US-Regierung: Fast eine Milliarde US-Dollar für Abkehr von Offshore-Windenergie
TotalEnergies bekommt Geld zurück, das der Konzern für das Recht auf den Bau zweier Offshore-Windprojekte gezahlt hat. Das soll in Gasprojekte fließen.
(Bild: TebNad/Shutterstock.com)
Die US-Regierung zahlt TotalEnergies fast eine Milliarde US-Dollar, damit der französische Energiekonzern zwei Projekte zum Bau von Windkraftanlagen vor der US-Ostküste aufgibt und stattdessen Erdgasinfrastruktur aufbaut. Das haben das US-Innenministerium und TotalEnergies mitgeteilt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump arbeitet damit weiter daran, die Förderung klimafreundlicher Energieerzeugung zu beenden. TotalEnergies wiederum behauptet, eigene Studien hätten gezeigt, dass die Entwicklung von Offshore-Windenergie in den USA – „anders als in Europa“ – teuer sei und „sich negativ auf die Erschwinglichkeit von Strom für US-Verbraucher und -Verbraucherinnen auswirken könnte“.
Trump vs. Erneuerbare
Den Zuschlag zur Entwicklung der beiden Offshore-Projekte hatte TotalEnergies 2022 bekommen. Für 133 Millionen US-Dollar sicherte sich der Konzern die Rechte für den Aufbau auf einem Areal 35 km vor der Küste von North Carolina („Carolina Long Bay“) und für 795 Millionen 87 km vor New Jersey („New York Bight“). Letzteres sollte ab 2028 etwa 3 Gigawatt an sauberem Strom liefern, genug für rund eine Million Haushalte. Die Trump-Regierung war zuletzt mehrfach vor Gericht mit Versuchen gescheitert, derartige Projekte zu stoppen, die Rückzahlung an TotalEnergies ist nun Teil eines Strategiewechsels. Der Konzern hat im Gegenzug zugesagt, Infrastruktur aufzubauen, über die Europa mit Flüssiggas aus den USA versorgt werden soll.
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US-Innenminister Doug Burgum bezeichnet die Vereinbarung jetzt als „einen weiteren Erfolg für Präsident Trumps Einsatz für bezahlbare und zuverlässige Energie“. Bei Offshore-Windenergie handle es sich um „eines der teuersten, unzuverlässigsten, umweltschädlichsten und subventionsabhängigsten Projekte, die US-Stromkunden und -Steuerzahlern jemals aufgezwungen wurden“. In Deutschland fallen für die Errichtung und den Betrieb von Windkraftanlagen ähnlich geringe Kosten an wie für Solaranlagen und deutlich geringere als für alle fossilen Energien, darunter auch Gas, hat das Fraunhofer ISE 2024 ermittelt. In den USA ist die Rechnung etwas komplizierter, zeigen Daten der Investmentbank Lazard.
(mho)