Copyright-Ärger: Neuer KI-Videogenerator von Bytedance vorerst nur in China

Hyperrealistische Szenen mit Darth Vader, Tom Cruise und Co gingen bereits viral. Doch Urheberrechtsinhaber laufen gegen Bytedance Sturm.

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(Bild: DIA TV / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Seedance 2.0 ist Bytedances neuester KI-Videogenerator. Das Unternehmen hinter der Social-Media-Plattform TikTok wollte ihn nach dem Start in China eigentlich auch bald in anderen Teilen der Welt zugänglich machen, doch daraus wird vorerst nichts. Denn diverse hyperrealistische Szenen aus der Software haben im Netz zwar viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, aber wohl auch den Zorn einiger großer Filmstudios und Streaming-Anbieter.

Das berichtet das Portal The Information unter Berufung auf informierte Kreise. Seit vergangenem Monat ist Seedance 2.0 in China fĂĽr Unternehmen und Privatnutzer verfĂĽgbar. Auch auf X machten schnell wilde Szenen die Runde, etwa von einem Faustkampf zwischen Tom Cruise und Brad Pitt oder Darth Vader und Deadpool, die sich mit Laserschwertern duellieren.

Diese Clips brachten ByteDance auch eine weniger erfreuliche Resonanz: Post von Disney, Warner Bros. Discovery, Paramount Skydance und Netflix. Darin sollen sie das chinesische Unternehmen auffordern, MaĂźnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass sein KI-Modell Inhalte generiert, die ihre Urheberrechte verletzen. Charles Rivkin, CEO der Motion Picture Association, rief Bytedance in einem Statement ebenfalls dazu auf, Urheberrechtsverletzungen mit Seedance 2.0 zu unterlassen.

Mitte März sollte Seedance 2.0 eigentlich weltweit verfügbar werden. Zum einen als separate App für Nutzer außerhalb Chinas, zum anderen als API für die Nutzung durch Unternehmen. Doch daraus wird laut der Quellen von The Information vorerst nichts. Demnach steht nun erst einmal die Lösung rechtlicher Probleme im Fokus, ebenso die Implementierung von Leitplanken, die künftige Urheberrechtsverletzungen verhindern sollen.

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In China fĂĽhrte Bytedance bei Seedance 2.0 jetzt Filter ein, welche die Erstellung urheberrechtsverletzender Clips verhindern sollen. Das funktioniert allerdings nicht so gut: Zahlende Nutzer beklagen sich zunehmend ĂĽber abgelehnte Prompts, die mit keinerlei urheberrechtlich geschĂĽtztem Material in Zusammenhang stehen. Die Arbeit an passenden SchutzmaĂźnahmen geht indes weiter, doch der neue Termin fĂĽr den weiltweiten Start von Seedance 2.0 bleibt unklar.

(nen)