Musik per Prompt: Googles Lyria 3 Pro komponiert komplette Songs
Googles neues Modell Lyria 3 Pro kann Musikstücke mit einer Länge von bis zu drei Minuten erzeugen und wird in mehrere KI-Dienste integriert.
Google stellt ein neues KI-Modell zur Musikerstellung vor, das komplexere StĂĽcke generieren soll.
(Bild: Billion Photos / shutterstock.com)
Mit der neuen Pro-Version baut Google sein bereits im Februar eingeführtes Lyria‑3-Modell deutlich aus. Bisher konnte die Musik-KI lediglich sehr kurze Stücke mit bis zu 30 Sekunden Spieldauer erzeugen. Wie Google mitteilt, liegt der Fokus nun auf längeren Kompositionen mit nachvollziehbarem Aufbau.
Breitere Integration in Googles Produkte
Nutzer können Elemente wie Intro, Strophe, Refrain oder Bridge vorgeben, da das System musikalische Strukturen besser erkennen soll als die vorherige Version. Damit erhöhe sich auch die Kontrolle über den Stil und Verlauf eines generierten Musikstücks.
Das neue Modell wird in mehrere Dienste eingebunden. Lyria 3 Pro steht unter anderem in der Gemini-App fĂĽr zahlende Abonnenten bereit, in Google Vids fĂĽr Videoerstellung sowie auf Vertex AI fĂĽr Firmenkunden. Auch Entwickler erhalten Zugriff ĂĽber die Gemini-API und Google AI Studio. Das erst kĂĽrzlich in Google Labs integrierte Musiktool ProducerAI nutzt das System ebenfalls zur Songproduktion.
Kooperation mit Musikbranche und rechtliche Fragen
Google betont, dass Lyria 3 Pro keine konkreten Künstler kopiert. Wird ein Name im Prompt genannt, diene dieser lediglich als grobe stilistische Orientierung. Zusätzlich prüfe Google die erzeugten Inhalte automatisiert auf mögliche Übereinstimmungen mit bestehender Musik.
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Alle generierten Tracks werden mit dem unsichtbaren SynthID-Wasserzeichen versehen, um sie als maschinell erstellt kenntlich zu machen. Beim Training greift Google nach eigenen Angaben auf Inhalte zurück, für die Nutzungsrechte über YouTube, Partnerverträge oder geltendes Recht bestehen. Details zu den Datensätzen nennt der Konzern nicht.
Während Google seine Systeme als Unterstützung für kreative Prozesse positioniert und etwa mit Produzenten wie Yung Spielburg oder François K zusammenarbeitet, bleibt generative KI in der Musikbranche umstritten. Andere Anbieter wie Suno sehen sich mit Klagen von Musiklabels konfrontiert. Auch die Gesellschaft für Musikalische Aufführungsrechte (GEMA) forderte schon Anfang 2025 Lizenzgebühren von Suno.
(joe)