Nächstes Online-Spiel vor dem Aus: Sony schaltet Server für „Firewall Ultra“ ab
Ein weiteres Online-Spiel verschwindet vom Markt. Mit der Abschaltung von „Firewall Ultra“ trifft es dieses Mal einen VR-Exklusivtitel von Sony.
Mit „Firewall Ultra“ geht ein einst vielversprechender VR-Online-Shooter endgültig vom Netz.
(Bild: First Contact Entertainment)
Der taktische VR-Shooter „Firewall Ultra“ für Playstation VR2 verschwindet noch dieses Jahr vom Netz – danach lässt sich das Spiel in keiner Form mehr starten. Das geht aus einem Update auf dem offiziellen PlayStation-Blog hervor. Sony gibt an, dass die Online-Funktionen am 17. September 2026 um 18 Uhr beendet werden.
Da für jede Partie eine Serververbindung erforderlich ist, wird der Titel ab diesem Zeitpunkt insgesamt unspielbar sein. Zwar existiert ein begrenzter PvE-Modus, also Gefechte gegen computergesteuerte Gegner, doch auch dieser ist an die Online-Infrastruktur gebunden. Aktuell ist „Firewall Ultra“ im Playstation Store nicht mehr regulär erhältlich. Der Vorgänger „Zero Hour“ bleibt dagegen vorerst verfügbar.
Nicht der erhoffte Erfolgstitel für die PSVR 2
„Firewall Ultra“ erschien im August 2023 exklusiv für PSVR 2. Der Mehrspieler-Shooter sollte an den Erfolg von „Firewall Zero Hour“ aus dem Jahr 2018 anknüpfen, das auf der ersten Playstation VR eine treue Community aufgebaut hatte. Zum Start der Playstation VR2 galt der Titel von First Contact Entertainment als eines der vielversprechendsten Spiele für Sonys neue VR-Plattform. Doch zahlreiche Bugs sowie fragwürdige Designentscheidungen sorgten für einen holprigen Start des Prestigeobjekts.
Nur vier Monate nach der Veröffentlichung kündigte das verantwortliche Studio First Contact Entertainment seine Schließung an. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem eine insgesamt fehlende Unterstützung für VR im Markt. Damit blieb „Firewall Ultra“ faktisch ohne langfristige Betreuung. Erst Anfang 2025 veröffentlichte Sony noch ein überraschendes Update, das Anreize für neue Mitspielende schaffen sollte. Dieser letzte Versuch, die Aktivität zu steigern, scheint nun ebenfalls gescheitert zu sein.
Das große Spielesterben geht weiter
„Firewall Ultra“ reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Online-Titeln ein, die bei Nichterreichen der geplanten Spielerzahlen komplett eingestellt werden. Sonys „Concord“ hielt 2024 nur gerade mal zwei Wochen durch, während das im Januar 2026 veröffentlichte „Highguard“ nur sechs Wochen lief. Im VR-Bereich endete letztes Jahr mit „OrbusVR“ das bis dato älteste VR-MMORPG, während das eigentlich eingestellte VR-Kultspiel „Echo VR“ nur durch die Bemühungen einer aktiven Community am Leben gehalten wird.
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Im Kampf gegen das Verschwinden von Spielen hat sich in den vergangenen Jahren die mittlerweile als NGO organisierte Initiative „Stop Killing Games“ formiert. Sie will erreichen, dass Spiele nach Serverabschaltungen zumindest offline nutzbar bleiben. Im Fall von Ubisofts „The Crew 2“ gelang dieses Vorhaben, und Ubisoft setzte einen Offline-Modus um. Bei „Firewall Ultra“ stehen die Zeichen schlechter. Mit dem Abschalten der Server endet auch der Zugang zum Spiel selbst.
(joe)