Freitag: Anzeige wegen Online-Traumatisierung, Google-Plan für App-Sideloading

Vorwürfe von Schauspielerin + Android-Sideloading erschwert + Digitalgesetz zum Jugendschutz + OpenAI kauft Python-Firma + Datenschutz-Podcast zu Smart Glasses

vorlesen Druckansicht 1 Kommentar lesen
Frau mit den Händen vorm Gesicht auf einem Sessel; Freitag: Online-Vergewaltigung, Android-Sideloading, Online-Jugendschutz, Codex-Python-Integration & Datenschutz-Podcast

(Bild: Tinnakorn jorruang/Shutterstock.com)

Lesezeit: 7 Min.

Die Schauspielerin Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Er soll sie in sozialen Netzen traumatisierend hintergangen haben, indem er unter ihrem Namen Online-Profile angelegt und diese zu Sexkontakten genutzt haben soll. Dafür hat er wohl Bilder von Frauen genutzt, die Fernandes ähnlich sahen. Derweil soll der neue Prozess für die App-Installation auf Android-Geräten ohne den Google Play Store vor allem Scam-Versuche erschweren. Die Hürden werden höher, für Power-User gibt es Ausnahmen. Denn laut Google richtet sich das erschwerte Sideloading an unerfahrene Nutzer. Dies wird unter anderem zunächst in Brasilien gelten. Dort führt ein gerade in Kraft getretenes neues Digitalgesetz Altersverifikationen ein und verbietet Endlosvideos, um Jugendliche vor Social-Media-Sucht zu schützen. Dazu gehören automatisch startende Videos und zielgerichtete Werbung. Bei Verstößen drohen den Betreibern Strafen in Millionenhöhe – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Videos by heise

Schauspielerin Collien Fernandes, die sich in den vergangenen Jahren öffentlich gegen Deepfakes engagiert hat, hat Anzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erstattet. Er soll in sozialen Netzwerken unter ihrem Namen Profile angelegt und diese für erotische Konversationen missbraucht haben. Fernandes reichte die Anzeige Ende vergangenen Jahres beim Bezirksgericht Palma de Mallorca ein, wohin das Paar vor drei Jahren ausgewandert war. Bereits Jahre zuvor hatte sie erfahren, dass unter ihrem Namen Profile auf LinkedIn angelegt worden waren, über die Unbekannte sich mit fremden Männern zum Telefonsex verabredeten. Zudem seien pornografische Bilder und Videos von Frauen verschickt worden, die ihr täuschend ähnlich sahen: Schauspielerin Collien Fernandes zeigt Ex-Mann wegen „virtueller Vergewaltigung“ an.

Google hat den nächsten Schritt bei der Änderung von Sideloading auf Android-Geräten gemacht und den kommenden Prozess für die Installation von Apps unverifizierter Entwickler außerhalb des Play Stores dargelegt. Neben der gewohnten Aktivierung der Android-Entwickleroptionen wird künftig ein Neustart mit neuer Anmeldung sowie eine 24-stündige Wartezeit gefordert. Das ist vor allem gegen Scam-Versuche per Telefon gerichtet, bei denen Betrüger die Opfer unter Druck zur Installation von Malware verleiten wollen. Dass dieses Sideloading unverifizierter Android-Apps aufwendiger wird, hatte sich bereits Anfang dieses Jahres abgezeichnet. Jetzt hat Google den neuen Prozess im eigenen Blog für Android-Entwickler erstmals dargestellt: Googles neuer Ablauf für Android-Sideloading erfordert Neustart und Wartezeit.

Neuer Prozess für das Sideloading von Android-Apps ungeprüfter Entwickler

(Bild: Google)

Das erschwerte Sideloading wird zunächst unter anderem in Brasilien eingeführt, wo am Dienstag ein Gesetz zum Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum in Kraft getreten ist. Es führt strengere Regeln für Kinder und Jugendliche ein, insbesondere in sozialen Netzwerken sowie in digitalen Gaming- und Wettanwendungen. Das „Digitale Statut für Kinder und Jugendliche“ ist das erste seiner Art in Lateinamerika und schreibt Tech-Unternehmen vor, Elemente zu entfernen, die dazu beitragen, dass brasilianische Minderjährige soziale Medien zwanghaft nutzen oder eine Abhängigkeit entwickeln. Zudem werden Betreiber verpflichtet, zuverlässige Mechanismen zur Altersverifikation einzuführen, um Minderjährige vor dem Zugriff auf ungeeignete Umgebungen und Inhalte zu schützen: Brasilien verschärft den Schutz von Minderjährigen im Internet.

Der ChatGPT-Hersteller OpenAI übernimmt Astral, ein Start-up, das etablierte Open-Source-Programme für Python entwickelt, und integriert dessen Software in die Plattform Codex. OpenAI baut damit sein Engagement in dem schnell wachsenden Markt für Coding- und Entwicklerdienstleistungen weiter aus. Ziel ist, Codex über das Programmieren hinaus zu einem umfassenderen Angebot an Entwicklerdienstleistungen auszubauen. Codex soll über reine Codegenerierung hinaus zu einem System werden, das den gesamten Entwicklungsprozess unterstützt – von der Planung von Änderungen über die Modifizierung von Codebasen und die Ausführung von Tools bis hin zur Ergebnisprüfung und der langfristigen Softwarewartung. Dazu werden Astral-Tools in Codex integriert: OpenAI übernimmt das Start-up Astral.

In der neuen Episode des c't-Datenschutz-Podcasts dreht sich alles um smarte Brillen und die Frage, ob man sie bedenkenlos tragen darf. Die Ray-Ban Meta etwa sieht aus wie eine gewöhnliche Ray-Ban Wayfarer, hat aber eine Kamera, Mikrofone, Lautsprecher und einen Akku in den etwas breiteren Bügeln versteckt. Per Sprachbefehl oder Knopfdruck macht sie Fotos und Videos, übersetzt Sprachen in Echtzeit, liest Nachrichten vor und erkennt Objekte. Von außen erkennt man die smarte Brille kaum – und genau das macht sie aus Datenschutzsicht so problematisch. Obwohl aus einem praktischen Assistenten wie der Ray-Ban-Brille eine mobile Überwachungskamera werden kann, sprechen sich alle gegen ein generelles Verbot aus. Denn auch Smartphones werden trotz der Möglichkeit geheimer Aufnahmen nicht verboten, heißt es in der Auslegungssache 155: Der Spion auf der Nase.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Podigee GmbH) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auch noch wichtig:

(fds)