Meta geht offenbar gegen VR-Piraterie vor: Raubkopierplattform geht offline

Die größte Raubkopierplattform für Quest-Spiele hat ihre Tätigkeit eingestellt. Auslöser soll eine DMCA-Beschwerde seitens Meta gewesen sein.

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Mann trägt Quest 3 mit Elite Strap, von der Seite aufgenommen.

Meta hat angeblich Maßnahmen gegen die illegale Bereitstellung des VR-Spiels „Beat Saber“ ergriffen.

(Bild: Meta)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die mit Abstand größte Plattform für VR-Piraterie hat den Betrieb eingestellt. Die unter dem Namen „VRPirates“ firmierende Gruppe hat auf ihrem Discord-Server das Ende ihrer Aktivitäten angekündigt.

„VRP stellt wegen einer aktuellen DMCA-Löschanfrage seitens Meta den Betrieb ein. Infolgedessen nehmen wir keine Spenden mehr an, stellen keine gesponserten Download-Server mehr bereit und hosten keine Inhalte mehr öffentlich. Sämtliche damit verbundenen Aktivitäten werden mit sofortiger Wirkung eingestellt“, heißt es wörtlich.

Meta hat die DMCA-Löschanfrage bislang nicht offiziell bestätigt, weshalb heise online Meta um eine Stellungnahme gebeten hat.

Das Kernprojekt der Gruppe war „Rookie Sideloader“, ein PC-Programm, das es Nutzern ermöglichte, Tausende VR-Spiele mit nur einem Mausklick auf Quest-Headsets herunterzuladen. Die gut organisierte Gruppe war unter anderem für das Cracken, Aktualisieren und Bereitstellen der Spiele auf Servern verantwortlich.

Der Code hinter „Rookie Sideloader“ ist nach wie vor auf Github verfügbar, aber weitgehend nutzlos ohne Server-Infrastruktur und ein Team, das Inhalte regelmäßig hochlädt und pflegt. Das Wiki der Gruppe, das Nutzer an die Verwendung von „Rookie Sideloader“ heranführte, ist nicht mehr im Netz abrufbar. Weiterhin aktiv ist der Discord-Server, der in Zukunft als reiner „Community-Server“ dienen soll. Ein Torrent-Projekt der Gruppe wurde schon im Februar wegen geringer Nutzung eingestellt.

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In einer Ankündigung im Reddit-Subforum r/QuestPiracy nennt ein Vertreter der Gruppe weitere Einzelheiten zur DMCA-Forderung. Demnach soll das illegale Hosting des VR-Spiels „Beat Saber“ Auslöser der Löschanfrage gewesen sein. „Beat Saber“ gehört zu den erfolgreichsten VR-Spielen und wird von einem Studio entwickelt, das seit 2019 Meta gehört.

Durch die Ereignisse aufgeschreckt, warnt ein Moderator des Piraterie-Subreddits die mehr als 100.000 Mitglieder umfassende Gemeinschaft davor, Links zu alternativen Raubkopierplattformen zu posten und weist darauf hin, dass es derzeit keinen echten Ersatz für „Rookie Sideloader“ gebe. Offenbar erwägen auch die Moderatoren, ihre Aktivitäten einzustellen und das Subreddit zu schließen. „Wir haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen, ob wir langfristig weitermachen oder VRP folgen. Vorerst bleiben wir mindestens bis zum 1. April bestehen“, schreibt der Moderator.

Das Ausmaß der Piraterie auf Meta Quest war erheblich: Einige VR-Entwickler, mit denen heise online im Januar gesprochen hat, schätzen, dass auf jede verkaufte Kopie bis zu vier illegale Downloads kommen. Die Schätzungen basieren auf Zahlen, die Meta selbst versehentlich veröffentlicht haben soll.

VR-Studios war „Rookie Sideloader“ schon seit Jahren ein Dorn im Auge, weil sich das Programm großer Beliebtheit erfreute und das Raubkopieren sehr einfach machte. Was die Frage aufwirft, warum Meta erst jetzt reagiert hat.

Der Grund könnte in Metas radikalem Strategiewechsel der vergangenen Monate liegen. Der Konzern hatte über Jahre hinweg mit unabhängigen VR-Studios konkurriert: zum einen über seine First-Party-Studios, die groß budgetierte Titel veröffentlichten, zum anderen über die eigene Metaverse-Plattform „Horizon Worlds“, die Spielen unabhängiger Entwickler durch aggressive Vermarktung und kostenlose Inhalte Aufmerksamkeit entzog.

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Beides ist inzwischen Geschichte: Meta schloss im Januar den Großteil seiner VR-Studios, während Horizon Worlds schon bald von der Quest-Plattform getrennt und künftig nur noch für Smartphones weiterentwickelt werden soll. Meta selbst äußerte mehrmals, dass der Fokus wieder auf der Stärkung des Entwickler-Ökosystems liege. Was einschließen dürfte, auch deren Inhalte konsequenter vor Piraterie zu schützen.

Meta setzt damit offenbar um, was die krisengebeutelte Entwicklergemeinschaft seit Langem fordert: sich von den Metaverse-Fantasien zu verabschieden und Meta Quest wieder stärker als Gaming-Konsole mit starkem Entwickler-Rückgrat zu positionieren.

(tobe)