VR-Markt unter Druck: nDreams schließt Studios und stellt Online-Shooter ein

Der britische VR-Publisher nDreams steckt in der Krise und zieht bei seinem Free-to-play-Titel „Frenzies“ den Stecker.

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Bunte VR-Shooter-Szene: Maskierte Gegner zielen mit futuristischen Waffen aus Ego-Perspektive direkt auf den Spieler in enger Arena.

Der farbenfrohe VR-Shooter „Frenzies“ hat beim strauchelnden Publisher nDreams keine Zukunft mehr.

(Bild: nDreams)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Multiplayer-Spiel „Frenzies“ wird Anfang April offline gehen. Dies hat nDreams auf dem offiziellen Discord-Server bestätigt. Man habe trotz intensiver Bemühungen nicht genügend aktive Community-Mitglieder gewinnen können, um den langfristigen Betrieb zu sichern. Die Entscheidung sei schwergefallen, zuvor habe man verschiedene Optionen geprüft, erklärt das Unternehmen dort.

„Frenzies“ war im Oktober 2024 im Early Access für Meta Quest 3 und Quest 2 gestartet. Eine geplante Umsetzung für Playstation VR2 wurde später gestrichen. Für die Entwicklung des kompetitiven Ego‑Shooters war nDreams Near Light zuständig, das nun im Rahmen einer Umstrukturierung aufgelöst wird. Mit „Frenzies“ wird bereits der zweite prominente VR-Online-Shooter binnen einer Woche eingestellt. Das Playstation-exklusive „Firewall Ultra“ läuft nur noch bis zum 17. September.

Der Publisher und Entwickler befindet sich in einer mittlerweile zwei Jahre andauernden Konsolidierungsphase und erlebt bereits die dritte größere Entlassungswelle seit 2024. Bis zu 78 Stellen sollen dieses Mal betroffen sein. Neben Near Light wird auch nDreams Compass geschlossen, wodurch von den drei nDreams-Studios nur noch Elevation als Kernstudio mit rund 120 Beschäftigten übrig bleibt. Eigentümer ist seit 2023 der schwedische Konzern Aonic, der nDreams für 110 Millionen US‑Dollar übernommen hatte.

Schon 2024 hatte CEO Patrick O’Luanaigh einen neuen „strategischen Fokus“ und Einschnitte in der Belegschaft angekündigt. Als Grund nannte er damals einen schwierigen VR‑Spielemarkt. Trotz Investitionen – darunter 35 Millionen US‑Dollar von Aonic vor der Komplettübernahme – blieb der wirtschaftliche Druck offenbar hoch.

Compass war erst nach vorherigen Studioschließungen neu formiert worden und sollte gezielt junge VR‑Zielgruppen ansprechen, die soziale Treffpunkte und Free‑to‑Play‑Modelle bevorzugen. Near Light verantwortete neben „Frenzies“ zuletzt auch Inhalte für Metas erst eingestelltes und kurz darauf auf Sparflamme wiederbelebtes Social-VR-Projekt Horizon Worlds.

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Auch das verbliebene Studio Elevation, das bislang für die Produktion von AAA-VR-Spielen zuständig war, hat mit Problemen zu kämpfen. Das 2025 veröffentlichte VR-Action‑Adventure „Reach“ blieb hinter den Erwartungen zurück. Der groß angekündigte Titel überzeugte zwar mit aufwendiger Inszenierung, litt jedoch unter technischen Schwierigkeiten auf dem PC und Playstation VR2, was die Spielbarkeit teils stark beeinträchtigte.

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Für Frenzies plant nDreams einen Abschied mit virtuellen Geschenken: Wer sich noch vor dem Ende am 7. April einloggt, erhält 1000 Einheiten der Ingame‑Währung „Fundz“, sämtliche kosmetischen Gegenstände kosten nur noch eine Einheit. Käufe gegen echtes Geld können über ein Formular erstattet werden.

(joe)