Montag: FBI-Untersuchung infizierter Steam-Spiele, Pentagon-Milliarden für KI
Hilfesuche bei Steam-Ermittlungen + Milliarden-Auftrag für Anduril + Telefonzellen für Offline-Moskau + Gimp in neuer Version + Update für Hotpach-Windows-11
(Bild: Casimiro PT/Shutterstock.com)
Das FBI ruft Nutzer von acht bei Steam angebotenen, aber infizierten Spielen zu Hilfe. Diese sollen Malware enthalten und könnten Daten von den Systemen der Nutzer abgegriffen haben. Durch ein Formular sollen Spieler die Ermittlungen unterstützen, werden dafür aber auch nach teils sensiblen Daten befragt. Eine andere US-Behörde investiert hingegen massiv in Software. Das Pentagon bezahlt bis zu 20 Milliarden US-Dollar für einen mindestens fünfjährigen Rahmenvertrag mit Anduril, sodass sich das Rüstungs-Startup lange keine Sorgen um seine Zukunft machen muss. Die US-Armee soll damit von Daten aus einem KI-System profitieren. Derweil gehen in Russland Städte und ganze Regionen teils offline, denn Aufsichtsbehörden drehen das Netz ab. Ein russischer Abgeordneter schlägt im Parlament nun eine altbekannte Technologie vor. Die Regierung soll um Internetzugang erweiterte Telefonzellen aufstellen, damit Bürger auch bei Abschaltungen in Verbindung bleiben können – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Die US-amerikanische Bundespolizei hat Ermittlungen gegen Personen aufgenommen, die auf Steam Malware-infizierte Spiele angeboten haben. Damit könnten sensible Daten von den Systemen der Nutzer entwendet worden sein. Zur Sammlung von Informationen sucht das FBI deshalb jetzt nach Opfern, die eines oder mehrere solche Games von Valves Spiele-Plattform heruntergeladen und gespielt haben. Die Spieler werden aufgerufen, ein entsprechendes Formular auszufüllen, um die Ermittlungen zu unterstützen. Die Ermittler haben bislang diese mit Malware verseuchten Steam-Spiele identifiziert: „BlockBlasters“, „Chemia“, „Dashverse/DashFPS“, „Lampy“, „Lunara“, „PirateFi“ und „Tokenova“. Valve hat die meisten davon bereits aus der Spiele-Plattform entfernt: FBI sucht Opfer infizierter Steam-Spiele für eigene Ermittlungen.
In dieser Woche vergab das US-Verteidigungsministerium an das Unternehmen Anduril, gegründet von Oculus-Erfinder Palmer Luckey, einen neuen Rahmenvertrag. Dieser läuft fünf Jahre und kann danach um weitere fünf Jahre verlängert werden. Das Gesamtvolumen beträgt 20 Milliarden US-Dollar. Darin sind Hard- und Software sowie Service-Dienstleistungen für die US Army enthalten. Als einzig konkretes Produkt nennt das Pentagon nur das KI-System „Lattice“. Das ist Andurils KI-Plattform, mit der sich verschiedene Datenquellen verknüpfen lassen, auch die Informationen aus Sensoren von (autonomen) Drohnen. Lattice OS kann Berichten zufolge unter anderem 3D-Modelle eines Kampfgebietes darstellen. Das Schlachtfeld wird damit „zunehmend von Software bestimmt“: Pentagon vergibt 20-Milliarden-Auftrag an Anduril.
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Nach zunehmenden Netzabschaltungen in Russland kursiert im Parlament der Vorschlag, wieder Telefonzellen aufzustellen. Die Wiederbelebung von Telefonzellen, nun mit Internetzugang, sei dringlich geworden, sagte der Duma-Abgeordnete der Kremlpartei Einiges Russland, Igor Antropenko. „Das ermöglicht es Bürgern, sogar in der Zeit von Abschaltungen Verbindung zu halten und gewährleistet ein gebührendes Niveau an Sicherheit.“ Denn seit Tagen klagen Menschen in Russland über massive Internetprobleme, die Moskau zum Funkloch machen und den Alltag behindern. An den Kassen muss teilweise wieder bar bezahlt werden, Apps für etwa Fitnesszentren, Banken, Kurierdienste oder Taxis funktionieren nicht wegen der Abschaltungen in Moskau: Mit Telefonzellen aus dem Funkloch?
Das Gimp-Team hat Version 3.2 der freien Bildbearbeitungssoftware veröffentlicht. Im Mittelpunkt des neuen Release stehen nicht-destruktive Ebenentypen. Bereits mit GIMP 3.0 wurden nicht-destruktive Filter eingeführt, die den Arbeitsablauf grundlegend verändern sollen. Wie das Projekt erläutert, war der Hauptfokus des Projektplans für 3.2 das Konzept „non-destructive layers“. Zwei neue Ebenentypen plus erweiterte Text-Layer setzen dies um, jeweils mit einem Rasterize/Revert-Mechanismus, der versehentliche destruktive Bearbeitungen rückgängig machen kann. Für Pixel-Art-Künstler dürfte der neue Overwrite-Paint-Modus besonders interessant sein, aber auch Bedienoberfläche und MyPaint-Pinsel wurden überarbeitet: Das ändert sich für Designer und Pixel-Künstler mit Gimp 3.2.
Microsoft hat ein Update außer der Reihe für Windows-11-Clients insbesondere in Enterprise-Umgebungen herausgegeben. Es ist für Maschinen gedacht, die Hotpatching aktiviert haben. Microsoft erklärt, dass das Update Sicherheitslücken im Management-Tool des Routing-and-Remote-Access-Services (RRAS) korrigiert, das Angreifern bei Verbindungen verwundbarer Clients auf bösartige Server das Einschmuggeln und Ausführen von Schadcode ermöglicht. Der Hotfix außer der Reihe ist kumulativ und umfasst auch die Fehlerkorrekturen letzter Woche. Diese Aktualisierung ist lediglich für Windows-11-Geräte nötig, die Hotpatching aktiviert haben und für die Fernverwaltung von Servern eingesetzt werden. Übliche Desktop-Clients bedürfen daher keiner weiteren Aktion: Update für Windows 11 mit Hotpatch außer der Reihe.
Auch noch wichtig:
- Mit einer Reform der Förderrichtlinien will Schnieder die Magnettechnologie als moderne und hocheffiziente Alternative zu U-Bahnen im Nahverkehr etablieren: Bundesverkehrsministerium plant mit Transrapid 2.0 Comeback für den ÖPNV.
- „There are no secrets“, so das Motto von Palantirs Konferenz, auf der die Software als Wunderwaffe inszeniert wird – vor allem für Militär und Gesundheitswesen. So sagt Palantir-Chef Karp: "Wir unterstützen Kriegsführung und sind sehr stolz darauf".
- Adobe legt einen Rechtsstreit über versteckte Kündigungsgebühren mit einer Geldstrafe bei, streitet aber ein Fehlverhalten ab: Versteckte Kündigungsgebühren enden für Adobe mit Millionenstrafe.
- Kurz vor dem chinesischen Neujahr sind neue Qwen-Modelle in unterschiedlichen Größen erschienen, die alle multimodal sind. Es handelt sich um die Qwen3.5-Familie: Feuerwerk neuer LLMs von Alibaba.
- Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Busse mit alternativen Antrieben in Deutschland deutlich an. Vor allem Hamburg und Berlin setzen auf Elektroantriebe: Fast 5000 Fahrzeuge im Einsatz bei Elektrobus-Boom in Deutschland.
- Nachdem Google bereits am Freitag ein Notfall-Update für Chrome veröffentlicht hat, legt der Hersteller in der Nacht zum Samstag nach: Erster Fix für Chrome unzureichend, neues Notfall-Update veröffentlicht.
- Die deutschen Synchronstimmen von Jennifer Lopez bis Tom Cruise sind im KI-Streit: Die Künstler warnen vor Datenmissbrauch und fordern Schutz vor Kopien. Nun lehnt eine Synchronsprecherin Netflix-Auftrag wegen KI-Klauseln ab.
- Das Kartellverfahren um Ticketmaster droht ohne Urteil zu enden. Jetzt gibt es neue Beweisanträge mit internen Chats über extreme Konzertpreise: Live-Nation-Mitarbeiter finden Kunden in interne Chats „so dumm“.
- Die Digitalisierung soll das Gesundheitswesen retten – doch Nutzen, Risiken und soziale Folgen bleiben offen. Wohin geht die Reise? Das beleuchtet der Missing Link: Fünf Trends Digitaler Gesundheit und was sie bedeuten.
- Ein neues Gesetz beschleunigt den Zugang zu Cloud-Daten in der EU. Anbieter müssen binnen Stunden reagieren. Das Bundesamt für Justiz überwacht die Einhaltung bei grenzüberschreitenden Cloud-Zugriffen: E-Evidence-Gesetz tritt in Kraft.
(fds)