Ubisoft stellt Spieleentwicklung bei Red Storm ein – 105 Jobs betroffen
Im Zuge seines Sparprogramms beendet Ubisoft die Spieleproduktion beim traditionsreichen Studio Red Storm Entertainment in North Carolina.
Mit VR-Umsetzungen von großen Ubisoft-Marken wie „Assassin’s Creed“ dürfte nach der Schließung von Red Storm endgültig Schluss sein.
(Bild: Ubisoft)
Für Red Storm Entertainment ist es nach 30 Jahren vorerst vorbei mit der Spielentwicklung. Wie GamesIndustry.biz zuerst unter Berufung auf eine Unternehmensquelle berichtete, verlieren 105 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Das Ubisoft-Studio verschwindet allerdings nicht gänzlich von der Bildfläche. Die verbleibenden Beschäftigten sollen sich künftig auf IT- und Kundenservice-Aufgaben und die Weiterentwicklung der hauseigenen Snowdrop-Engine konzentrieren. Diese kam zuletzt unter anderem bei Spielen wie „Avatar: Frontiers of Pandora“ und „Star Wars Outlaws“ zum Einsatz. Auf Nachfrage von heise online hat Ubisoft den Bericht bestätigt.
Red Storm Entertainment wurde 1996 gegründet und war viele Jahre lang federführend bei der Entwicklung von Spielen der Marke „Tom Clancy“. Zuletzt veröffentlichte Red Storm 2023 mit „Assassin’s Creed Nexus VR“ ein exklusives VR-Spiel für Meta Quest. Zuvor arbeitete das Studio an einem VR-Ableger der beliebten Stealth-Action-Reihe „Tom Clancy’s Splinter Cell“, der jedoch bereits 2022 eingestellt wurde. Auch die Arbeiten an dem Free-to-Play-Shooter „Tom Clancy’s The Division Heartland“ endeten 2024 ohne Ergebnis.
Ubisofts Sparkurs geht weiter
Bereits 2024 und 2025 gab es bei Red Storm Stellenstreichungen. Im Januar strich Ubisoft zudem 55 Stellen bei Massive Entertainment und Ubisoft Stockholm. Sein kanadisches Entwicklerstudio in Halifax schloss Ubisoft komplett, wodurch weitere 71 Stellen entfielen. Die aktuellen Entlassungen sind Teil von Ubisofts weltweitem Programm zur Kostensenkung.
Der französische Publisher plant in den kommenden zwei Jahren Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro – zusätzlich zu 300 Millionen Euro, die bereits zuvor realisiert worden seien. Firmenchef Yves Guillemot sprach in einer Mitteilung von einem „großen Reset“ und einem „entscheidenden Wendepunkt“. An der Börse sorgen die Ankündigungen zunehmend für Verunsicherung. Die Ubisoft-Aktie verlor nach Bekanntgabe der Neuausrichtung innerhalb kurzer Zeit mehr als 30 Prozent an Wert.
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Neben den zahlreichen Arbeitsplätzen fallen auch mindestens sechs Spiele den Einsparungen zum Opfer, die sich bereits in Entwicklung befanden. Offiziell bekannt ist aber lediglich das Remake zu „Prince of Persia: Sands of Time“. Mit dem Ende von Red Storm dürften auch weitere Virtual-Reality-Projekte oder eine mögliche Portierung von „Assassin’s Creed Nexus VR“ auf andere VR-Plattformen endgültig vom Tisch sein.
(joe)