Pilotprojekt mit ferngesteuerten Shuttle-Bussen startet im Mai in Düsseldorf

Zwei Busse ohne Fahrer sollen ab Mai Passagiere zum Düsseldorfer Flughafen befördern. Gesteuert werden die Fahrzeuge aus der Ferne.

vorlesen Druckansicht 19 Kommentare lesen
Telefahrstand von Mira auf der Xponential

Telefahrstand von Mira auf der Xponential

(Bild: ctillmann / Messe Düsseldorf)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

In Düsseldorf sollen künftig zwei ferngesteuerte Shuttle-Busse Passagiere zum Flughafen befördern. Das Pilotprojekt zur Teleoperation startet nach Angaben der Initiatoren im Mai.

Die Shuttles sollen zwischen Flughafen-Bahnhof respektive EUREF-Campus und dem Flughafen-Terminal verkehren. Die etwa 2,5 Kilometer verlaufen vollständig im öffentlichen Straßenverkehr, teilten die Projektpartner Mira, Rheinmetall und Rheinbahn mit. Rheinbahn ist der lokale Nahverkehrsbetrieb. Mira, eine Tochter des Rüstungskonzerns und Automobilzulieferers Rheinmetall, entwickelt ein System für die Teleoperation von Fahrzeugen.

Das Fahrzeug wird dabei aus einem Kontrollzentrum aus gesteuert. Der Fahrer sitzt an einem Leitstand mit mehreren Monitoren, auf denen die Umgebung des Fahrzeugs zu sehen ist. Die Datenübertagung erfolgt über Mobilfunk.

Die Shuttles sollen nach Bedarf verkehren. An Bord wird am Anfang Sicherheitspersonal mitfahren, das im Notfall eingreifen kann. Ziel des Projekts ist, „die Fernsteuerung von Fahrzeugen als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz bedarfsgerechter (‚on-demand‘) Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum“ zu erproben sowie „die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu evaluieren.“

Auf der Xponential hat Mira die Technik vorgestellt. Dort hat ein Mitarbeiter aus der Messehalle heraus ein Fahrzeug ferngesteuert, das auf dem Außengelände fuhr. Die Xponential ist eine Messe für autonome Technologien und Robotik in Düsseldorf, die am heutigen Donnerstag endet.

„Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung. Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen“, sagte Rheinbahn-Chefin Annette Grabbe. „Deshalb gehen wir neue Wege und testen Technologien dort, wo sie wirken müssen: im Alltag. Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttle-Fahrzeugen im öffentlichen Straßenraum ist ein wichtiger Schritt.“

Videos by heise

Die rechtliche Grundlage für einen solchen Dienst hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr geschaffen: Seit dem 1. Dezember 2025 ist die Verordnung über Ausnahmen von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften für ferngelenkte Kraftfahrzeuge, kurz StVFernLV, in Kraft. Diese erlaubt es, Autos von außen, etwa einem Kontrollzentrum aus, durch den Straßenverkehr zu steuern.

(wpl)