Wer eine öffentliche Amazon-Wunschliste hat, verrät bald seine Adresse
Am 25. März 2025 ändert Amazon das Verhalten von öffentlichen Wunschlisten. Kunden müssen ihre Privatheit jetzt selbst schützen.
(Bild: Ioan Panaite/Shutterstock.com)
„Die Möglichkeit, Käufe von Drittanbieter-Verkäufern für Listenprodukte einzuschränken, wird am 25. März 2026 entfernt“, teilt Amazon Deutschland heise online auf Anfrage mit. Damit bestätigt das Unternehmen zahlreiche Beiträge in sozialen Medien, in denen Nutzer auf diese Änderung hinwiesen. Diese war ihnen über Mitteilungen in ihren Konten bei dem Versender angekündigt worden.
Kunden, die eine öffentliche Wunschliste bei Amazon erstellt haben, könnten von dieser Umstellung besonders betroffen sein. Über diesen Mechanismus kann man sich schon seit vielen Jahren je nach Einstellung von jedermann Produkte schenken lassen. Bisher ließ sich dort jedoch angeben, dass Amazon selbst die Bestellung abwickelt – das, wenn man einmal bestellt hat, die Adresse des Kunden schon kennt.
Da sich durch den Amazon Marketplace aber auch Firmen bei Amazon tummeln können, denen man nicht unbedingt vertrauen möchte, war es bisher möglich, diese Drittanbieter von Bestellungen über eine Wunschliste auszuschließen. Die Adresse des Empfängers wird dabei unter Umständen weitergegeben. Amazon schreibt dazu:
„Wenn ein Kunde eine öffentliche Liste hat und in den Listeneinstellungen eine Adresse mit seiner Liste verknüpft, erhalten Käufer von Geschenken die Adresse des Empfängers möglicherweise über Verkäufer und Lieferpartner, die diese Bestellungen ausführen, da diese im Rahmen des Versandprozesses Lieferaktualisierungen und Tracking-Informationen weitergeben.“
Mögliche Abhilfen muss man selbst einstellen
Die einzige Abhilfe, die Amazon empfiehlt, ist, die Sichtbarkeit der Wunschliste zu ändern. Und zwar von „Öffentlich“ auf „Geteilt“ – dann kann man sie über einen Link noch weitergeben – oder gleich „Privat“. Auch die Lieferadresse lässt sich auf „Keine“ stellen, dann gibt es gegebenenfalls Anfragen von Händlern über die Plattform. In jedem Fall muss sich der Kunde mehr Arbeit machen, wenn er noch über Wunschlisten Geschenke erhalten will. Verwalten lassen sich die Listen über amazon.com/wishlist.
Videos by heise
Häufig erstellen Influencer Amazon-Wunschlisten, die sie auf ihren Kanälen teilen. Fans können Geschenke kaufen, ohne die Adresse des oder der Beschenkten zu erfahren. Ein mögliches Szenario: Ein potenzieller Stalker könnte sich als Händler für einen der gewünschten Artikel registrieren, das Produkt über einen anderen Amazon-Account kaufen und so die Adresse erhalten.
Unsere Frage, welche Verbesserungen Kunden von Amazon durch die Änderungen erwarten sollen, ließ das Unternehmen unbeantwortet.
(nie)