„John Carpenter‘s Toxic Commando“ angespielt: Zombie-Action für B-Movie-Fans

„John Carpenter‘s Toxic Commando“ ist ein kompromissloser Koop-Zombie-Shooter mit B-Movie-Flair.

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Screenshot aus Toxic Commando

(Bild: Saber Interactive)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Andreas Müller
Inhaltsverzeichnis

Der US-amerikanische Regisseur John Carpenter gilt als der König der B-Movies, der seinen Ruf in den 1970er- und 80er-Jahren festigte. „Die Klapperschlange“ oder „Das Ding aus einer anderen Welt“ sollten heute in keiner gut sortierten Genre-Filmsammlung fehlen. Schon immer war er auch ein großer Videospiel-Liebhaber Mit „Toxic Commando“ von Saber Interactive erscheint nun ein Videospiel, das stilistisch ganz im Sinne des Meisters sein soll.

Tja, so kann es kommen. Da bist du als Söldner auf Selbstmordmission und wirst plötzlich mit einer Art Virus infiziert, welches alles noch schlimmer macht. Irgendein gieriger Firmenboss hat den Erdkern angegraben und plötzlich wird die Welt von Zombies überrannt. Überraschenderweise sieht der besagte Firmenboss aber seinen Fehler ein und schickt die Söldner mit entsprechender Bewaffnung erneut in den Kampf gegen das Böse.

Toxic Commando angespielt (5 Bilder)

Kompromisslos anspruchslos: „John Carpenter’s Toxic Commando“ ist ein kurzweiliger Koop-Egoshooter für B-Movie-Fans. (Bild:

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Originelle Plot-Twists oder komplexe Charakterzeichnungen sollte niemand erwarten. Saber Interactive dreht Handlung und Spielprinzip bewusst auf 11. In diesem PvE-Shooter geht es allein oder mit bis zu drei Mitspielern im Crossplay plattformübergreifend immer direkt durch die Mitte. Ständig ist in den Missionen etwas auf dem Bildschirm los, es platzen die Köpfe und es spritzt das Blut. „Toxic Commando“ ist kein Spiel für Feingeister oder Taktiker, sondern derbe brutale Ego-Shooter-Action.

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Alleine ist man dabei nicht. Irgendwo steht immer ein Truck herum, der mit seinem Maschinengewehr die Gegner niedermäht oder mit seiner Seilwinde Hindernisse aus dem Weg räumt. Das Problem: So einem Truck geht auch mal Sprit und Munition aus und ständig gibt es etwas zu reparieren. Deswegen müssen die Spieler nicht nur gegen Zombies und Monster kämpfen, sondern auch Ersatzteile oder Sprit suchen.

Die mehrstufigen Missionen boten in unseren Anspielstunden viel Action, aber wenig Abwechslung. Das Team fährt und ballert sich durch die Gegend, besorgt mal eine Bombe oder Treibstoff und verteidigt am Ende einen Stützpunkt. Dabei helfen nicht nur Standardwaffen wie Sturmgewehr oder Schrotflinte, sondern auch Mörser oder Drahtgitter, die zufällig in der Gegend herumstehen. Alles hat seinen Preis, Rohstoffe sind knapp und die Zombies zahlreich.

Meist kommen die Zombies in Horden, aber manchmal tauchen besonders fiese Monster auf, die das Team mit Greifarmen packen oder mit einer Art Strahl beschießen. Geht ein Spieler mal k. o., kann er von einem Teammitglied wiederbelebt werden. Manchmal kommt es auch zu einer Art Bosskampf, wenn die Spieler sogenannte Sludgits zerstören müssen, die wie Wurzeln aus der Erde sprießen.

Ist die Mission bestanden, geht es in die Heimatbasis. Hier dürfen die Spieler ähnlich wie im Black-Ops-Zombie-Modus mit Zielfernrohren oder Extra-Magazinen ihre Waffen aufrüsten. Nach einem Levelaufstieg gibt es auch ein paar Erfahrungspunkte, die Spieler für Fähigkeiten ausgeben können. Dank vier unterschiedlicher Spielklassen kann der Sanitäter seine Freunde besser heilen oder der Verteidiger einen Schutzwall errichten und als sogenannter Strike Feuerbälle werfen. Wer will, kann mit den einzelnen Klassen experimentieren. Niemand ist auf eine Richtung festgelegt.

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Trotz dieser wenigen Rollenspielelemente bleibt „Toxic Commando“ ein anspruchsloser Koop-Shooter, der sich nie ernst nimmt. Die Sprüche der einzelnen Teammitglieder sind platt, der Witz manchmal bodenlos. Was uns tatsächlich gefehlt hat, war der „Carpenter“-Touch. Die Musik ist austauschbar und den Plot hat man nun schon viel zu oft durchgespielt. Zumindest ein paar Film-Zitate hätten das Ganze für Fans aufgewertet. So bleibt nur ein Carpenter aus der späten „Ghost of Mars“-Ära, nicht aus den glorreichen „Big Trouble in Little China“-Zeiten.

Ehrlich und dreckig – „John Carpenter’s Toxic Commando“ will nie mehr sein als ein geradliniger und ziemlich blutiger Zombie-Shooter. Die Grafik zählt nicht zum Besten, was das Genre hergibt, und die Story ist nur eine Ausrede für reichlich Action, aber Langeweile gibt es genauso wenig wie bei einem gut abgehangenen B-Movie der 1980er Jahre.

Taktische Finessen oder Abwechslung dürfen die Spieler bei diesem kompromisslosen Ego-Shooter aber nicht erwarten. Auch hält sich der Einfluss des großen Namens in Grenzen. Wir haben zumindest in unseren Anspielstunden kaum Verweise auf die Filme des Regisseurs gefunden. Was bleibt, ist ein unterhaltsamer wie anspruchsloser Koop-Egoshooter.

„John Carpenter’s Toxic Commando“ ist für Windows, PS5 und Xbox-Series erschienen. Es kostet ca. 40 €. USK ab 18. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden die Windows-Version gespielt.

(dahe)