Neural Rendering: Nvidia DLSS 5 soll Videospiele fotorealistisch machen
Nvidias DLSS 5 denkt das Spiele-Rendering neu: Aus Farben und Bewegungsvektoren eines Videospiels soll ein KI-Modell fotorealistische Grafik basteln.
So sieht Bethesdas „Starfield“ mit DLSS 5 aus.
(Bild: Nvidia)
Für Nvidia-CEO Jensen Huang ist es eine „Neuerfindung der Spielegrafik“: Nvidia hat auf der GTC-Konferenz DLSS 5 (Deep Learning Super Sampling) vorgestellt. Es handelt sich um ein KI-Modell, das aus Farben und Bewegungsvektoren annähernd fotorealistische Grafik baut. Die KI soll tiefer in die Spiele integriert sein als vorherige DLSS-Versionen.
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Das Ergebnis sieht aus wie ein KI-generiertes Video – nur, dass DLSS 5 die Bilder in Echtzeit auf den Bildschirm werfen soll. Das KI-Modell wurde laut Nvidia darauf trainiert, Spielfiguren, Haar, verschiedene Stoffe und Hautmaterial auseinanderzuhalten und realistische Lichtbedingungen abzubilden und zeitlich stabil zu halten. Dafür analysiert das Modell die Frames eines Videospiels.
DLSS 5 auch für bereits veröffentlichte Spiele
Für Entwickler, die DLSS 5 in ihre Spiele integrieren wollen, stellt Nvidia Werkzeuge bereit, um den KI-Output zu steuern. Sie sollen etwa Color Grading einstellen können und verschiedene KI-Verbesserungen an- und ausschalten, damit ein Spiel seine Ästhetik behalten kann. Laut Nvidia wollen unter anderem Bethesda, Capcom, Ubisoft und Warner Bros. Games DLSS 5 in Videospielen einsetzen.
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Dabei kann DLSS 5 nicht nur auf künftige Spiele angewendet werden. Auch bereits veröffentlichte Titel können ein Update auf das neue KI-Modell von Nvidia bekommen. Angekündigt ist ein DLSS-5-Update unter anderem für „Starfield“, „Assassin’s Creed Shadows“, „Hogwarts Legacy“ und „The Elder Scrolls Oblivion 4: Remastered“. DLSS 5 soll im Herbst für RTX-50-Grafikkarten erscheinen.
Spiele-Community ist entgeistert
Die ersten Reaktionen in der Gaming-Community fallen äußerst negativ aus: Viele befürchten, dass DLSS 5 die Vision der Entwickler überschreiben und Videospiele in optischen KI-Slop verwandeln könnte. Vor allem Gesichter sehen sehr nach den KI-Filtern aus, die man aus sozialen Medien kennt. Das Aussehen von Spielfiguren ändert sich in den von Nvidia gewählten Vergleichsbeispielen zudem teilweise drastisch.
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Gleichzeitig zeigen Vergleichsbilder aber einen riesigen Sprung in der Belichtungsqualität von Spielszenen. Wie selektiv Entwickler mit den verschiedenen Aspekten von DLSS 5 umgehen können, muss sich zeigen. Denkbar ist etwa, dass man Gesichter auch deutlich zurückhaltender ändern und vorwiegend Lichteffekte aufwerten kann.
Ergänzung für bestehende DLSS-Techniken
Vorherige Versionen von DLSS haben vor allem die Performance von Videospielen verbessert, indem sie Spielgrafik von niedrigen Auflösungen hochskalieren oder zwischen zwei gerenderten Frames KI-generierte Bilder einfügen. DLSS 5 ist ein grundlegend anderes Konzept, das ergänzend zu DLSS Upscaling und Frame Generation gesehen werden sollte. Nvidia bestätigt in einer FAQ, dass die vorhandenen Techniken parallel zu DLSS 5 eingesetzt werden können.
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Unklar ist noch, welche Performance-Auswirkungen DLSS 5 mit sich bringt. Laut dem Technikmagazin Digital Foundry, das DLSS 5 bereits ansehen konnte, lief das Modell bei der Nvidia-Demo gleich auf zwei RTX-5090-Grafikkarten: eine fĂĽr das Rendering des Spiels, die andere fĂĽr die DLSS-5-Komponente. Eine einzelne RTX 5090 kostet mehr als 3000 Euro. Um DLSS 5 also wirklich fĂĽr normalsterbliche Spiele-Fans brauchbar zu machen, hat Nvidia also noch etwas Arbeit vor sich.
(dahe)