staatsbedienstete sollen demnach auch nur noch für wirklich dringende Veranstaltungen ins Ausland reisen, in Thailand ruft die Regierung sogar dazu auf, Treppen statt Fahrstühle zu benutzen.
Zentraler Seeweg vermint?
Die Energiesparmaßnahmen erinnern an Vorgaben, mit denen zu Beginn der Coronapandemie menschliche Kontakte minimiert werden sollten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Eingeführt werden sie jetzt in Staaten, die besonders abhängig von Öllieferungen aus dem Nahen Osten sind. Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Seit Beginn des Kriegs gegen den Iran ist sie faktisch blockiert. Damit fallen täglich knapp 15 Millionen Barrel Rohöl sowie weitere 4,5 Millionen Barrel raffinierter Kraftstoffe und damit insgesamt 20 Prozent des weltweiten Ölkonsums weg, fasst CNN zusammen. Die gigantische Menge kann nicht auf anderen Wegen ersetzt werden und entspricht etwa der Menge an Öl, die global während der Lockdowns gegen Covid-19 eingespart wurde.
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Zur faktischen Blockade der Wasserstraße kam am Dienstag ein CNN-Bericht, laut dem der Iran begonnen hat, den Seeweg zu verminen. Eine der anonymen Quellen sagte demnach, der Iran verfüge noch immer über das Gros seiner kleinen Boote und Minenleger. Zusätzlich zu den einigen Dutzend platzierten Minen könnte die Islamische Republik Hunderte weitere in der Straße von Hormus verlegen. US-Präsident Donald Trump hat dem Regime Vergeltung „in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß“ angedroht, sollten „aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein“. Die müssten entfernt werden. Die USA und Israel fliegen seit dem 28. Februar Luftangriffe auf den Iran, der hat darauf unter anderem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Nachbarstaaten reagiert.
Aus Furcht vor einer Ölknappheit war der Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten in der Nacht zu Montag auf mehr als 120 US-Dollar gesprungen. Das war der höchste Stand seit dem Sommer 2022. An den deutschen Tankstellen stiegen die Spritpreise zeitweise auf mehr als zwei Euro je Liter. Daraufhin hatte es scharfe Kritik von Tankstellenbetreibern an den Mineralölkonzernen gegeben, zudem hat die Entwicklung eine Debatte über eine mögliche Preisbremse entfacht. Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglicherweise baldigen Ende des Kriegs gegen den Iran haben die Ölpreise dann wieder absacken lassen, zuletzt standen sie leicht unter 90 US-Dollar.
(mho)