Android 17: Google sichert sein OS gegen Quantencomputer ab
Google bereitet sein mobiles Betriebssystem auf kĂĽnftige Angriffe mit Quantencomputern vor. In Android 17 ziehen erste Schutzmechanismen ein.
Android 17 soll gegen kĂĽnftige Angriffe mit Quantencomputern geschĂĽtzt werden.
(Bild: Google)
Android 17 wird die erste Version von Googles mobilem Betriebssystem mit Schutz vor Angriffen durch Quantencomputer sein. Das hat der Konzern am Mittwoch bekannt gegeben. Der Schutz wird auf verschiedenen Ebenen von Android implementiert – auch App-Entwickler müssen mithelfen.
Vorsorgliche, mehrjährige Umstellung
Wie Google in seiner Ankündigung schreibt, befindet sich die moderne digitale Sicherheit an einem Wendepunkt. Quantencomputer stellten neben ihren Vorteilen auch eine Gefahr dar, denn sie könnten herkömmliche Verschlüsselung schon bald mit Leichtigkeit knacken. Um gegen künftige potenzielle Angriffe durch Quantencomputer gewappnet zu sein, plant Google „eine vorsorgliche, mehrjährige Umstellung auf die Post-Quanten-Kryptografie (PQC)“. Google bereite sich eigenen Angaben zufolge schon seit 2016 auf eine „Postquantenwelt“ vor.
Auch Android muss entsprechend abgesichert werden, so der Konzern. Beim mobilen Betriebssystem aus Mountain View gehe die Absicherung ĂĽber das Patchen einzelner Anwendungen oder Transportprotokolle hinaus. Die gesamte Plattformarchitektur des Betriebssystems mĂĽsse angefasst werden.
Der Ankündigung Googles zufolge, in der der Konzern zum ersten Mal öffentlich über eine Absicherung des Betriebssystems gegen Angriffe durch Quantencomputer schreibt, erhält Android 17 ab der nächsten Beta-Version eine umfassende Integration des kürzlich fertiggestellten NIST-PQC-Standards, um eine „quantenresistente Vertrauenskette“ (quantum-resistant chain of trust) zu integrieren. Diese „Chain of Trust“ schütze die Plattform kontinuierlich – „vom Hochfahren des Betriebssystems bis hin zur Ausführung weltweit verteilter Anwendungen“.
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Quantensicherer Bootvorgang
Google integriert zunächst zwei Neuerungen im Bereich der Postquanten-Kryptografie (PQC) in Android 17. Zum einen zieht der Signaturalgorithmus ML-DSA (Module-Lattice-based Digital Signature Algorithm) in die Android-Verified-Boot-Bibliothek (AVB) ein. So wird der Bootvorgang quantensicher.
Zum anderen beginnt Google damit, die Remote-Attestation auf eine vollständig PQC-konforme Architektur umzustellen. Dabei handelt es sich um eine Funktion, mit der ein Gerät seinen aktuellen Zustand gegenüber einem Remote-Server nachweisen kann, um etwa einem Server in einem Unternehmensnetzwerk zu beweisen, dass es eine sichere Betriebssystemversion ausführt.
(Bild:Â Google)
Der Schutz des Betriebssystems stellt laut Google „nur die erste Verteidigungsstufe“ dar. Auch Entwickler müssen über die erforderlichen kryptografischen Grundelemente verfügen, um PQC-Schlüssel nutzen und eine robuste Identitätsprüfung einrichten zu können. Hierfür wird Google den Android Keystore um ML-DSA-Unterstützung erweitern, damit Entwickler Schlüssel generieren und diese direkt in der sicheren Hardware des Geräts speichern können. Damit soll „eine neue Ära der Identitätsprüfung und Authentifizierung für das App-Ökosystem eingeläutet werden, ohne dass Entwickler eigene kryptografische Implementierungen entwickeln müssen“.
Google plant zudem, den Play Store sowie die Entwicklersignaturen aller darin gelisteten Apps auf PQC umzustellen. Der Konzern unterhält selbst Forschungseinrichtungen, die sich intensiv mit Quantencomputing beschäftigen und neuerdings neutrale Atome erforschen.
Die stabile Version von Android 17 wird voraussichtlich im Juni 2026 zunächst für Googles Pixel-Modelle erwartet.
(afl)