Android 17: Google führt Kontaktauswahl für gezieltere Datenfreigaben ein
Mit Android 17 integriert Google eine Kontaktauswahl. Mit dieser können Nutzer nur jene Kontakte und Daten mit Apps teilen, die wirklich nötig sind.
Android
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Mit Android 17, das sich aktuell noch in der Beta 2 befindet, will Google ein Kontaktauswahlwerkzeug – einen „Contact Picker“ – einführen, das einer generellen Freigabe sämtlicher Kontakte aus dem Adressbuch für Apps einen Riegel vorschieben soll. Damit will Google Datenschutz und Benutzerkontrolle unter Android weiter verbessern.
Mehr Kontrolle
Bislang nutzten Anwendungen, die Zugriff auf die Kontakte eines bestimmten Benutzers benötigten, die breit gefasste Berechtigung READ_CONTACTS. Mit einem Klick erhielten Apps damit Zugriff auf das gesamte Adressbuch, obwohl wohl meist nur einen Bruchteil der Daten für die Nutzung erforderlich ist. Die neue Kontaktauswahl, die mit dem Intent ACTION_PICK_CONTACTS in Android 17 Einzug hält, schränkt das uneingeschränkte „Abschnorcheln“ von Kontaktdaten ein. Hierfür bekommt die neue Android-Version eine „standardisierte, sichere und durchsuchbare Oberfläche für die Kontaktauswahl“.
(Bild: Google)
Das Unternehmen erklärt im Beitrag auf dem Android-Developer-Blog, dass mit dieser Funktion Nutzerinnen und Nutzer Apps nur Zugriff auf die von ihnen ausgewählten Kontakte gewähren können. Dies entspreche „dem Anspruch von Android auf Datentransparenz und minimalen Zugriffsumfang“.
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Ähnlicher Ansatz wie beim „Photo Picker“
Google erklärt, dass die Kontaktauswahl-API in Android 17 Unterstützung für detaillierte Datenabfragen bietet. So könnten Apps wie bisher auch die Erlaubnis zum Zugriff auf die Nutzerkontakte anfordern, aber in der neuen Android-Version können sie nur die von Nutzern ausgewählten Kontakte einsehen. Das Konzept entspricht dem des Fotoauswahlwerkzeugs („Photo Picker“), das Google im Jahr 2022 mit Android 13 eingeführt hatte.
Darüber hinaus können diese Apps die spezifischen Datenfelder anfordern, die sie benötigen. Wenn eine App also Zugriff auf die in den Kontakten gespeicherten Telefonnummern wünscht, kann sie dieses einzelne Datenfeld anfordern, anstatt den gesamten Kontaktdatensatz abzurufen.
Außerdem soll Android 17 die Auswahl eines oder mehrerer Kontakte gleichzeitig über die neue Kontaktauswahl unterstützen, was die Abfrage von Berechtigungen für mehrere Kontakte vereinfachen dürfte. App-Entwickler können zudem festlegen, wie viele Kontakte Nutzer gleichzeitig auswählen dürfen. Bei Verwendung dieser Schnittstelle ist der Lesezugriff auf Kontaktdatensätze zeitlich begrenzt. Überdies verbessert das Kontaktauswahlwerkzeug den Zugriff auf Kontakte aus verschiedenen auf dem Gerät gespeicherten Benutzerprofilen wie Privat oder Arbeit sowie aus geklonten Profilen und privaten Bereichen.
Google empfiehlt App-Entwicklern, über die neue Kontaktauswahl zur Datenminimierung nur die wirklich benötigten Kontaktdatenfelder abzufragen, „um ein optimales Nutzererlebnis zu gewährleisten und hohe Sicherheitsstandards einzuhalten“. „Wenn Ihre App nur eine SMS senden muss, fordern Sie Phone.CONTENT_ITEM_TYPE an. In der Auswahl werden Kontakte ohne Telefonnummer automatisch herausgefiltert, was zu einer übersichtlicheren Bedienoberfläche für den Nutzer führt“, erklärt das Unternehmen. Die vollständige Dokumentation zur Kontaktauswahl bietet Google auf der Android-Developers-Webseite an.
Die Veröffentlichung der stabilen Version von Android 17 wird im Laufe des Juni 2026 erwartet.
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(afl)