Hype um KI-Bot in China: Warnung vor Nutzung von OpenClaw in Behörden und Banken

Rund um den mächtigen KI-Bot OpenClaw gibt es in China einen enormen Hype. Eine Warnung des Cybersicherheitszentrums legt nahe, wo der alles installiert wurde.

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Chinesische Flagge als digitales Bild

(Bild: muhammadtoqeer / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die chinesische Cybersicherheitsbehörde CNCERT/CC hat vor dem unbedachten Einsatz des enorm populären KI-Bots OpenClaw gewarnt und Behörden, Staatsbetrieben sowie Banken davon abgeraten, die Technik auf Arbeitsgeräten zu installieren. Das geht aus einer Mitteilung des National Computer Network Emergency Response Technical Team/Coordination Center of China auf WeChat und einem Bericht von Bloomberg hervor. Wer die KI-Technik an seinem Arbeitsplatz nutzt, müsse das jeweils zuständigen Vorgesetzten melden und sie gegebenenfalls wieder deinstallieren, schreibt die Finanznachrichtenagentur unter Berufung auf Personen, die solche konkreten Hinweise gesehen hätten. Teilweise sei Angestellten die Installation komplett verboten worden und das gelte womöglich sogar für Familienangehörige von Militärs.

Die staatliche Reaktion macht deutlich, welch einen Hype es in der Volksrepublik rund um OpenClaw zuletzt gegeben hat. Die CNCERT/CC weist darauf hin, dass verschiedene Internetanbieter deshalb schon Hostingangebote für OpenClaw in ihr Programm aufgenommen haben. Anderswo gibt es so etwas noch nicht, hier muss man OpenClaw noch selbst installieren – mit all den verbundenen Risiken. Laut dem Fachmagazin The Information dürfte der Enthusiasmus rund um OpenClaw in China noch größer sein als in Europa oder den USA, wo die Technik Anfang des Jahres für viel Furore gesorgt hat. Die Regierung fürchtet nun, dass das mit enormen Sicherheitsrisiken einhergeht.

OpenClaw ist einem Bastelprojekt des Österreichers Peter Steinberger entsprungen; er hat es größtenteils von einer KI programmieren lassen. Es handelt sich um einen mächtigen KI-Agenten, der auf der eigenen Hardware installiert wird und dort Vollzugriff bekommt. Über einen Messenger wie Telegram kann er ferngesteuert werden und beliebige Aufgaben automatisch und autonom ausführen. So kann er etwa Software installieren oder löschen und diese auch ausführen. Die Technik hieß ursprünglich „Clawdbot“, wurde aufgrund der Namensähnlichkeit zu Anthropics KI Claude in „Moltbot“ umbenannt und firmiert inzwischen unter OpenClaw. Mitte Februar hat Steinberger bei OpenAI angeheuert. Dort soll er die nächste Generation persönlicher KI-Agenten entwickeln.

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Parallel dazu hat OpenClaw in China einen regelrechten Sturm ausgelöst, erklärt The Information. Vor allem in den Feiertagen rund um das chinesische Neujahrsfest hätten Entwickler und Entwicklerinnen daran gearbeitet, aus der KI-Technik neue Produkte zu bauen. Trotz der enormen Risiken, die damit verbunden sind, wenn einer KI Vollzugriff auf einen Computer gegeben wird, haben chinesische Konzerne wie Tencent und JD.com Apps veröffentlicht, die darauf basieren, schreibt Bloomberg. Lokale Regierungen hätten Subventionen für Firmen angekündigt, die auf OpenClaw aufbauende Produkte entwickeln. In Peking will man dem nun offenbar Herr werden und gleichzeitig einen Kontrollverlust verhindern. Von einem Verbot wurde aber abgesehen. Trotzdem seien Tech-Aktien in der Volksrepublik abgesackt, schreibt Bloomberg noch.

(mho)