Perseverance findet Hinweise auf uraltes Flusssystem im Marsboden
Perseverance erforscht ausgetrocknete Flüsse auf dem Mars. Tief im Boden hat der Rover Hinweise auf Vorgänger gefunden.
Ausgetrocknetes Flussdelta im Marskrater Jezero
(Bild: NASA/JPL/JHUAPL/MSSS/Brown University)
Der Marsrover Perseverance hat weitere Hinweise auf eine Vergangenheit des Nachbarplaneten mit Wasser und Flusssystemen entdeckt. Diese sollen noch älter sein als die bisher bekannten, durch Wasser geformten Formationen.
Perseverance ist Anfang 2021 auf dem Mars gelandet, im Krater Jezero, wo er ausgetrocknete Seen und Flussdeltas erforscht, die aus dem Orbit zu sehen sind. Deren Alter wird auf etwa 3,7 Milliarden Jahre geschätzt – zum Vergleich: Das Sonnensystem ist 4,6 Milliarden Jahre alt.
Zu den Sensoren, mit denen Perseverance ausgestattet ist, gehört auch ein Bodenradar, mit dem Perseverance unter die Marsoberfläche schauen kann. Damit hat der Roboter in 35 Metern Tiefe Hinweise auf ein noch älteres Flusssystem gefunden. Die Daten stammen aus der Zeit zwischen September 2023 und Februar 2024.
Die Formation bestehe aus von Flüssen geformten Hängen sowie mäandernden Flussläufen, schreibt ein Forscherteam um Emily Cardarelli von der University of California in Los Angeles (UCLA) in der Fachzeitschrift Science Advances. Das Team schätzt das Alter auf 4,2 Milliarden Jahre, also rund eine halbe Milliarde älter als die Formationen an der Oberfläche von Jezero.
Hinweise auf marsianisches Leben?
Das vergrößere das Fenster für fluviale Ablagerungen, sagte Emily Cardarelli dem US-Wissenschaftsmagazin Scientific American. „Auf der Erde bringen solche Bedingungen Mineralien hervor, die Fossilien konservieren können.“ Die Suche nach Anzeichen von früherem Leben auf dem Mars ist eines der Ziele der Perseverance-Mission.
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Cardarelli erwartet, dass Perseverance noch weitere bemerkenswerte Erkenntnisse liefert über den Jezero-Krater, der durch einen Meteoriteneinschlag entstand. „Es gibt noch viel mehr über dieses spezielle Gebiet zu sagen – und andere Gebiete in dem Krater“, sagte die Forscherin. „Wir sind noch dabei, unsere Daten auszuwerten.“
(wpl)