Video: Europas Weg aus der Microsoft-Cloud — der aktuelle Stand

Europa will raus aus der US-Cloud – Frankreich und der Bundestag machen Ernst. Doch die größte Hürde ist nicht die Technik, sondern der politische Wille.

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Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Gordon Hof

Wie abhängig Europa von US-Technologie wirklich ist, wurde spätestens klar, als ein Richter des Internationalen Strafgerichtshofs per US-Sanktion sein Microsoft-Konto verlor – mitsamt aller E-Mails. Eine finnische Simulation eines gezielten „Kill Switch“ für US-Dienste kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Auswirkungen wären weitreichend. Gleichzeitig zeigt eine Erhebung unter deutschen Ministerien, dass Microsoft Edge bei 98 Prozent vorinstalliert ist und kaum europäische Alternativen genutzt werden.

Doch es gibt Gegenbewegung: Frankreich rollt mit der Open-Source-Lösung Visio eine eigene Videokonferenzsoftware für 200.000 Beamte aus, der Bundestag prüft unter Hochdruck seinen gesamten digitalen Unterbau, und das vom Bund gegründete Zentrum für Digitale Souveränität meldet mit openDesk wachsende Nutzerzahlen und steigende Umsätze. Trotzdem bremsen Verwaltungshürden, Bequemlichkeit und der enorme Einfluss etablierter Anbieter den Wandel – allein der Bund zahlte zuletzt fast eine halbe Milliarde Euro jährlich an Microsoft-Lizenzen. Die entscheidende Frage bleibt: Schafft Europa den unbequemen Weg zur echten digitalen Souveränität, oder bleibt es bei Lippenbekenntnissen in Strategiepapieren?

(gho)