Donnerstag: Urheberrechtsklage gegen Anthropic, EU gegen KI-generierte Deepfakes

KI-Training mit raubkopierten Songs + Deepfake-Verbot nimmt EU-Hürde + Samsung und AMD als KI-Partner + Austria-Förderung von Internet-Projekten + #heiseshow

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Ein weiblich anmutender Roboter sitzt vor einem Mischpult mit Bildschirmen und singt oder spricht in ein Mikrofon; Donnerstag: Anthropic-Raubkopien, EU-Deepfake-Verbot, KI-Beschleuniger-Koop, netidee-Förderung & #heiseshow

(Bild: Bild: KI Stable Diffusion | Bearbeitung c't)

Lesezeit: 7 Min.

Bertelsmanns Rechteverwalter BMG wirft Anthropic umfassende Urheberrechtsverletzungen beim Training des KI-Chatbots Claude vor und reicht in den USA Klage ein. Die KI-Firma soll Songs der Rolling Stones, Bruno Mars und anderer Musikgrößen zudem kopiert und reproduziert haben. BMG verlangt Unterlassung und Wiedergutmachung. In Europa hat der Bürgerrechtsausschuss der EU dem geplanten Verbot von KI-Systemen, die sexualisierte Bilder ohne Zustimmung der Abgebildeten generieren können, zugestimmt. Dieses Verbot soll mit KI erstellte Deepfakes unterbinden. Nächste Woche soll das EU-Parlament darüber abstimmen. Für neue KI-Systeme haben Samsung und AMD eine Absichtserklärung zu KI-Speichern der nächsten Generation unterzeichnet. Denn AMDs KI-Beschleuniger setzen auf Samsungs High-Bandwidth Memory. Zudem sondieren die Konzerne eine Foundry-Partnerschaft und würden damit ihre fast zwei Jahrzehnte lange Partnerschaft weiter vertiefen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Der zum deutschen Bertelsmann-Konzern gehörende Musikrechteverwalter BMG Rights Management hat Anthropic vor einem kalifornischen Bundesgericht verklagt. Das KI-Unternehmen soll urheberrechtlich geschützte Songtexte verwendet haben, um seinen KI-Chatbot Claude zu trainieren. In der Klage wirft BMG Anthropic „umfassende Urheberrechtsverletzungen“ vor „an urheberrechtlich geschützten Musikkompositionen, die BMG gehören oder von BMG kontrolliert werden“, darunter Songs der Rolling Stones, Bruno Mars und andere Musikgrößen. Anthropic soll diese unberechtigterweise kopiert und reproduziert und damit Hunderte Urheberrechtsverletzungen begangen haben. BMG fordert von Anthropic Unterlassung und Wiedergutmachung: BMG verklagt Anthropic wegen Verwendung von Rolling-Stones-Songs für KI-Training.

Was KI-Modelle aus dem Training machen, ist nach Ansicht der EU teilweise ein Problem. Deshalb haben die EU-Ausschüsse für Binnenmarkt und Bürgerrechte am Mittwoch den geplanten Änderungen des sogenannten Omnibus-Pakets zugestimmt. Damit sollen Hochrisiko-KI-Systeme reguliert, aber auch bestimmte Deepfakes verboten werden. Dazu gehört die KI-Generierung von Inhalten, die Kindesmissbrauch und intime Situationen zeigen, sowie sexuelle Handlungen, die nicht einvernehmlich sind. Gemeint ist nicht nur die fehlende Erlaubnis des Aktes, sondern die fehlende Erlaubnis, solche Bilder künstlich zu erzeugen. Solche sogenannten Nacktbildgeneratoren sollen nun verboten werden, wenn die KI-Systeme keine wirksamen Sicherheitsmaßnahmen besitzen: EU-Ausschuss unterstützt Verbot von Deepfake-fähigen KI-Systemen - mit Ausnahmen.

Solche KI-Modelle benötigen leistungsfähige Systeme, und dafür werden Samsung und Advanced Micro Devices (AMD) künftig bei KI-Speicher- und Rechenlösungen der nächsten Generation zusammenarbeiten. Im Rahmen der Vereinbarung werden Samsung und AMD die Lieferung von Samsungs High-Bandwidth Memory (HBM4) für den KI-Beschleuniger der nächsten Generation von AMD (Instinct MI455X) sowie von optimiertem DDR5-Speichern für AMDs EPYC-Prozessoren der sechsten Generation (Codename „Venice“) abstimmen, heißt es. Beide Unternehmen werden zudem Möglichkeiten einer Foundry-Partnerschaft erörtern, in deren Rahmen Samsung Auftragsfertigungsdienstleistungen für AMD-Produkte der nächsten Generation erbringen würde: Samsung und AMD erweitern ihre strategische Zusammenarbeit für KI-Chips.

Es muss nicht unbedingt um KI gehen bei den Internet-Projekten, für die die österreichische Förderaktion netidee 300.000 Euro Förderung auslobt. Der netidee-Call wurde dieses Jahr zum 21. Mal aufgelegt. Dabei werden innovative Internet-Projekte sowie die Weiterentwicklung bereits erfolgreicher Internet-Projekte gefördert. Privatpersonen, Unternehmen, Studierende, Vereine und Uni-Institute können sich für eine Prämierung von bis zu 60.000 Euro pro Projekt bewerben. Zusätzlich wird der Martin-Prager-Integrationspreis in Höhe von 3000 Euro für ein Projekt, das am besten auf eine Stärkung der digitalen Teilhabe sowie die Nutzung des Internets für integrative Zwecke abzielt, vergeben. Anträge können online bis zum 7. Juli 2026 auf www.netidee.at eingereicht werden.

KI ist auch eines der Themen in der heutigen Ausgabe der #heiseshow. Denn Microsoft will angeblich davon abrücken, Copilot in sämtliche Bereiche der Windows-Oberfläche zu integrieren. Hat die Kritik der Nutzer tatsächlich Wirkung gezeigt? In Deutschland könnte die Magnetschwebebahn im ÖPNV ihr Comeback feiern, wenn es nach Plänen des Bundesverkehrsministers geht. Ist die Magnetschwebebahn auf Stelzen wirklich die günstigere und schnellere Alternative zum milliardenschweren U-Bahn-Bau? Für den Individualverkehr wollen zwei Großunternehmen Ladebordsteine für Elektroautos in deutschen Städten installieren. Kann der Ladebordstein die Lücke für alle schließen, die keine eigene Garage haben? Darüber diskutieren wir heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Microsoft und KI, Magnetschwebebahn, Ladebordsteine.

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(fds)