Kurz nach Early-Access-Release: „PUBG Blindspot“ wird eingestellt

Der Taktik-Shooter „PUBG Blindspot“ überlebt den Early Access nicht: Nur wenige Wochen nach dem Launch wurde der Ableger von „PUBG“ schon wieder eingestampft.

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Screenshot aus PUBG Blindspot

(Bild: Krafton)

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Es bleibt ein kurzes Vergnügen: Der Taktik-Shooter „PUBG Blindspot“ wurde wenige Wochen nach dem Early-Access-Release eingestellt. Darüber informieren die Entwickler des Online-Spiels in einem Steam-Post. Man habe gemerkt, dass man den Spielern nicht langfristig das erhoffte Spielerlebnis werde liefern können.

Genauer gehen die Entwickler von ARC Team nicht auf die Gründe für das jähe Early-Access-Aus ein. Es drängt sich der Verdacht auf, dass das Interesse an dem Top-Down-Shooter schlicht zu klein war, um zusätzliche Entwicklungsressourcen zu rechtfertigen. Nach dem Launch Anfang Februar spielten zu Höchstzeiten 3000 Spieler auf Steam gleichzeitig, in den vergangenen Tagen waren es nur noch wenige Hundert. „Blindspot“ ist ein aus der Vogelperspektive gespieltes Taktik-Spinoff des beliebten Shooters „PUBG“.

In einem früheren Steam-Post berichten die Entwickler außerdem von Problemen mit Cheatern, gegen die man Maßnahmen ergriffen hatte. Cheater sind ein großes Problem für moderne Online-Spiele und können im Zweifelsfall dafür sorgen, dass Fan-Communities aussterben. Im Fall von „PUBG Blindspot“ scheint das allerdings nicht der ausschlaggebende Grund für die frühe Abschaltung zu sein. Die vergleichsweise wenigen Rezensionen, die man auf Steam für das Spiel findet, sind ordentlich: 70 Prozent empfehlen den Shooter – viele davon wünschen sich, Publisher Krafton hätte etwas mehr Geld für das Marketing in die Hand genommen.

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„PUBG Blindspot“ ist ein Free2Play-Spiel, das in seiner Early-Access-Version noch keinen Ingame-Shop hatte. Entsprechend haben die Spieler kein Geld für den Titel ausgegeben, die Entwickler müssen sich also zumindest keinen Kopf über Rückerstattungen machen. Die Server wurden am 30. März abgeschaltet. Seitdem ist „PUBG Blindspot“ als reiner Online-Titel nicht mehr spielbar.

Die Entwickler des Studios ARC Team hoffen, dass sie in Zukunft gemeinsam andere Spiele entwickeln können. Vorerst brauche man aber Zeit, sich zu sammeln. Die Erfahrung zeigt: Viele Entwicklerstudios überleben einen derart krachenden Flop nicht. Nachdem der Online-Shooter „Highguard“ etwa nach nur sechs Wochen wieder eingestellt worden war, wurden auch zahlreiche Mitarbeiter des Studios Wildlight Entertainment entlassen. Mittlerweile spuckt die Webseite des Teams einen 404-Fehler aus.

Das Monetarisierungsmodell von Live-Service-Games ist auf den langfristigen Verkauf von In-Game-Items ausgelegt. Damit das funktioniert, müssen solche Spiele eine gewisse Nutzerbasis erreichen und behalten. Bleiben die Spieler gleich am Anfang weg, kann es schwer sein, das Ruder noch herumzureißen.

(dahe)