ToughBook 56: Panasonic zeigt robustes Notebook mit RS-232 und 10-Gbit-LAN
Pansonics neues ToughBook 56 verpackt sein Innenleben stoĂź-, wasser- und staubgeschĂĽtzt. Mit Wechselmodulen lassen sich die Schnittstellen individualisieren.
(Bild: Panasonic)
Abseits von Notebooks für Büroanwendungen, Multimedia und Gaming gibt es auch noch Arbeitsgeräte, die für den Einsatz in dreckigen, nassen oder staubigen Umgebungen gedacht sind – sei es nun auf Baustellen, in Autowerkstätten oder beim Militär. Diese sogenannten Ruggedized-Notebooks stecken nicht in ultrabookdünnen Gehäusen, sondern sind mehrere Zentimeter dicke Klopper mit wulstigen Ecken – und gerne auch gleich mit integriertem Tragegriff. Das japanische Unternehmen Panasonic ist hierzulande bei Notebooks ausschließlich in dieser Nische tätig und stellt mit dem ToughBook 56 sein neues Modell vor.
Dass im geschilderten Marktsegment andere Gesetze als bei normalen Notebooks gelten, wird schon beim ersten Blick ins Datenblatt offensichtlich: Panasonics Neuling verwendet Prozessoren der Baureihe Core Ultra 200H, die Intel bereits vor einem Jahr vorgestellt hatte. Dennoch ist das ein großer Schritt nach vorn, denn im Vorgänger ToughBook 55 MK3 arbeiteten noch Core-i-Prozessoren der 13. Generation (MK2 und MK1 des ToughBook 55 waren 11. beziehungsweise 8. Core-i-Generation). Mit dem Modellwechsel vollzieht Panasonic nun beim Bildschirm den Schritt weg von 16:9 und hin zu 16:10 mit mehr Bildhöhe. Bei Office-Notebooks gehört das bessere Seitenverhältnis schon seit Jahren zum guten Ton.
Dabei ist anzumerken, dass der 14-Zoll-Bildschirm eben keiner wie in anderen Notebooks ist. Große Farbräume dank OLED-Technik oder hohe Auflösungen sind irrelevant. Stattdessen gibt es neben je einem Full-HD-Panel ohne beziehungsweise mit Touchbedienung auch noch einen Touchscreen mit aktivem Digitizer, der eine maximale Helligkeit von 1000 cd/m² schafft. Und das vollflächig für den Betrieb unter freiem Himmel und nicht nur punktuell, damit HDR-Videos dank höherem Kontrastumfang schicker aussehen. Obendrein erkennt das Display von selbst, ob es per Stift, von einem nackten Finger oder von einem Finger in einem Handschuh berührt wird.
Modularität
Zudem haben Kunden eine große Auswahl an Modulen, um das Gerät zu individualisieren. Die Modularität geht weit über das hinaus, was etwa Framework mit seinen USB-C-Einschüben anbietet. Ein Gigabit-LAN-Port ist immer an Bord, doch wer mehr benötigt (egal ob hinsichtlich Geschwindigkeit oder Buchsenanzahl), bekommt das auch. An der Rückseite kann man ein Modul mit MicroSD-Kartenleser und 2,5-Gbit-LAN einstecken, das dann natives RS-232 und VGA ersetzt.
Panasonic ToughBook 56 (6 Bilder)

Panasonic
)Der Schacht für das optische Laufwerk – ja, das gibt es beim ToughBook 56 weiterhin – kann alternativ ein 10-Gbit-LAN-Modul aufnehmen. Vor allen Buchsen sitzen Gummiklappen, die sie bei Nichtbenutzung vor Staub und Flüssigkeiten schützen. Letzteres garantiert Panasonic: Das ToughBook ist gemäß IP53 zertifiziert.
Weitere Erweiterungsschächte befinden sich unter der Handballenablage. Dort kann man einen Fingerabdruckleser oder einen SmartCard-Schacht einbauen. Beide Schächte dienen auch dazu, zusätzliche Akkus aufzunehmen. Mit einer Akkuladung hält das ToughBook 56 laut Panasonic 12 Stunden durch und mit Zweitakku (statt einer Schnittstelle) doppelt so lange. Der Clou: Die Akkus lassen sich im laufenden Betrieb wechseln, was die Akkulaufzeit virtuell ins Unendliche verlängert.
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Zubehör
Passend dazu bietet Panasonic nicht nur Wechselakkus als Zubehör an, sondern auch eine Ladestation, die vier Akkus gleichzeitig betankt. Wer das Notebook auf freiem Feld nutzen muss und zwischenzeitlich die Hände für andere Sachen benötigt, kann es in ein Tragegeschirr einklinken. Für den Einsatz in Fahrzeugen, etwa bei Polizei oder Militär, gibt es eine Dockingstation, die das Notebook sicher befestigt. Das Dock liefert dann nicht nur Strom, sondern führt auch die Antennen des integrierten Mobilfunkmodems nach außen, um den Empfang zu verbessern.
Das meiste Zubehör, das für das ToughBook 56 gedacht ist, ist bereits auf dem Markt, weil es auch zum 55er-Vorgänger kompatibel ist. Wer etwa bereits ein mit Dock ausgerüstetes Fahrzeug hat, kann auch das ToughBook 56 darin verwenden. Die Ausnahme sind die optischen Laufwerke – für das optionale 10-Gbit-LAN-Modul des ToughBook 56 musste wohl der Einschub überarbeitet werden.
Aufgrund der hohen Konfigurierbarkeit lassen sich keine sinnvollen Preisangaben machen, zumal Unternehmen im gleichen Atemzug auch zugehörige Serviceverträge aushandeln. Vorgefertigte Einzelstücke des ToughBook 55 MK3 findet man im freien Handel üblicherweise nicht unter 3000 Euro.
Nischenmarkt
Im engen Marktsegment der Ruggedized Notebooks ist Panasonic der größte, aber nicht einzige Mitspieler. Auch DuraBook (nicht zu Verwechseln mit dem ehemaligen Toshiba-Nachfolger DynaBook) und Getac tummeln sich in dieser Nische. Dell beschreitet zudem den Sonderweg und bietet einige Notebooks der Latitude- (alte Namensgebung) beziehungsweise Pro-Baureihen (neue Namensgebung) als Rugged-Varianten an. Deren speziellen Gehäuse sind nicht in allen Fällen so robust und geschützt wie gezielt für das Marktsegment entwickelte Notebooks, doch das technische Innenleben ist wiederum image-kompatibel zu den normalen Office-Notebooks. Das mag Admins erfreuen, wenn in einem Unternehmen nicht ausschließlich gehärtete Notebooks zum Einsatz kommen. (mue)