Forscher finden Bausteine für irdisches Leben auf Asteroid Ryugu

2020 brachte die Sonde Hayabusa2 Proben vom Asteroiden Ryugu zur Erde. Darin haben Forscher die Bausteine für das menschliche Erbgut gefunden.

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Künstlerische Darstellung der japanischen Sonde Hayabusa2 auf dem Asteroiden Ryugu

Künstlerische Darstellung der japanischen Sonde Hayabusa2 auf dem Asteroiden Ryugu

(Bild: JAXA)

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Kommt das Leben doch aus dem All? Diese These vertreten Wissenschaftler schon länger. Eine Analyse der Gesteinsproben des Asteroiden Ryugu stützt sie.

Ein Team um Toshiki Koga von der Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC) in Yokosuka hat die Proben untersucht, die die Sonde Hayabusa2 vom Asteroiden Ryugu 2020 zur Erde brachte. Darin hätten sie alle fünf Nukleinbasen gefunden, die Bausteine für das Erbgut irdischen Lebens, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Astronomy.

Die genetischen Informationen sind in der Desoxyribonukleinsäure (DNS, Englisch: Desoxyribonucleic Acid, kurz DNA) und der Ribonukleinsäure (RNS; Englisch: Ribonucleic Acid, RNA) gespeichert. Die DNA besteht aus den Nukleinbasen Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T). RNA enthält statt Thymin Uracil (U). Alle fünf konnten die japanischen Forscher im Gestein des Asteroiden nachweisen. Sie stammen mithin aus der Frühzeit des Sonnensystems.

Im vergangenen Jahr machten Forscher in den USA eine vergleichbare Entdeckung: In den Proben, die die Mission Osiris-Rex 2023 von dem Asteroiden Bennu zur Erde brachte, fanden sie ebenfalls die fünf Nukleinbasen sowie einen Großteil der in irdischem Leben vorkommenden Aminosäuren. Das stützt die These, dass die Bausteine für Leben von außen auf die Erde gekommen sein könnten.

Zwar konnten auch früher schon in Meteoriten, die auf der Erde einschlugen, Nukleinbasen nachgewiesen werden, etwa in dem Murchison-Meteoriten, der 1969 in Australien auf die Erde traf. Doch bestand bei diesen Funden die Gefahr, dass erst nach dem Aufschlag auf der Erde eingetragen wurden. Dies ist bei den Proben von Ryugu und Bennu nicht der Fall, was diese beiden Funde bedeutend macht.

Hayabusa2 startete 2014 zu dem Asteroiden Ryugu, wo sie 2018 ankam. Dort absolvierte das Raumfahrzeug ein umfangreiches Forschungsprogramm. Dazu gehörte auch, mehrere Lander auf dem Himmelskörper abzusetzen. Einer davon, Mascot, war eine Entwicklung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und seines französischen Pendants Centre National d’Études Spatiales (CNES).

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Höhepunkt der Mission war 2019 die Landung von Hayabusa2 auf Ryugu. Dort nahm sie Proben und brachte sie anschließend zur Erde. Ende 2020 erreichte der Behälter mit den Proben die Erde. Seither werden sie eingehend analysiert.

(wpl)