Sikorsky liefert ersten autonomen „Black Hawk“-Helikopter an U.S. Army
Die Integration eines Fly-by-Wire-Systems und der autonomen Matrix-Software in einen "Black-Hawk"-Helikopter ist geglückt. Der Helikopter kann autonom fliegen.
(Bild: Sikorsky Aircraft)
Das US-amerikanische Luftfahrtunternehmen Sikorsky Aircraft, Tochterfirma von Lockheed Martin, hat am 20. März den ersten experimentellen autonomen Mehrzweckhubschrauber H-60MX Black Hawk an die U.S. Army ausgeliefert. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Sikorsky habe den Helikopter komplett auf Fly-by-Wire-Betrieb umgestellt und das firmeneigene Matrix-System für autonomes Fliegen vollständig integriert. Der H-60MX kann je nach Bedarf in militärischen Einsätzen manuell von einem menschlichen Piloten, teilautonom oder vollautonom betrieben werden.
Der H-60MX basiert auf dem UH-60M Black Hawk, der als Mehrzweckhelikopter in der US-Armee seinen Dienst verrichtet. Er kann etwa bis zu elf vollständig ausgerüstete Soldaten in militärische Einsätze oder Lasten in einem Umfang von bis zu vier Tonnen transportieren.
Der H-60MX wurde von Sikorsky zunächst auf ein Fly-by-Wire-Flugsystem umgestellt. Dabei werden Steuerungssignale des Piloten nicht mehr über mechanische Komponenten wie etwa Stahlseile, Schubstangen oder Hydrauliksysteme umgesetzt, sondern elektronisch über Kabel an Stellmotoren an die Komponenten wie Motor, Rotor und weitere anzusteuernde Komponenten weitergeleitet. Das ermöglicht es, den Helikopter nicht nur präziser manuell von einem Piloten zu steuern, sondern auch die einfachere Integration eines autonomen Steuersystems.
Autonome Steuerung über Matrix
Sikorsky nutzt zur autonomen Flugsteuerung das hauseigene Matrix-System. Die autonome Flugsteuerungssoftware ermöglicht durch die Verwendung von Sensoren die präzise, teilautomatische und vollautomatische Steuerung des Helikopters in militärischen Missionen. Vom Start über die autonome Durchführung von Missionen bis hin zur Landung kann der H-60MX weitgehend selbstständig agieren. Das ermöglicht es, gefährliche Einsätze auch ohne Bordbesatzung durchzuführen, um so das Leben von Soldaten nicht zu gefährden.
Konkret bietet das Matrix-System eine automatische Landezonenerkennung und Hindernisvermeidung und kann so etwa auch bei eingeschränkten Sichtverhältnissen Missionen durchführen. Zusätzlich hilft die Gelände- und Hinderniserkennung dabei, etwaigen Bedrohungen besser und schneller ausweichen zu können. Davon profitieren auch die Piloten im teilautonomen Betrieb. Das System übernimmt dabei Aufgaben, die zur Entlastung des Piloten bei routinemäßigen Flugsteuerungsaufgaben führen. Er kann sich dann besser auf missionskritische Entscheidungen konzentrieren, verspricht Sikorsky. Auch hilft das System den Piloten dabei, effektiver Bedrohungen auszuweichen, um Feindbeschuss zu vermeiden.
Zusätzlich soll das Matrix-System durch dessen offene Architektur dazu beitragen, dass der Wartungsaufwand reduziert wird. Die Betriebskosten sollen so geringer ausfallen, heißt es.
Der Black-Hawk-Helikopter wird nun vom Army Combat Capabilities Development Command (DEVCOM) hinsichtlich seiner autonomen Funktionen erprobt und bewertet. Langfristig soll ein skalierbares Autonomie-Kit entwickelt werden, das auf die komplette Black-Hawk-Flotte der U.S. Army übertragen werden kann. darunter fallen etwa „Black Hawk“-Helikopter der Typen UH-60A, -60L und -60M.
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Langfristig will Sikorsky den S-70UAS U-Hawk einführen, der bereits getestet worden ist. Der Helikopter wurde von Anfang an für den autonomen Betrieb konzipiert und verfügt über keinerlei Cockpit mehr. Er soll militärische Missionen ausschließlich autonom ausführen.
(olb)