Abstimmung läuft: Gewerkschaften wollen Samsung 18 Tage lang bestreiken
Bei Samsung läuft eine Urabstimmung über einen 18 Tage langen Streik Ende Mai. Hintergrund ist die wachsende Einkommensschere zu konkurrierenden Arbeitgebern.
(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)
In Südkorea sind rund 90.000 Angestellte von Samsung zu einer Abstimmung über einen Streik aufgerufen, der die Engpässe in der globalen Halbleiterversorgung noch einmal verschärfen könnte. Das berichtet die Korea Times und ergänzt, dass die Abstimmung unter den gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen noch bis zum morgigen Mittwoch läuft. Sollte dabei eine Mehrheit für den Streik zusammenkommen, würden die drei größten Gewerkschaften demnach zu einem 18-tägigen Streik aufrufen, der am 21. Mai beginnen würde. In der Folge könnte etwa die Hälfte der Produktion in Samsungs großem Halbleiterkomplex südlich von Seoul wegfallen, ergänzt Reuters.
Kontroverse Drohungen der Gewerkschaften
Bei dem Konflikt geht es um eine wachsende Einkommensschere zu konkurrierenden Firmen wie SK Hynix, erläutert die Nachrichtenagentur. Der Halbleiterhersteller hat demnach im Herbst eine gewerkschaftliche Forderung nach einer Vergütungsreform akzeptiert, die unter anderem höhere Boni vorsieht. In der Folge sei die Zahl der Samsung-Angestellten, die einer Gewerkschaft angehören, sprunghaft angestiegen. Innerhalb von drei Monaten hätten zudem 100 Gewerkschaftsangehörige Samsung verlassen, um unter anderem bei SK Hynix anzuheuern. Samsung hat demnach jetzt vor den Folgen des angedrohten Streiks gewarnt und gleichzeitig versichert, weiterhin „aufrichtig“ mit den Angestellten sprechen zu wollen. Der Konzern hat demnach 6,2 Prozent mehr Grundgehalt angeboten.
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Die Korea Times ergänzt noch, dass Ankündigungen der Gewerkschaften für den Umgang mit Gewerkschaftsangehörigen, die am Streik nicht teilnehmen wollen, in Südkorea für eine Kontroverse gesorgt haben. Choi Seung-ho, der Chef der Samsung Electronics Labor Union, hat demnach erklärt, dass seine Organisation eine Liste von Gewerkschaftsmitgliedern erstellen will, die während eines Streiks weiterarbeiten. Die sollen dann später priorisiert werden, wenn es um Zwangsversetzungen oder Entlassungen geht, die eine Konsultation der Gewerkschaft erfordern. Zudem sollte eine Stelle eingerichtet werden, bei der Gewerkschaftsmitglieder gemeldet werden können, die während eines Streiks mit Samsung kooperieren. Der Streik wäre erst der zweite in der Geschichte von Samsung.
(mho)