Corel wird aufgespalten: Parallels bleibt bei KKR

Der Investor Vector Capital übernimmt die Kreativsoftware von Corel, Parallels verbleibt bei KKR. Beide Bereiche sollen künftig eigenständig agieren.

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Illustration einer Frau mit Blumen auf dem Kopf

Corel wird aufgespalten. Der Investor Vector Capital übernimmt die Kreativsoftware, zu der unter andere die CorelDrawGraphics Suite gehört.

(Bild: Corel)

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Der kanadische Softwareanbieter Corel beziehungsweise Alludo wird in zwei eigenständige Unternehmen aufgeteilt. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt die US‑amerikanische Investmentfirma Vector Capital aus San Francisco das Geschäft rund um Kreativ- und Produktivsoftware. Die Virtualisierungssparte Parallels verbleibt beim bisherigen Eigentümer, der US‑amerikanischen Investmentgesellschaft KKR (Kohlberg Kravis Roberts) mit Hauptsitz in New York.

Zum Anteil von Vector Capital gehören das Vektorgrafikpaket CorelDrawGraphics Suite, das Malprogramm Painter, die Bildbearbeitung PaintShop Pro, das Videoschnittprogramm VideoStudio, das Brainstormingtool MindManager und der Dateipacker WinZip.

Die bei KKR verbleibende Sparte Parallels bietet unter anderem das gleichnamige Virtualisierungsprogramm für macOS an, mit dem sich Windows auf Macs ausführen lässt, sowie Workspace-Produkte für virtuelle Anwendungen und Desktops.

Im Jahr 2003 wurde Corel zunächst von Vector Capital übernommen. Anschließend folgten weitere Zukäufe. Corel übernahm Parallels im Dezember 2018. KKR übernahm wiederum Corel im Jahr 2019 für rund eine Milliarde US-Dollar.

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Mit der Aufspaltung sollen beide Bereiche unabhängiger agieren und sich stärker auf ihre jeweiligen Märkte konzentrieren. Parallels-CEO Christa Quarles bleibt im Amt, während der bisherige Corel-COO Prasannaa Ganesan die Führung des künftigen Corel-Unternehmens übernimmt.

Die Transaktion soll voraussichtlich im Mai 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Angaben zum Kaufpreis machten die Beteiligten nicht.

Damit einhergehend ist auch der Unternehmensname Alludo gescichte. Im Jahr 2022 hatte sich Corel in Alludo umbenannt. Der Name ist künstlich gebildet und leitet sich vom englischen „to allude“ (andeuten, anspielen) ab. Er soll ausdrücken, dass die Software den Nutzern hilft, Ideen anzudeuten, zu entwickeln und umzusetzen.

Nun kehrt Corel zu seinem ursprünglichen Namen zurück, den die Firma bei ihrer Gründung 1985 im kanadischen Ottawa erhielt.

(akr)