Elektromotorrad Ultraviolette X-47 vorgestellt: Mit Radar-Assistenten
Die Ultraviolette X-47 bietet Totwinkel-Warner, Fahrspurassistent und zwei Akkugrößen. Für beide gibt es optimistische Reichweiten-Versprechen.
(Bild: Ultraviolette)
- Ingo Gach
In Indien sind die Elektromotorräder im Kommen. Das hängt mit einem möglichen künftigen Verbot für Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2030 zusammen. Indiens Metropolen leiden täglich unter massiver Luftverschmutzung – Neu-Delhi hält sogar den Weltrekord. Dem trägt die Marke Ultraviolette bereits Rechnung und fertigt ausschließlich Elektromotorräder. Das jüngste Modell ist ein Crossover-Motorrad mit der Bezeichnung X-47. Die Namensgebung nach einem unbemannten Experimental-Kampfflugzeug erscheint zwar etwas gewagt, aber vermutlich soll sie für einen progressiven Ansatz stehen.
Moderner Look
Die X-47 zeigt einen modernen Look, ein kurzer Entenschnabel unter einem ziemlich flach stehenden LED-Scheinwerfer inklusive Tagfahrlicht ziert die Front. Die vermeintliche Tankabdeckung läuft nach vorn spitz zu und das einteilige Kunststoffteil reicht hinten bis zum LED-Rücklicht.
Ultraviolette X-47 Teil eins (6 Bilder)

Als Crossover-Bike lässt die X-47 ziemlich viel Luft unterhalb des Hecks bis zum Hinterrad. Der große Batterieblock wirkt gut integriert und fällt gar nicht weiter auf. Als Rückgrat dient ein Stahlrohrrahmen, vorn eine Upside-down-Gabel die, genau wie das Federbein hinten, in der Vorspannung justiert werden kann. Eine radiale Vierkolben-Bremszange mit 320 mm großer Bremsscheibe verzögert das Vorderrad, hinten unterstützt eine Einkolben-Bremszange samt 230 mm großer Scheibe. Die gemäßigt enduroprofilierten Reifen auf den Gussfelgen sind mit den Dimensionen 110/70-17 und 150/60-17 nicht zu breit gewählt.
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Zwei Batteriegrößen
Die X-47 ist im Stil eines tourentauglichen Motorrads gestaltet, obwohl sich die Verbindung von Elektromotorrad und Reise naturgemäß schwierig gestaltet. Für die X-47 stehen ohnehin nur 7,1 kWh oder 10,3 kWh zur Verfügung. Für die kleinere Version gibt Ultraviolette 211, für die größere Batterie 323 km maximale Reichweite unter idealen Bedingungen (IDC) an. In der Realität dürfte die Reichweite deutlich kürzer sein, was weite Reisen auf der X-47 wegen der vielen Ladepausen zu einer langwierigen Angelegenheit macht. Zum Vergleich: Zero Motorcycle gibt für seine DS mit einer 15,6-kWh-Batterie eine innerstädtische Reichweite von 249 km an.
Drei Fahrmodi, drei Reichweiten
Drei Fahrmodi sind Serie, Ultraviolette gibt für den Glide-Modus – mit einem angeblichen Durchschnittsverbrauch von 40 Wh/km – 183 km für die 7,1-kWh-Batterie und 266 km für die 10,3-kWh-Batterie an. Im Combat-Modus mit einem angenommenen Verbrauch von 52 Wh/km sollen es 144 oder 209 km sein. Im Ballistic-Modus erhöht sich der Durchschnittsverbrauch angeblich auf 60 Wh/km, was die Reichweite auf 128 und 186 km senkt. Das wirkt ein bisschen wie Katalogwerte-Kosmetik.
Schnellladen nur theoretisch
Nur in Indien bietet Ultraviolette neben dem normalen Ladekabel für die 230-Volt-Steckdose einen sogenannten Typ-6-Stecker fürs Schnellladen mit Gleichstrom. Da der aber eine indische Besonderheit darstellt, wird er in Europa nicht angeboten. An 230-Volt-Wechselstrom soll die kleinere Batterie in 3,5, die größere in 5 Stunden von 20 auf 80 Prozent ladbar sein.
Ultraviolette X-47 Teil zwei (4 Bilder)

Ultraviolette
)Zwei Leistungsvarianten
Zwei Versionen des Elektromotors stehen zur Wahl, beide bieten eine Dauerleistung von 9,5 kW. In der Spitze erreicht die eine Motorvariante 27, die kräftigere 30 kW. Das maximale Drehmoment variiert entsprechend mit 90 oder 100 Nm. Damit erreicht die X-47 eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h, den Spurt von null auf 100 km/h erledigt sie angeblich in 8,2 respektive 8,1 Sekunden. Dass die Version mit der 10,3-kWh-Batterie schwerer ist, überrascht nicht: Sie bringt es auf 208 kg, die schmächtigere Variante kommt auf 197 kg.
Radar ist Serie
Alle X-47-Modelle verfügen über ein Zwei-Kanal-ABS von Bosch, vierstufige Schlupfregelung, dynamische Stabilitätskontrolle, Berganfahrhilfe und zehnstufig wählbare Rekuperation. Zum Rangieren kann das Elektrobike auch langsam rückwärtsfahren. Ultraviolette bewirbt die X-47 mit ihrem serienmäßigen Radar, das vor Heck-Kollisionen und Überholvorgängen warnt und dazu einen Totwinkel-Warner und einen Fahrspurassistenten ermöglicht. Einsehbar sind die Assistenzsysteme in einem fünf Zoll großen TFT-Display mit Smartphone-Konnektivität.
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Preise fĂĽr Deutschland noch offen
In Indien bietet Ultraviolette die X-47 mit 7,1-kWh-Akku für umgerechnet 2330 Euro an, mit 10,3 kWh für 3270 Euro. Eine Variante namens „Desert Wing“ hat neben der beigen Farbgebung auch Satteltaschen und eine Dash-Cam inkludiert. Die Marke gewährt drei Jahre bis 30.000 km Garantie auf seine Elektromotorräder. Wann und für welchen Preis Ultraviolette die X-47 nach Deutschland importiert wird, ist noch nicht bekannt. Das bereits bei uns erhältliche Straßenmotorrad F77 Mach2 von Ultraviolette kostet hier rund 10.000 Euro.