KI-generierte Inhalte übersehen: An „Crimson Desert“ muss nachgearbeitet werden

Nach der Veröffentlichung wurden zahlreiche Beispiele von KI-generierten Inhalten in „Crimson Desert“ zusammengetragen. Das Studio hat sich jetzt entschuldigt.

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Blick von hinten auf einen Ritter und eine Fantasystadt

(Bild: Pearl Abyss)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Entwicklungsstudio von „Crimson Desert“ hat eingestanden, dass in dem Open-World-Action-Adventure „einige“ KI-generierte Inhalte enthalten sind und zugesagt, diese zu ersetzen. Das südkoreanische Studio Pearl Abyss hat auf dem Kurznachrichtendienst X erklärt, dass anfangs während der Entwicklung „mithilfe experimenteller KI-generativer Tools einige 2D-Grafiken erstellt“ worden seien. Damit habe man damals schnell die Stimmung und Atmosphäre des Titels erkunden können, später hätten sie aber ersetzt werden sollen. Erst nach Hinweisen aus der Community habe man aber erkannt, „dass einige dieser Assets unbeabsichtigt in die finale Version aufgenommen wurden“. Das entspreche nicht den eigenen Standards und werde korrigiert.


Crimson Desert (6 Bilder)

„Crimson Desert“ beginnt mit einem Angriff auf die „Graumähnen“, eine gutmütige Kriegervereinigung, der auch Protagonist Kliff angehört. (Bild:

Pearl Abyss (Screenshots: joe)

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„Crimson Desert“ gehörte zu den am sehnlichsten erwarteten Spielen des Jahres. Es lässt sich am ehesten als Mischung aus „Zelda: Breath of the Wild“ und „Assassin’s Creed Valhalla“ beschreiben. Die platte Fantasy-Geschichte um einen Auserwählten mit übermenschlichen Fähigkeiten taugt lediglich als Rahmenhandlung für die Erkundung eines gigantischen Kontinents. Wer alles erleben will, sollte dafür weit über 100 Stunden einplanen. Dabei stören aber zahlreiche Frustquellen, hieß es in der Rezension auf heise online: „Das beginnt bei einer nicht veränderbaren, völlig überfrachteten und auf alle gängigen Muster pfeifenden Tastenbelegung, und endet bei extrem frustrierenden Bosskämpfen, unlogischen Rätseln und verwirrenden Aufgabestellungen.“

Videos by heise

Schon kurz nach der Veröffentlichung des Spiels vergangene Woche wurden online Beispiele für Inhalte zusammengetragen, die augenscheinlich mit älteren KI-Generatoren erstellt wurden. Dabei handelt es sich um Kunstwerke, die in Gebäuden in der Spielwelt an der Wand hängen und denen etwa die Gesichter fehlen. Ihre rudimentäre Qualität erinnert dabei frappierend an die Ergebnisse von KI-Bildgeneratoren vor mehreren Jahren, inzwischen liefern die deutlich bessere Ergebnisse und wären wohl nicht mehr so leicht zu identifizieren. Vermutet wurde aber auch schon, dass die Übersetzungen aus einer KI-Technik stammen. Es ist nicht der erste Fall, in dem KI-generierte Inhalte für Ärger sorgen. Steam verlangt schon seit Anfang 2024, dass der Einsatz der Technik transparent gemacht wird.

(mho)