Jensen Huang zu Shitstorm: Gamer „haben Unrecht“ über DLSS 5
Es ist ein klassischer Shitstorm: Viele Gamer im Netz sind wegen DLSS 5 auf Nvidia wütend. Unternehmensschef Jensen Huang verteidigt die Technik.
Screenshot aus „Resident Evil 9“ mit DLSS 5
(Bild: Nvidia)
„Sie haben vollkommen Unrecht“: Nvidia-CEO Jensen Huang hat die KI-Technik DLSS 5 in einer Fragerunde auf der GTC verteidigt. Viele Gamer kritisieren Nvidia seit der Vorstellung von DLSS 5 in den sozialen Medien heftig. Sie sehen in der Technik KI-Slop und befürchten, dass Entwicklern die kreative Kontrolle über das Aussehen ihres Spiels verloren geht.
Genau das soll aber nicht passieren, sagte Huang dem Technikmagazin Tom’s Hardware in einer GTC-Fragerunde. „DLSS 5 verbindet die Steuerbarkeit von Geometrie, Texturen und allem im Spiel mit generativer KI. Es ist kein Post-Processing, es ist generative Steuerung auf Geometrieebene.“ Das sei alles in der direkten Kontrolle der Entwickler.
Soll heißen: DLSS 5 wird nicht einfach über das fertige Spiel geklatscht und darf machen, was es will. Stattdessen können Entwickler die KI-Technik tiefer in ihr Spiel verankern und bekommen Kontrolle darüber, wo DLSS 5 agieren und wie sich die Technik verhalten soll. In einer FAQ hatte Nvidia das von Anfang an so kommuniziert – doch in den offiziellen Vergleichsvideos, die viral gingen, ist davon nichts zu sehen.
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Überwältigende Kritik
Die Reaktion in vielen Ecken des Internets fällt bemerkenswert drastisch aus: Auf Reddit und X machen Spielefans ihrem Ärger mit wütenden Posts und ätzenden Memes Luft. Besonders die KI-bearbeiteten Gesichter von Spielfiguren stehen im Mittelpunkt der zu großen Teilen nachvollziehbaren Kritik. Doch der Ärger hat sich so sehr hochgeschaukelt, dass zum Beispiel YouTuber, die differenzierte DLSS-5-Einschätzungen abgeben, mit Morddrohungen konfrontiert werden.
Die Erfahrung zeigt, dass sich negative Reaktionen auf frühe Versionen von DLSS-Technik im Laufe der Zeit verflüchtigen können: Auch die ursprüngliche Upscaling-Technik von DLSS wurde anfangs von vielen verschmäht. Heute finden viele Gamer DLSS 4.5 im Blindtest hübscher als native Auflösung. Derweil verfolgt DLSS 5 ein komplett anderes Konzept als frühere Iterationen: Anstatt durch KI-Technik die Performance zu verbessern, nutzt DLSS 5 generative KI zum Verändern der Spielegrafik – für viele ist das grundsätzlich ein rotes Tuch.
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Release im Herbst
Nvidia und Entwicklungspartner haben bis zum Release für RTX-50-Grafikkarten im Herbst Zeit, um DLSS 5 zu tunen. Anschließend dürfte die Technik noch über Jahre weiterentwickelt werden. Die viel kritisierten Vergleichsbilder zeigen trotz Uncanny-Valley-Gesichtern Potenzial: Beispielsweise kann DLSS 5 die Beleuchtung und die Materialeigenschaften in „Starfield“ deutlich verbessern.
Laut Nvidia wollen unter anderem Bethesda, Capcom, Ubisoft und Warner Bros. Games DLSS 5 in Videospielen einsetzen.
(dahe)